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Holy Spirit Fire Ministries

Dieter Achtzehn

Die Geistesgaben

Teil 1 zu diesem Thema

Einleitung

1. Korinther 12,

1Über die Geisteswirkungen aber, ihr Brüder, will ich euch nicht in Unwissenheit lassen.

Es bestehen aber Unterschiede in den Gnadengaben, doch es ist derselbe Geist; auch gibt es unterschiedliche Dienste, doch es ist derselbe Herr; und auch die Kraftwirkungen sind unterschiedlich, doch es ist derselbe Gott, der alles in allen wirkt. Jedem wird aber das offensichtliche Wirken des Geistes zum [allgemeinen] Nutzen verliehen. Dem einen nämlich wird durch den Geist ein Wort der Weisheit gegeben, einem anderen aber ein Wort der Erkenntnis gemäß demselben Geist; einem anderen Glauben in demselben Geist; einem anderen Gnadengaben der Heilungen in demselben Geist; 10 einem anderen Wirkungen von Wunderkräften, einem anderen Weissagung, einem anderen Geister zu unterscheiden, einem anderen verschiedene Arten von Sprachen, einem anderen die Auslegung der Sprachen. 11 Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist, der jedem persönlich zuteilt, wie er will... 31 Strebt aber eifrig nach den vorzüglicheren Gnadengaben.

1. Korinther 14,

1Strebt nach der Liebe, doch bemüht euch auch eifrig um die Geisteswirkungen; am meisten aber, dass ihr weissagt!

Paulus fängt in Vers 1 des 1. Korintherbriefes Kapitel 12 damit an:

1Über die Geisteswirkungen aber, ihr Brüder, will ich euch nicht in Unwissenheit lassen.

und beendet dieses Kapitel mit Vers 31:

31 Strebt aber eifrig nach den vorzüglicheren Gnadengaben

Kapitel 14 fängt an mit:

1Strebt nach der Liebe, doch bemüht euch auch eifrig um die Geisteswirkungen; am meisten aber, dass ihr weissagt.

und fährt fort mit:

12 Also auch ihr, da ihr eifrig nach Geisteswirkungen trachtet, strebt danach, dass ihr zur Erbauung der Gemeinde Überfluss habt!

und weiter:

39 Also, ihr Brüder, strebt danach, zu weissagen, und das Reden in Sprachen verhindert nicht.

Hier haben wir das Wort ‚strebt‘ 4-mal und ‚trachtet‘ einmal. Einmal sagt Paulus sogar „strebt eifrig“. Es ist also sehr wichtig, dass wir uns bemühen und aktiv werden, Gott um die Gaben des Heiligen Geistes vertrauend zu bitten. Die Schrift beauftragt uns, und fordert uns auf, dass wir unseren Anteil dazu beitragen, das heißt, wir sollen nach den Gaben trachten, sogar streben; und das heißt, wir sollen im Glauben um die Gaben bitten. Was wir nicht können, ist die Gaben selbst in uns zu kreieren. Nur der Heilige Geist ermöglicht auf übernatürliche Weise das Wirken der Gaben. Menschliches Können ist nicht relevant, menschliches Wirken steht eher im Weg.

„strebt danach, dass ihr zur Erbauung der Gemeinde Überfluss habt!“ Das bedeutet, dass ein Christ die Geistesgaben in so einem Überfluss haben sollte, dass die Gabe oder Gaben in ihm wie lebendige Wasserströme der Gemeinde dient und dienen und sie segnet!

Apostelgeschichte 2,

14 Da trat Petrus zusammen mit den Elf auf, erhob seine Stimme und sprach zu ihnen: Ihr Männer von Judäa und ihr alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sollt ihr Wissen, und nun hört auf meine Worte! 15 Denn diese sind nicht berauscht, wie ihr meint; es ist ja erst die dritte Stunde des Tages; 16 sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist: 17 »Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da werde ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure jungen Männer werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben; 18 ja, auch über meine Knechte und über meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie werden weissagen. 19 Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, …

Das übernatürliche Wirken des Heiligen Geistes und das Austeilen von Geistesgaben ist von Anfang an ein Teil des Christenlebens!

Sind wir in den letzten Tagen? Nähern wir uns der Endzeit und den letzten Tagen aller Dinge? Das ist wohl nicht zu bezweifeln. Die Endzeit fing mit Pfingsten an. Seitdem sind circa 2000 Jahre vergangen. Für Petrus hatte die Endzeit begonnen. Wir haben das Vorrecht noch näher am Ende diese Epoche zu leben. Petrus bezieht sich auf den Propheten Joel.

Was sagt Joel, soll in unserer Zeit passieren?

  • Apostelgeschichte 2,
  • »17 Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da werde ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure jungen Männer werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben; 18 ja, auch über meine Knechte und über meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie werden weissagen.“

In Markus 16 lesen wir:

20 Sie aber gingen hinaus und verkündigten überall; und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die begleitenden Zeichen. Amen.“

Womit bekräftigte der Herr sein Wort? Durch das Wirken des Heiligen Geistes! Die Zeichen sind das übernatürliche Wirken des Heiligen Geistes, u.a. durch das Wirken der Gaben des Heiligen Geistes.

Die Frucht des Heiligen Geistes ist in Galater 5 gelistet,

22 Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.

Es gibt 9 Merkmale der Frucht des Heiligen Geistes und es gibt 9 Gaben des Heiligen Geistes. Die Frucht und die Gaben sind von den Ämtern, die u.a. in 1. Korinther 12, 28 und Epheser 4,11 beschrieben werden, zu unterscheiden.  Es gibt Christen, deren Schwerpunkt die Merkmale der Frucht sind und es gibt Christen, deren Schwerpunkt die Gaben sind. Wir brauchen beides.

Die Frucht reift in uns, sodass sich durch den Heiligen Geist unser Wesen und Verhalten verändert.

Die Gaben sind das übernatürliche Wirken des Heiligen Geistes in und durch uns. Das hat wenig mit uns und unserer geistlichen Entwicklung oder Reife zu tun; es sind Geschenke, die uns gegeben worden sind.

Was ist der Unterschied zwischen einem Obstbaum und einem Weihnachtsbaum? Am Obstbaum reifen langsam die Früchte. Es ist ein langsames Werden und Wachsen. Die Päckchen am und unter dem Weihnachtsbaum sind Geschenke. Der Empfänger erhält sie normalerweise ohne Gegenleistung.

Wozu werden Geistesgaben gegeben?

  • Die Geistesgaben sind für die Erbauung der Gemeinde, dem Ausbau des Königreiches Gottes und für unsere Ausrüstung zum Dienst. Sie sind die Werkzeuge, die wir brauchen, um im Dienst Gottes arbeiten zu können.
  • 1. Korinther 12,
  • Jedem wird aber das offensichtliche Wirken des Geistes zum allgemeinen Nutzen verliehen.
  • 1. Korinther 14,
  • 12 Also auch ihr, da ihr eifrig nach Geisteswirkungen trachtet, strebt danach, dass ihr zur Erbauung der Gemeinde Überfluss habt!
  • Die Gaben des Heiligen Geistes erlauben Menschen wie du und ich, praktische Dienste zu verrichten, die sonst nur Gott tun kann. Durch die Geistesgaben verrichtet Gott sein Werk in und durch uns. Der Heilige Geist befähigt uns, das Reich Gottes hier auf Erden zu bauen und Menschen zu helfen. Es sind Werkzeuge, die es uns im Dienst für Jesus ermöglichen, auf übernatürliche Weise den Menschen die Liebe Jesu für sie praktisch zu zeigen.

Wir werden mit unterschiedlichen Gaben beschenkt; manche sind einfach und menschlich, und andere sind übernatürlich. Gott schenkt einem jeden, das was er braucht, um den Dienst zu verrichten, zu dem er berufen ist; ob es sich dabei um eine Lebensaufgabe handelt, oder nur um eine Begebenheit von wenigen Minuten.

Strebt nach und erbittet die Geistesgaben!

1. Johannes 14,

14Und das ist die Freimütigkeit, die wir ihm gegenüber haben, dass er uns hört, wenn wir seinem Willen gemäß um etwas bitten. 15Und wenn wir wissen, dass er uns hört, um was wir auch bitten, so wissen wir, dass wir das Erbetene haben, das wir von ihm erbeten haben.

Paulus schreibt die Worte über die Geistesgaben an eine Gemeinde in einer Stadt, die aus ganz normalen Menschen, z.B. Soldaten, Geschäftsleuten, Dienern, Sklaven, Beamten, Juden, Griechen, Römern usw. bestand! Sie waren keine super geistliche Gruppe. Wir lesen von ihren schlimmen Sünden und Fehlern in anderen Kapiteln der Korintherbriefe! An diese Menschen schreibt Paulus, „strebt nach der Liebe und bemüht euch um die Geistesgaben!“

Die Geistesgaben sind unsere Werkzeuge! Sie sind nützlich für uns und die Gemeinde!

1. Korinther 12,7 (in verschiedenen Übersetzungen)

Hoffnung für alle: Wie auch immer sich die Gaben des Geistes bei jedem Einzelnen von euch zeigen, sie sollen der ganzen Gemeinde nützen.

Luther 1545: In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum allgemeinen Nutzen.

Neue Genfer Übersetzung: Bei jedem zeigt sich das Wirken des Geistes auf eine andere Weise, aber immer geht es um den Nutzen der ganzen Gemeinde.

Ludwig Albrecht: 7 Jeder empfängt die Offenbarung des Geistes zum Besten des Ganzen.

Es sind praktische Gaben, die für die Gemeinde sehr nützlich sind!

Die Gaben sind Ströme lebendigen Wassers, das durch uns zu anderen Menschen strömt! Sie sind das Wirken des Heiligen Geistes, sodass wir Dinge vermitteln und tun können, die menschlich unmöglich sind, um Menschen zu helfen!

Gott legt natürliche Begabungen, Talente oder Fähigkeiten in unser Leben, mit denen wir geboren werden, oder die wir uns aneignen. Diese sind auch Geschenke Gottes. Sie sind aber nicht mit den Geistesgaben zu verwechseln. Die Geistesgaben sind übernatürliche Gaben. Sie sollen Menschen dahin führen, sich Jesus anzuvertrauen.

Eine Diakonisse erklärte mir, wie wichtig sie die Geistesgaben findet, mit folgenden Worten: „...wie so sehr wichtig, notwendig, kostbar, wertvoll, hilfreich sind unsere Sinne - Hören, Sehen, Sprechen, Riechen, Tasten. So, wie ich meine Sinne für mein tägliches Leben, den Alltag brauche, so brauchen wir die geistlichen Gaben für unser geistliches Leben und für unsere Gemeinde. Wenn wir einen oder mehrere unserer Sinne nicht mehr haben, sind wir mehr oder weniger behindert und unser Leben wird schwieriger, eben eingeschränkt. So auch, wenn in unserer Gemeinde oder Schwesternschaft die geistlichen Gaben fehlen. Die Gemeinde Gottes ist eingeschränkt in ihrem Dienst – behindert.“

Der große britische Erweckungsprediger Smith Wigglesworth (1859-1947) sagte Folgendes:

„Wir müssen zusehen, dass wir mit der Macht des Heiligen Geistes erfüllt sind, und uns Mühe geben, in keiner Gabe auszuruhen. Wir müssen sorgfältig darauf achten, dass wir nicht selber wählen, sondern dem Heiligen Geist Gottes die Führung unseres Lebens überlassen. Wir dürfen nicht verharmlosen und wegerklären, sondern „die Gabe Gottes erwecken“ (2. Timotheus 1,6); wir müssen uns von Gottes Geist stören und stören und stören lassen, bis wir nachgeben und nachgeben und nachgeben und die Möglichkeit in Gottes Denken für uns eine feste Tatsache in unserem Leben wird, bis das Zeugnis aus uns strömt und den Nöten einer sterbenden Welt begegnet.“ (Smith Wigglesworth, Biblische Verheißungen für die Salbung des Geistes, 2017, Asaph Verlag, Fontis Media, GmbH, Seite 99-100.)

Die Bibel kennt neun Geistesgaben.

Sie sind üblicherweise in drei Kategorien eingeteilt.

1. Die Offenbarungsgaben

  • das Wort der Weisheit
  • das Wort der Erkenntnis
  • die Gabe der Geisterunterscheidung

2. Die Kraftgaben

  • die Gabe des Glaubens
  • die Gaben der Heilungen
  • die Gabe der Wunderwirkung

3. Die Sprachengaben

  • die Gabe der Prophetie (Weissagung)
  • die Gabe der Zungenrede
  • die Gabe der Auslegung der Zungenrede

Die einzelnen Gaben lassen sich nicht immer strikt trennen. Die Grenzen sind fließend und sie wirken oft zusammen. Ein Wort der Erkenntnis kann zum Beispiel gemeinsam mit einem Wort der Weisheit und der Weissagung zusammentreffen und wirken. Auch andere Kombinationen sind möglich.

Von den neun Geistesgaben, die im Neuen Testament beschrieben sind, haben sieben bereits zur Zeit des Alten Testamentes gewirkt. Erst seit der Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten in Jerusalem, wirkt die Gabe der Zungenrede und die Gabe der Auslegung der Zungenrede. Diese beiden Gaben kamen in der Zeit des Alten Testamentes nicht vor.

Paulus erklärt im Detail wie die Gaben im Gottesdienst zur Geltung kommen sollen z.B. in 1. Korinther 14 (s.u.)

Sind die Geistesgaben für heute?

  • Es gibt keine Bibelstelle, die sagt, dass die Geistesgaben oder das Wirken des Heiligen Geistes nur für eine bestimmte Zeit sind, innerhalb der Endzeit oder des Gemeindezeitalters.

Smith Wigglesworth erklärt es so:

„Viele Leute meinen, Gott unterscheide zwischen uns und den ersten Christen. Aber dafür haben sie keine Bibelstelle. Wenn jemand die Gabe des Heiligen Geistes empfängt, gibt es mit Sicherheit keinen Unterschied mit seiner Erfahrung heute und dem, was am Pfingsttag geschenkt wurde.“ (Ibid., Seite 135)

  • Die Kirchengeschichte lehrt uns, dass das übernatürliche Wirken des Heiligen Geistes und die Geistesgaben in jedem Zeitalter der Kirchengeschichte zu finden sind. Die frühen Kirchenväter folgten zeitlich und in ihrem Wirken den Aposteln des Neuen Testamentes. Sie bezeugen in ihren Schriften und in ihren Dienst, dass das Wirken des Heiligen Geistes und die Geistesgaben, wie es in der Apostelgeschichte und u.a. durch den Apostel Paulus beschrieben wurde, in ihrer Zeit Realität waren.
  • Zeitzeugen um Augustinus, Bischof von Hippo (354 – 430), berichten wie durch ihn Wunderheilungen im Namen Jesu geschahen, wie Blindgeborene wieder sehend, Krebskranke geheilt und sogar Tote auferweckt wurden. U.a. wurde durch die Geistesgabe „das Wort der Erkenntnis“, in einer Vision der genaue Platz, an dem die Leichen der Märtyrer Gervasius und Protasius begraben waren, gezeigt. ( Für weitere Beispiele siehe: Miracles & manifestations of the Holy Spirit in the history of the church, Jeff Doles, 2008, Walking Barefoot Ministries, Seffner, Florida. Seite 43-48 & Seite 21-49)
  • Es scheint aber, als ob die Geistesgaben etwa in 3. Jhdt. nach Christus nicht mehr so regelmäßig in den Gemeinden gewirkt haben.

Der bekannte englische Erweckungsprediger und Gründer der Methodisten, John Wesley (1703-1791) begründet dies folgendermaßen: Nachdem der römische Kaiser Christ wurde, häufte er Reichtum, Ehre und Macht auf Christen und im Besonderen auf die geistlichen Kirchenleiter. Der Grund war nicht, dass die Geistesgaben nicht mehr notwendig erschienen, weil die Welt ‚christlich’ wurde, wie manche es behaupten. Solches Denken ist ein großer Fehler. Der Grund, dass die Geistesgaben selten wurden, war, weil die sogenannten Christen ihre erste Liebe verloren hatten und kaltherzig wurden. Die Christen hatten genauso wenig den Geist des Christus, wie die Heiden. Jesus konnte kaum Glauben auf der Erde finden. Das war der Grund, warum die Geistesgaben nicht mehr in den Kirchen zu finden waren. Die Christen wurden heidnisch und hatten nur noch tote Formen. (Works of John Wesley, Vol. 7, Sermon 89, „The more excelent way“, in Miracles & manifestations of the Holy Spirit in the history of the church, Jeff Doles, 2008, Walking Barefoot Ministries, Seffner, Florida. Seite 213-214)

Ähnliches bezeugt der bekannte Pfarrer der Church of Scotland, Edward Irving (1792-1834). Er wird als Vater der Erneuerungsbewegung in der Church of Scotland gesehen. Diese Bewegung erlebte das tatkräftige Wirken des Heiligen Geistes durch die Geistesgaben, z.B. das Zungenreden und seine Auslegung, die Gabe des Wortes der Weissagung und die Gabe der Heilungen. In seiner Biographie „Man, Preacher, Prophet“ Seite 69-81, werden ihm u.a. folgende Worte zugeschrieben: Die wunderwirkenden Geistesgaben hörten nicht deshalb auf zu wirken, weil die Kirche sie nicht mehr benötigte, sie hörten auf zu wirken, weil der Glaube der Kirche kalt und tot wurde. Die Römische Kirche lehrt, dass wir Protestanten überhaupt keinen Grund haben zu behaupten, dass die Zeit der Wunder vorbei ist. Sie weist daraufhin dass wir Protestanten keine Bibelstelle haben, die diese Behauptung unterstützt. In dieser Sache hat die Römische Kirche recht. Wenn das Licht der Kirche so hell in Reinheit und im Glauben brennen würde, wie es in der Apostolischen Zeit brannte, dann würde sie wieder dieses Licht in der Welt erstrahlen lassen. (Ibid. Seite 224, Zeugnisse der Wirkungen der Geistesgaben im Dienst von Edward Irving -siehe auch Seite 221-227)

  • Die frühen Missionstätigkeiten des Christentums z.B. in Europa waren stets durch die wunderwirkende Kraft des Heiligen Geistes begleitet. Von der Missionsarbeit des Sankt Patrick, z.B. in Irland, ist manches übernatürliches Geschehen im Detail dokumentiert. Es werden viele Beispiele vom übernatürlichen Wirken des Heiligen Geistes berichtet.

Meine Berufung ist aber schwerpunktmäßig den deutschsprachigen Menschen gewidmet. Deshalb gefällt mir im Besonderen die Arbeit des Missionars, Bischofs und Apostels Bonifatius (um 673 bis 754), der berufen war, das Evangelium den germanischen Stämmen zu verkündigen. Er war Engländer und Anglo-Sachse. Im Gehorsam verließ er England und reiste missionierend durch die wilden Wälder der germanischen Stämme, aber mit wenig Erfolg. Er war nicht der Erste, der den Germanen das Evangelium verkündete. Als er in Zentral-Europa ankam, gab es schon mehrere christliche Gemeinden. Die meisten aber, die sich zum Christentum bekehrten, blieben, laut Bonifatius, oberflächliche Christen. Ein Besuch beim Zauberer, gleich nach dem Gottesdienst, war nichts Ungewöhnliches, denn die Bekehrten sagten: wer sonst, kann uns unsere Zaubertränke geben? Die Wenigen, die sich im Dienst des Bonifatius bekehrten, lebten wie die Heiden. Sie sagten: ja wir glauben an Jesus, aber wir glauben auch an Thor und Odin und an die Geister der Bäche und Bäume. Sie waren ein kriegerisches Volk, das von einem Himmel, erfüllt mit glorreichen Kriegen und Feiern, bei denen es hoch hergeht, träumte. Ihre Götter waren Kriegsgötter. Ihr heiligster Ort, die Donar-Eiche, -im heutigen Hessen - war dem Thor gewidmet Dieser Ort war eine Hochburg des heidnischen Glaubens. Ihre Kraft musste gebrochen werden, bevor sich das Christentum ausbreiten konnte. Das Volk war unter der Eiche zusammengekommen, um Thor in einem großen Fest anzubeten. Dann geschah es: Bonifatius schlug mit einem Beil gegen den Stamm der mächtigen Eiche. Er konnte in seiner Kraft aber nur eine kleine Markierung im Stamm der riesigen Eiche hinterlassen. Bonifatius fragte die Menge: wer ist der Herr? Er fragte wieder: wer ist der Herr des Donners? Das kriegerische Volk schaute fassungslos zu und erwartete die Rache des Thor auf Bonifatius, aber sie blieb aus. Plötzlich entstand ein mächtiger Wind und Bonifatius fragte: wer ist der Gott des Sturms? Der Sturmwind fällte die Eiche Thors und als sie am Boden lag, hörte der Sturmwind auf.  Diese Predigt war mächtiger als jede Wortverkündigung. Das Volk fiel auf sein Angesicht und flehte und fragte, wie es dem Zorn dieses Gottes entkommen kann. In wenigen Tagen wurden Menschen in Scharen getauft und aus dem Holz der Eiche wurde eine Kirche erbaut. (The birth of Europe II, The history of the christian church, Leigh Churchill, 2001, Paternoster Publishing, Cumbria, UK)

In dieser Begebenheit sehen wir die Geistesgaben des Glaubens und der Wunderwirkung. Wie damals, so auch heute, brauchen wir die Geistesgaben. Ja gewiss, Jesus ist der gleiche gestern, heute und in alle Ewigkeit.

  • Paulus erklärt in 1. Korinther 13, dass die Gaben im Himmel nicht mehr notwendig sein werden, wenn wir Jesus von Angesicht zu Angesicht sehen. In der heutigen Zeit aber brauchen wir diese Gaben genauso sehr, wie die Korinther sie benötigten. Weltweit werden diese Gaben täglich gelebt, wo immer Christen aktiv sind. Millionen von Christen weltweit, erleben täglich diese Gaben und den Segen, den sie bringen. Leider gibt es auch viele Christen, die aus Unwissenheit, oder aus mangelnder oder falscher Lehre oder anderen Gründen, die Gaben des Heiligen Geistes nicht erleben.

Sind die Geistesgaben nur für Apostel oder wenige ausgesuchte Geistliche?

  • Nein. Paulus schreibt an die Mitglieder der Gemeinde in Korinth.  Sie sind Menschen wie du und ich, nur lebten sie in einer anderen Zeit. Korinth war eine multikulturelle und multireligiöse Stadt, mit einem hohen Anteil von angesiedelten Legionären, ebenso viele reiche Geschäftsleute, die vom Handel in Korinth lebten und viele arme Bürger. Paulus ermahnt das christliche Volk in der Stadt, dass sie eifrig nach den Geistesgaben streben sollen und erklärt, wie die Geistesgaben im ganz normalen Gottesdienst zum Einsatz kommen sollten.
  • 1. Korinther 14,
  • Wie ist es nun, ihr Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder von euch etwas: einen Psalm, eine Lehre, eine Sprachenrede, eine Offenbarung, eine Auslegung; alles lasst zur Erbauung geschehen! 27 Wenn jemand in einer Sprache reden will, so sollen es zwei, höchstens drei sein, und der Reihe nach, und einer soll es auslegen. 28 Ist aber kein Ausleger da, so schweige er in der Gemeinde; er mag aber für sich selbst und für Gott reden. 29 Propheten aber sollen zwei oder drei reden, und die anderen sollen es beurteilen. 30 Wenn aber einem anderen, der dasitzt, eine Offenbarung zuteilwird, so soll der erste schweigen. 31 Denn ihr könnt alle einer nach dem anderen weissagen, damit alle lernen und alle ermahnt werden.

Wir wissen auch vom Lesen des 1. Korintherbriefes, dass es alle in Großstädten zu findenden Sünden, nicht nur in Korinth, sondern leider auch in der Gemeinde gab.  Diese Menschen waren keine Heilige im landläufigen Sinne, dennoch ermahnt Paulus sie wiederholt, dass sie eifrig nach den Geistesgaben streben sollen. Warum?

  • Die Bibel sagt u.a.  „damit alle lernen und alle ermahnt werden“.
  • Die Gaben wirken zum Nutzen, zur Hilfe für andere Menschen. Sie sind nicht nur für uns selbst da. Der Empfänger der Gabe wird gesegnet, so dass er ein Segen sein kann! (s.u.)

Mein Gebet ist, dass wir nicht mit dem Kopf voller Wissen dasitzen, sondern dass wir das Wirken des Heiligen Geistes praktisch erfahren. Wissen allein hilft nicht; es muss umgesetzt werden, um hilfreich zu werden.

Man kann in ein Seifen-Geschäft gehen und dort die Seifen bewundern, die verschiedenen Düfte riechen, über die Farben und Formen staunen. Wenn der Käufer der Seife aber nicht die Seife nass macht und mit seiner Haut in Berührung bringt, wird er nicht erfahren, ob sie etwas taugt. Genauso ist es mit Gottes Wort, der Bibel. Wir können die Bibel bewundern, verbreiten, auswendig lernen, darüber sprechen usw. Nur wenn wir das Wort Gottes praktisch in unserem Leben anwenden, werden wir erfahren, dass Gottes Wort Gottes Wort ist: verlässlich, lebendig und voller Kraft. Selbst der Teufel glaubt an Gottes Wort. Glauben ist nicht genug. Werdet Täter des Wortes!

Jakobus 1,

22 Seid aber Täter des Wortes und nicht bloß Hörer, die sich selbst betrügen. 23 Denn wer nur Hörer des Wortes ist und nicht Täter, der gleicht einem Mann, der sein natürliches Angesicht im Spiegel anschaut; 24 er betrachtet sich und läuft davon und hat bald vergessen, wie er gestaltet war. 25 Wer aber hineinschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darin bleibt, dieser Mensch, der kein vergesslicher Hörer, sondern ein wirklicher Täter ist, er wird glückselig sein in seinem Tun.

Smith Wigglesworth, Britischer Erweckungsprediger (1859 – 1947): „Die Gemeinde Christi ist von großer Schwachheit betroffen, weil betreffs des Geistes Gottes und der Gaben, die zu bringen Er gekommen ist, solche furchtbare Unwissenheit herrscht.  Auf Grund der geoffenbarten Erkenntnis Seines Willens – in Bezug auf die Kraft und Kundgebung Seines Geistes möchte Gott uns mächtig, gewappnet in jeder Beziehung, zur Verfügung haben uns allezeit hungrig sehen, um mehr und mehr von Seinem Geist zu empfangen.“ (Stanley H. Frodham, Smith Wiggelsworth, Apostel des Glaubens, deutsche Übersetzung, 13 Auflage 2011, Asaph Verlag, Lüdenscheid, Seite 141)

Smith Wiggelsworth sagt aber auch: „Wir haben wunderbare Offenbarungen der Kraft Gottes Bereits gesehen, und größere mögen noch geschehen. Doch denke nicht, die Gaben des Geistes werden dir wie reife Äpfel in den Schoss fallen. In einem gewissen Sinn must auch du für all das, was du empfängst, den Preis bezahlen. Wir sollen streben nach den größten und besten Geistesgaben, aber auch Amen sagen zur jeder Schulung Gottes, die er uns zuteilwerden lässt, damit wir demütige und brauchbare Gefäße werden, durch welche er selbst mit der Kraft des Heiligen Geistes wirken kann.“ (Ibid., Seite 169)

Lasst uns Gott vertrauen, dass wir die Geistesgaben hautnah erfahren werden! Bedenkt die weisen Worte des Paulus an Timotheus in 2. Timotheus 1,

Aus diesem Grund erinnere ich dich daran, die Gnadengabe Gottes wieder anzufachen, die durch Auflegung meiner Hände in dir ist;denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht.

Die Geistesgaben

Teil 2 zu diesem Thema

Nun wollen wir uns die einzelnen Geistesgaben näher anschauen.

Zunächst wollen wir auf die Offenbarungsgaben eingehen und dann auf die Kraftgaben und die Sprachengaben.

Die Offenbarungsgaben

1. Die Offenbarungsgaben

- das Wort der Weisheit

2. Die Offenbarungsgaben

- das Wort der Erkenntnis

3. Die Offenbarungsgaben

- die Gabe Geister zu unterscheiden

  1. Die Offenbarungsgaben

-das Wort der Weisheit

Das Wort der Weisheit ist eine der drei Offenbarungsgaben.

Weisheit ist die natürliche Fähigkeit, Fakten, Gegebenheiten zu erfassen und richtige Entscheidungen zu treffen und gute Schritte zu unternehmen. Weisheit befähigt uns, unser Leben zu meistern und anderen Rat zu erteilen. Im Volksmund sagt man: Hinterher ist man immer klüger.

Der Heilige Geist aber wirkt durch die Gabe des Wortes der Weisheit, dass jemand nicht erst nach langem Nachsinnen oder „hinterher“ weise ist, weise redet, weise handelt, sondern im entscheidenden Augenblick „Worte der Weisheit" empfängt und ausspricht.

Jesus sagte zu seinen Jüngern in Lukas 21,

14 So nehmt euch nun zu Herzen, dass ihr eure Verteidigung nicht vorher überlegen sollt; 15 denn ich will euch Weisheit und Fähigkeit zu reden geben, der alle eure Widersacher nicht werden widersprechen noch widerstehen können.

Wir sehen die Gabe des Wortes der Weisheit und die Kraft des Geistes Jesu in Stephanus in Apostelgeschichte 6,

10 Und sie konnten der Weisheit und dem Geist, in dem er redete, nicht widerstehen.

Die Worte der Weisheit haben Stephanus nicht körperlich errettet, aber sie sind in die Hörer eingedrungen, um später Frucht zu tragen, z.B. Paulus, der sie hörte und später zum Glauben kam.

Jesus redete sehr oft „Worte der Weisheit".

Ein treffendes Beispiel sehen wir in Lukas 20, 2 + 8. Jesus hatte den Tempel gereinigt und die Händler hinausgetrieben. Daraufhin fragten ihn die verärgerten Hohepriester, Schriftgelehrten und Ältesten,

und redeten mit ihm und sprachen: Sage uns, in welcher Vollmacht tust du dies? Und wer hat dir diese Vollmacht gegeben? Er antwortete ihnen in Vers 8...so sage ich euch auch nicht, in welcher Vollmacht ich dies tue.

Mit diesem Wort der Weisheit brachte er seine Ankläger in Verlegenheit.

Wie offenbart sich die Gabe des Wortes der Weisheit?

  • Mag sein, es steht eine schwierige Frage im Raum und niemand weiß eine befriedigende Antwort. Plötzlich bekommt jemand ein Wort der Weisheit und bringt Klarheit in die Angelegenheit. In Apostelgeschichte 15, 7-11 fand eine Besprechung unter den Aposteln und Ältesten in Jerusalem statt, aber man fand keine Lösung für das betreffende Problem. Plötzlich stand Petrus auf und gab ein „Wort der Weisheit" weiter. Das Resultat sehen wir in Apostelgeschichte 15,
  • Da schwieg die ganze Menge und hörte Barnabas und Paulus zu, die erzählten, wie viele Zeichen und Wunder Gott durch sie unter den Heiden getan hatte.

Dieses „Wort der Weisheit" löste großen Segen aus.

In Galater 2 schreibt Paulus in Bezug auf dieses Ereignis, dass die Apostel dort Einsicht in seinen Dienst erlangten. Sie gaben Paulus und Barnabas die Hand zur Gemeinschaft trotz unterschiedlicher Aufgaben. Die einen sollten für die Juden, die anderen für die Nationen wirken. Ein weiterer Segen, der durch dieses Wort der Weisheit ausgelöst wurde, war die Sammlung für die Armen in Jerusalem, die dort beschlossen wurde und die Paulus dann durchführte.

  • Diese Gabe - „Wort der Weisheit" -  ist auch während der Wortverkündigung wirksam, nämlich dann, wenn wir in eine bestimmte Situation hinein die passenden Aussagen machen, oft ohne es zu wissen. Ich habe selbst schon öfter erlebt, dass ich in Gesprächen oder beim Predigen, Worte der Weisheit aussprach und selbst erstaunt war, über das, was ich gerade sagte. Mir war dabei klar, dass die gesprochenen Worte nicht aus meiner Kenntnis und Erfahrung kamen. Das erinnert mich an die wunderbaren Worte in Sprüche 25,
  • Wie goldene Äpfel in silbernen Schalen, so ist ein Wort, gesprochen zur rechten Zeit.

Wie wunderbar ist es doch, wenn der Heilige Geist uns mit solchen Worten beschenkt.

Es handelt sich hier nicht um eine Gabe der Weisheit, sondern um die Gabe des Wortes der Weisheit.

Gott schenkt nicht alle seine Weisheit in dieser Gabe an den Gläubigen, sondern nur einen Bruchteil oder ein Fragment. Genau was wir in dem Augenblick brauchen. Es bezieht sich immer auf eine konkrete Situation oder auf ein spezielles Ereignis.

Es ist nicht so, dass Gott uns Weisheit im Allgemeinen schenkt, sondern er gibt uns ein übernatürliches Wort der Weisheit für eine bestimmte Situation, das, was wir in dem Moment brauchen.

Es ist eine Gabe des Heiligen Geistes und als solches übernatürlich und deshalb nicht menschlich machbar! Diese Gabe ist nicht zu verwechseln mit Weisheit, die durch Reife oder Lebensalter kommt. Mit der Gabe kann ein 12-Jähriger die Weisheit Gottes für eine spezifische Situation aussprechen, so dass es die Greisen verwundert! Jesus hatte diese Gabe schon als Kind.

Lukas 2,

41 Und seine Eltern reisten jährlich am Passahfest nach Jerusalem. 42 Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie nach dem Brauch des Festes hinauf nach Jerusalem... 46 Und es geschah, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzend mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie befragte. 47 Es erstaunten aber alle, die ihn hörten, über sein Verständnis und seine Antworten.

Weisheit und die Gabe des Wortes der Weisheit, die der Heilige Geist gibt, dürfen wir erbitten.

Jakobus 1,

Wenn es aber jemand unter euch an Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der allen gern und ohne Vorwurf gibt, so wird sie ihm gegeben werden.

Das Wort der Weisheit kann, wie beim Wort der Erkenntnis, durch eine Vision, einen Traum, ein Bild, einen inneren Eindruck oder durch eine hörbare Stimme gegeben werden.

Smith Wigglesworth sagte es so,

„Wenn der Heilige Geist das Handeln eines Menschen völlig bestimmen darf, wird er immer göttliche Weisheit bewirken. Und wenn er das Leben eines Menschen völlig bestimmen darf, wird dieses Leben aus göttlicher Quelle gespeist, sodass alle Auferbauung im Geist empfangen können.“  (Smith Wigglesworth, Biblische Verheißungen für die Salbung des Geistes, 2017, Asaph Verlag, Fontis Media, GmbH, Seite 141.)

  1. Die Offenbarungsgaben
  • das Wort der Erkenntnis

Das Wort der Erkenntnis ist ebenfalls eine der drei Offenbarungsgaben.

Das Wort der Erkenntnis ist die übernatürliche Offenbarung von Tatsachen oder Ereignissen der Vergangenheit oder der Gegenwart durch den Heiligen Geist.

Das Wort der Erkenntnis kann, wie beim Wort der Weisheit, durch eine Vision, einen Traum, ein Bild, einen inneren Eindruck oder durch eine hörbare Stimme gegeben werden.

Bei dieser Gabe handelt es sich nicht um eine Gabe der Erkenntnis, sondern um die Gabe des Wortes der Erkenntnis.

Gott ist allwissend. Der Geist Gottes gibt bei der Gabe des Wortes der Erkenntnis aber nur einen Teil des übernatürlichen Wissens Gottes an den Gläubigen weiter. Genau nur das, was im Augenblick nötig ist, nicht mehr und nicht weniger.

Bei der Gabe des Wortes der Erkenntnis handelt es sich nicht um natürliche Erkenntnis als ein Ergebnis von Studieren. Es hat auch nichts mit der Erkenntnis aus Gottes Wort zu tun, die durch das Studieren der Schrift kommt. Das Wort der Erkenntnis ist eine rein übernatürliche Gabe.

Dazu schauen wir uns verschiedene Begebenheiten in der Schrift an:

1. Mose 15,

11 Nach diesen Begebenheiten geschah es, dass das Wort des Herrn an Abram in einer Offenbarung (od. in einem Gesicht) erging: Fürchte dich nicht, Abram, ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn!

Wie kam dieses Wort der Erkenntnis zu Abram?

  • In einem Gesicht, in einer Offenbarung!

Was war die Frucht des Wortes der Erkenntnis hier?

  • Abram wurde ermutigt Gott gehorsam zu sein.

2. Könige 5,

20 Da dachte Gehasi, der Diener Elisas, des Mannes Gottes: Siehe, mein Herr hat Naeman, diesen Aramäer, geschont, indem er nichts von ihm genommen hat, was er mitbrachte; so wahr der Herr lebt, ich will ihm nachlaufen und etwas von ihm nehmen! 21 So jagte Gehasi dem Naeman nach. Und als Naeman sah, dass er ihm nachlief, sprang er vom Streitwagen, ihm entgegen, und sprach: Geht es dir gut? 22 Und er sprach: Ja! Mein Herr hat mich gesandt, um dir zu sagen: Siehe, eben jetzt sind zwei junge Männer von den Prophetensöhnen aus dem Bergland Ephraim zu mir gekommen. Gib ihnen doch ein Talent Silber und zwei Festgewänder! 23 Und Naeman sprach: Tu mir den Gefallen und nimm zwei Talente! Und er nötigte ihn und band zwei Talente Silber in zwei Beutel und zwei Festgewänder und gab es zwei seiner Burschen, die trugen es vor ihm her. 24 Und als er auf den Hügel kam, nahm er es von ihrer Hand und legte es in das Haus und ließ die Männer gehen. Und sie gingen. 25 Er aber ging hinein und trat vor seinen Herrn. Da sprach Elisa zu ihm: Woher, Gehasi? Er sprach: Dein Knecht ist weder hierhin noch dorthin gegangen! 26 Er aber sprach zu ihm: Ging mein Herz nicht mit, als der Mann von seinem Wagen umkehrte, dir entgegen? War es auch an der Zeit, Silber zu nehmen und Kleider, oder Ölbäume, Weinberge, Schafe, Rinder, Knechte und Mägde? 27 So soll nun der Aussatz Naemans an dir haften und an deinem Samen ewiglich! Da ging er von ihm hinaus, aussätzig wie Schnee.

Was war das Wort der Erkenntnis hier?

  • 26 “Er aber sprach zu ihm: Ging mein Herz nicht mit, als der Mann von seinem Wagen umkehrte, dir entgegen? War es auch an der Zeit, Silber zu nehmen und Kleider, oder Ölbäume, Weinberge, Schafe, Rinder, Knechte und Mägde?“

Was war die Frucht des Wortes der Erkenntnis hier?

  • Die Sünde wurde aufgedeckt!

Apostelgeschichte 10,

9 Am folgenden Tag aber, als jene auf dem Weg waren und sich der Stadt näherten, stieg Petrus auf das Dach, um zu beten, etwa um die sechste Stunde. 10 Da wurde er sehr hungrig und wollte essen. Während man aber etwas zubereitete, kam eine Verzückung über ihn. 11 Und er sah den Himmel geöffnet und ein Gefäß zu ihm herabkommen, wie ein großes, leinenes Tuch, das an vier Enden gebunden war und auf die Erde niedergelassen wurde; 12 darin waren all die vierfüßigen Tiere der Erde und die Raubtiere und die kriechenden Tiere und die Vögel des Himmels. 13 Und eine Stimme sprach zu ihm: Steh auf, Petrus, schlachte und iss! 14 Petrus aber sprach: Keineswegs, Herr! denn ich habe noch nie etwas Gemeines oder Unreines gegessen! 15 Und eine Stimme sprach wiederum, zum zweiten Mal, zu ihm: Was Gott gereinigt hat, das halte du nicht für gemein! 16 Dies geschah dreimal, und dann wurde das Gefäß wieder in den Himmel hinaufgezogen. 17 Als aber Petrus bei sich selbst ganz ungewiss war, was das Gesicht bedeuten solle, das er gesehen hatte, siehe, da standen die von Kornelius abgesandten Männer, die das Haus Simons erfragt hatten, am Toreingang; 18 und sie riefen und erkundigten sich, ob Simon mit dem Beinamen Petrus hier zu Gast sei. 19 Während nun Petrus über das Gesicht nachdachte, sprach der Geist zu ihm: Siehe, drei Männer suchen dich! 20 Darum steh auf, steige hinab und ziehe ohne Bedenken mit ihnen, denn ich habe sie gesandt!

Was das Wort der Erkenntnis hier?

  • Dass die Gabe des Heiligen Geist auch für Nichtjuden ist.

Wie kam das Wort der Erkenntnis zu Petrus?

  • Es kam in drei Formen:
  1. es kam eine Verzückung über ihn (Was eine Verzückung und ein Gesicht ist, wird in Kapitel ? erklärt )

ii.   Während nun Petrus über das Gesicht nachdachte, sprach der Geist zu ihm

iii.  durch die Ausgießung des Heiligen Geistes auf den Heiden

Der Heilige Geist gibt hier nur einen Teil des Wissens Gottes weiter. Der Geist offenbart nicht, dass die Männer gesandt sind, damit Petrus in dem heidnischen Haus des Kornelius das Evangelium verkündigen soll. Er offenbart auch nicht, dass dort die ersten Heiden zum Glauben kommen und der Geist auf sie ausgegossen werden würde. Es ist aber das Wort der Erkenntnis, dass Gott in dieser Situation anders handeln wird, als es dem üblichen religiösen Verständnis entspricht.

Johannes 1,

45 Philippus findet den Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, den Sohn Josephs, von Nazareth. 46 Und Nathanael sprach zu ihm: Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh! 47 Jesus sah den Nathanael auf sich zukommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem keine Falschheit ist! 48 Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe dich Philippus rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich! 49 Nathanael antwortete und sprach zu ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! 50 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte: Ich sah dich unter dem Feigenbaum? Du wirst Größeres sehen als das!

Was sind die Wörter der Erkenntnis bei dieser Begebenheit?

  • „Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem keine Falschheit ist!“
  • „Ehe dich Philippus rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich!“

Was war die Frucht des Wortes der Erkenntnis hier?

  • 49“ Nathanael antwortete und sprach zu ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!“

Markus 2,

5 Als aber Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! 6 Es saßen aber dort etliche von den Schriftgelehrten, die dachten in ihren Herzen: 7 Was redet dieser solche Lästerung? Wer kann Sünden vergeben als nur Gott allein? 8 Und sogleich erkannte Jesus in seinem Geist, dass sie so bei sich dachten, und sprach zu ihnen: Warum denkt ihr dies in euren Herzen?

Was war das Wort der Erkenntnis hier?

  • 8 “Und sogleich erkannte Jesus in seinem Geist, dass sie so bei sich dachten, und sprach zu ihnen: Warum denkt ihr dies in euren Herzen?“

Was war die Frucht des Wortes der Erkenntnis hier?

  • Jesus wurde verherrlicht als der Sohn Gottes!

Apostelgeschichte 5,

1 Ein Mann aber mit Namen Ananias verkaufte ein Grundstück zusammen mit seiner Frau Saphira, 2 und schaffte etwas von dem Erlös für sich beiseite mit Wissen seiner Frau; und er brachte einen Teil davon und legte ihn den Aposteln zu Füßen. 3 Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, sodass du den Heiligen Geist belogen hast und von dem Erlös des Gutes etwas für dich auf die Seite geschafft hast? 4 Hättest du es nicht als dein Eigentum behalten können? Und als du es verkauft hattest, war es nicht in deiner Gewalt? Warum hast du denn in deinem Herzen diese Tat beschlossen? Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott!

Was war das Wort der Erkenntnis das Petrus hatte?

  • 3 “Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, sodass du den Heiligen Geist belogen hast und von dem Erlös des Gutes etwas für dich auf die Seite geschafft hast? 4 Hättest du es nicht als dein Eigentum behalten können? Und als du es verkauft hattest, war es nicht in deiner Gewalt? Warum hast du denn in deinem Herzen diese Tat beschlossen? Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott!“

Was war die Frucht des Wortes der Erkenntnis hier?

  • 11 „Und es kam große Furcht über die ganze Gemeinde und über alle, die dies hörten.“

Johannes 4,

16 Jesus spricht zu ihr: Geh hin, rufe deinen Mann und komm her! 17 Die Frau antwortete und sprach: Ich habe keinen Mann! Jesus spricht zu ihr: Du hast recht gesagt: Ich habe keinen Mann! 18 Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Da hast du die Wahrheit gesprochen! 19 Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist!

Was war das Wort der Erkenntnis hier?

  • „Jesus spricht zu ihr: Du hast recht gesagt: Ich habe keinen Mann! 18 Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Da hast du die Wahrheit gesprochen!“

Was war die Frucht des Wortes der Erkenntnis hier?

  • „28 Nun ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen und lief in die Stadt und sprach zu den Leuten: 29 Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe! Ob dieser nicht der Christus ist?“

Hier nun ein Beispiel aus der Schrift wo das Wort der Weisheit mit dem Wort der Erkenntnis zusammenwirkt:

Apostelgeschichte 9,

10 Es war aber in Damaskus ein Jünger namens Ananias. Zu diesem sprach der Herr in einem Gesicht: Ananias! Er sprach: Hier bin ich, Herr! 11 Der Herr sprach zu ihm: Steh auf und geh in die Gasse, die man »die Gerade« nennt, und frage im Haus des Judas nach einem [Mann] namens Saulus von Tarsus. Denn siehe, er betet; 12 und er hat in einem Gesicht einen Mann namens Ananias gesehen, der hereinkam und ihm die Hand auflegte, damit er wiedersehend werde. 13 Da antwortete Ananias: Herr, ich habe von vielen über diesen Mann gehört, wie viel Böses er deinen Heiligen in Jerusalem zugefügt hat. 14 Und hier hat er Vollmacht von den obersten Priestern, alle, die deinen Namen anrufen, gefangen zu nehmen! 15 Aber der Herr sprach zu ihm: Geh hin, denn dieser ist mir ein auserwähltes Werkzeug, um meinen Namen vor Heiden und Könige und vor die Kinder Israels zu tragen! 16 Denn ich werde ihm zeigen, wie viel er leiden muss um meines Namens willen.17 Da ging Ananias hin und trat in das Haus; und er legte ihm die Hände auf und sprach: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir erschienen ist auf der Straße, die du herkamst, damit du wiedersehend wirst und erfüllt wirst mit dem Heiligen Geist! 18 Und sogleich fiel es wie Schuppen von seinen Augen, und er konnte augenblicklich wiedersehen und stand auf und ließ sich taufen;

Was war das Wort der Erkenntnis?

  • Ananias hat eine Vision und erfährt Umstände, in denen sich Saulus befindet. Er erhält eine Offenbarung über den Aufenthaltsort des Saulus, dass dieser blind ist und sich im Gebet befindet, ja sogar, dass dieser eine Vision hat, in der er Ananias kommen sieht.

Was war das Wort der Weisheit?

  • Ananias erhält eine Anweisung darüber, was er in dieser Situation zu tun hat und was zukünftig geschehen soll. Er soll zu Saulus gehen und ihm die Hände auflegen, damit dieser wiedersehend und mit Heiligem Geist erfüllt wird.

Es geschieht häufig, dass verschiedene Gaben gemeinsam agieren. Wenn der Heilige Geist über eine Situation etwas offenbart, gibt er in der Regel auch eine Anweisung, was zu tun ist.

Kirchengeschichte

Es gibt unzählige Berichte über die Gabe, das Wort der Erkenntnis.

Eine stammt von dem großen Reformator Johannes Calvin (1509-1564).

Von seinem Biographen Theodore de Beza wird u.a. Folgendes berichtet.

Es geschah am 19. Dezember 1562. Calvin lag in Genf krank im Bett. Er berichtete den Anwesenden, dass er in der Nacht laute Kriegstrommeln gehört hatte. Dann bat er alle zu beten, weil etwas Großes geschehen würde. Ein paar Tage später erreichte die Nachricht Genf, dass zu genau dieser Zeit die Guisianer und die Protestanten in einer großen Schlacht waren.

(Miracles & manifestations of the Holy Spirit in the history of the church Jeff Doles, 2008, Walking Barefoot Ministries, Seffner, Florida. Seiten 140-141)

Der Heilige Geist war hier am Werk. Er wollte, dass über dieser Schlacht gebetet würde und gab daher diese Erkenntnis.

Hilarions von Gaza (291 – 371), Kirchenvater und Wüstenmönch.

„Hilarion war ein Wundertäter der im Namen Jesu all das ausführte, was Jesus seinen Jüngern aufgetragen hatte...

Zu jener Zeit war er Gottes Mann für Nahost. Aufgrund einer großen Zahl von Heiligungen, Zeichen und Wundern, die durch Hilarion geschahen... Zu tausenden kamen die Menschen zu ihm, um von Dämonen und von Krankheiten befreit zu werden.“

(Berhardt Koch, Stärker als Dämonen, Aus dem Leben Hilarions von Gaza, ReformaZion Media, D-31737 Rinteln, Seite6)

Die Geistesgabe, das Wort der Erkenntnis wirkte in Ihm: Er empfing eines Tages Besuch, der mit ihm Antonius den Großen aufsuchen wollte. Es wird Folgendes Berichtet: „Mit Tränen in die Augen erwiderte Hilarion: „Auch ich ginge gerne mit, um bei Antonius zu sein...und hätte die Reise noch einen Zweck. Antonius ist heimgegangen; er hat uns verlassen. Heute ist schon der zweite Tag, dass die Welt eines solchen Vaters beraubt ist. Warte noch mit deiner Reise, die Nachricht über seinen Tod wird bald eintreffen.“

Aristänete glaubte Hilarion und unterbrach ihre Pilgerreise. Schon nach wenigen Tagen kam ein Bote, mit der Nachricht vom Heimgang des Antonius. Somit bestätigte sich, was Hilarion zuvor mitgeteilt hatte.“

(Ibid., Seite 61)

Hilarion besucht Brüder in Bruchium, in der Nähe von Alexandria:

„Doch die Freude der Brüder über die Ankunft Hilarions in ihrem Kloster nahm ein vorzeitiges Ende. Kaum war er eingetroffen, die Nacht hatte noch nicht begonnen, bemerkten sie, wie Hilarions Jünger die Esel wieder sattelten. Eilig kamen Sie herbeigelaufen und sahen wie der Mann Gottes zur Abreise Bereit stand. Innigst baten sie ihm zu bleiben...Doch seine Antwort lautete. „Meine Abreise geschieht nicht grundlos. Ich beeile mich, fortzugehen, damit ihr nicht zu Schaden kommt. Später werdet ihr herausfinden, warum ich mich so plötzlich auf den Weg gemacht habe.“

Anderntags tauchten Bürger von Gaza mit den Liktoren des Präfekten bei den Mönchen in Bruchium auf, um Hilarions festzunehmen und zu töten.“

(Ibid., Seite 69)

Antonius der Große (251 – 356), Kirchenvater und Wüstenmönch.

„Stern der Wüste, Fürst des Geistes, Bezwinger von Dämonen, Vater der Einsiedler oder auch Wüstengeneral Gottes – jede dieser Bezeichnungen für Antonius gibt einen beeindruckenden Aspekt aus dem Leben dieses Gottessmannes wieder.“

(Bernhard Koch, Glaubensvater in der Wüste: Antonius Vollmächtiger & kühner Streiter Christi, 2012, ReformaZion Media, D-31737 Rinteln, Seite 9)

„Ein junges Mädchen aus dem nordafrikanischen Tripolis hatte sowohl ein schweres, als auch ein abscheuliches Leiden...

Als die Eltern des Mädchens erfuhren, dass Mönche zu Antonius reisen wollten, baten sie diese, sich mit ihrer Tochter anschließen zu dürfen. Dies taten sie im Vertrauen auf den Herrn Jesus, der die blutflüssige Frau geheilt hatte, als diese nur den Saum seines Gewandes berührte. Die Mönche waren einverstanden, und so gelangten sie zum Berg...

Die Mönche, mit denen sie angereist waren, gingen zu Antonius. Noch bevor sie dem Antonius von dem leidenden Mädchen berichten konnten, wusste dieser von der Ankunft des Kindes am Berg und beschrieb dessen Leiden. Im Gebet habe er schon die Versicherung erhalten, dass das Mädchen gesund werden würde. Als die Brüder ihn daraufhin verwundert baten, er möge es gestatten, dass das Kind, und auch die Eltern zu ihm kämen, verweigerte er dies und sagte: „Geht zurück und ihr werdet das Kind geheilt finden. Denn nicht mein ist die gute Handlung, weshalb sie zu mir, dem armseligen Menschen, kommen müsste, sondern die Heilung ist das Werk des Erlösers, der allen sein Erbarmen zeigt – denen die ihn anrufen. Und der Bitte um Genesung des Mädchens hat der Herr Gehör geschenkt, mir aber hat seine Menschenfreundlichkeit offenbart, dass er das Leiden des Kindes, noch während es dort weilt, heilen will.“ – Und von dieser Stunde an war das Mädchen gesund, das Wunder war geschehen! Als die Mönche zu den Eltern hinaus gingen, fanden Sie diese volle Freude über die ihrem Kind geschenkte Gesundheit.“ (Ibid., Seite 115 – 116)

„Auf ihren Weg zu Antonius ging zwei Brüdern das Wasser aus...So legte er sich auf den Boden und wartete auf den Tod.

Als Antonius auf seinem Berg im Gebet verweilte, sah er den Mann dort in der Wüste liegen. Ohne zu zögern beauftragte er zwei Jünger: „Füllt ein Gefäß mit Wasser und lauft auf den Weg nach Ägypten: denn von zwei Pilgern ist der eine eben verschieden, der andere aber wird sterben, wenn ihr nicht eilt. Dies ist mir gerade im Gebet offenbart worden.“ Die bestürzten Jünger gehorchten, machten sich sogleich auf den Weg und fanden die beiden. Sie begruben den Toten und gaben dem anderen Wasser, welches ihn ins Leben zurückbrachte. Dann führten sie ihn zu Antonius, von dem Ort etwa einen Tagesmarsch entfernt.“ (Ibid., Seite 117)

Charles Haddon Spurgeon (1834-1892)

Aus dem Dienst dieses bekannten englischen Predigers stammen zwei weitere erstaunliche Begebenheiten, die die Gabe des Wortes der Erkenntnis sehr gut illustrieren. Er erzählt in seiner Autobiographie u.a. folgende Ereignisse:

Während einer seiner Predigten in der ‚Music Hall’, unterbrach Spurgeon plötzlich seine Predigt. Der Heilige Geist inspirierte ihn, und er zeigte auf einen Mann mitten in der Menge, die seiner Predigt zuhörte und sagte Folgendes (Meine Übersetzung aus dem Englischen), „Da sitzt ein Mann, er ist Schuhmacher und er öffnet seinen Laden auch sonntags; der Laden war letzten Sonntagmorgen offen. Er hat neun Pence eingenommen, daraus ergab sich ein Profit von vier Pence; deine Seele ist an Satan verkauft für vier Pence.“ Der Schuhmacher berichtet selbst über dieses Ereignis: „Spurgeon hat mich direkt angeschaut, als er diese Worte sprach. Dass er wusste, dass mein Laden am Sonntagmorgen offen war, hätte er vielleicht erfahren haben können. Niemand außer mir wusste aber, dass ich an dem Morgen vier Pence Profit gemacht hatte. Nur Gott hatte ihm diese Information geben können.“ Der Mann wurde gläubig und eine neue Kreatur in Christus.

Weiter berichtet Spurgeon u.a. in seiner Autobiographie, dass er von dutzenden ähnlichen Begebenheiten berichten kann, wo der Heilige Geist ihn bewegt hat, ähnliches zu tun. Z.B. zeigte er während einer Gebetsversammlung auf einen jungen Mann und sagte, „die Handschuhe, die du trägst, hast du nicht bezahlt, sie gehören deinem Arbeitgeber.“ Nach der Versammlung bekannte der junge Mann Spurgeon seine Sünde.

Das Wirken der Gabe des Wortes der Erkenntnis im Dienst Spurgeons hatte als Frucht, dass Sünde aufgedeckt wurde, Menschen Gott fürchteten und dass sich Menschen bekehrten.

(Ibid., Seite 245-249. Hier ist auch von weiterem Wirken dieser Gabe zu lesen und von den vielen erstaunlichen Wunderheilungen, die den Dienst Spurgeons begleiteten.)

Ein Beispiel aus meinem eigenen Erleben

Von Zeit zu Zeit habe ich ähnliches erlebt. Als unsere Tochter ca. 15 Monate alt war, waren wir auf einer Bootsfahrt mit Freunden in einem Motorboot auf einem dunklen Wasser in einer Lagune unterwegs. Unsere Tochter fiel vorne vom Boot ins dunkle Wasser und das Boot fuhr über sie hinweg. Wir sprangen alle ins Wasser und tauchten, um sie zu finden. Immer wieder mussten wir hochkommen und nach Luft schnappen. Schließlich, nach langer Zeit, kam sie an die Wasseroberfläche. Gott rettete sie entgegen aller Naturgesetze. Sie erlitt keinen Schaden. Ca. 7 Stunden Autofahrt entfernt lebten die Eltern meiner Frau. Während dies alles mit uns geschah, schauten sie Cricket (eine beliebte Sportart im Britischen Commonwealth) im Fernsehen. Plötzlich stand meine Schwiegermutter auf und schaltete den Fernseher aus. Sie sagte zu meinem Schwiegervater, dass etwas nicht in Ordnung sei mit meiner Familie und dass sie ernstlich beten sollten. Es war zu genau der Zeit als unsere Tochter unter Wasser war. Gott sei Dank waren sie gehorsam!

Weitere Beispiele, wie ich das Wort der Erkenntnis in meinem Leben immer wieder erfahren habe, berichte ich unten, bei den Ausführungen über die Gabe der Weissagung.

  1. Die Offenbarungsgaben
  • Die Gabe Geister zu unterscheiden

Die Gabe der Geisterunterscheidung ist auch eine der drei Offenbarungsgaben.

Unterscheidung bedeutet, einen Unterschied zu erkennen und klar zu sehen. Die Gabe Geister unterscheiden zu können, ermöglicht, die Wesen, die in der geistlichen Sphäre leben, zu erkennen und zu unterscheiden, z.B. den Herrn Jesus, Satan, Engel, Dämonen und auch manchmal den menschlichen Geist. Man kann es folgendermaßen zusammenfassen:

  • Die Gabe der Geisterunterscheidung entfernt den Schleier, der es verhindert, dass wir in die unsichtbare geistliche Welt hineinschauen können.
  • Die Gabe der Geisterunterscheidung lässt uns sehen, was Gott sieht. Es ermöglicht, dass wir ins menschliche Herz hineinschauen können.                                                        1. Samuel 16,

Aber der Herr sprach zu Samuel: Schaue nicht auf sein Aussehen, noch auf seinen hohen Wuchs, denn ich habe ihn verworfen! Denn der Herr sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht; denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz an!

  • Die Gabe der Geisterunterscheidung schützt uns vor Täuschung.                                                                2. Korinther 11,

13 Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die sich als Apostel des Christus verkleiden. 14 Und das ist nicht verwunderlich, denn der Satan selbst verkleidet sich als ein Engel des Lichts. 15 Es ist also nichts Besonderes, wenn auch seine Diener sich verkleiden als Diener der Gerechtigkeit; aber ihr Ende wird ihren Werken entsprechend sein.

  • Die Gabe der Geisterunterscheidung hilft uns, Menschen zu helfen, indem wir sehen, womit sie geistlich belastet sind.

So wie bei den Gaben des Wortes der Weisheit und Erkenntnis, erhalten wir nicht alles Wissen, sondern nur das, was notwendig ist.

Exkurs: Wir müssen die geistliche Welt verstehen, um diese Gabe verstehen zu können!

Wir sind ein Geist, haben eine Seele und leben in einem Körper.

Was sagt uns die Bibel?

1. Thessalonicher 5,

23 Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer ganzes Wesen, der Geist, die Seele und der Leib, möge untadelig bewahrt werden bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus!

Hebräer 4,

12Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens.

Maria, die Mutter Jesu, sagt in Lukas 1

46 Meine Seele erhebt den Herrn, 47und mein Geist freut sich über Gott, meinen Retter

Durch den Körper haben wir Kontakt zur unserer Welt - sehen, fühlen, berühren etc. Unsere Sinne verbinden uns mit der materiellen Welt um uns.

Die Seele, das sind unsere Gedanken, Gedächtnis etc.

Unser Geist und der Heilige Geist verbinden uns mit der geistlichen Welt, mit geistlichen Elementen wie Gebet, Hoffnung, Glaube etc.

Johannes 4,

24Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.

Die Bibel gebraucht das Wort Geist in fünf Bedeutungen:

  • Heiliger Geist
  • menschlicher Geist
  • ein göttlicher Geist bzw. Lebewesen ohne Körper
  • ein böser bzw. dämonischer Geist
  • die geistliche Sphäre oder auch himmlische Regionen genannt.

Geistliches ist in der unsichtbaren, nicht mit unseren fünf Sinnen tastbaren Welt.

Epheser 6,

12 denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen.

Was ist ein Geist?

  • Ein Lebewesen, das keinen Körper braucht, aber eventuell in einem Körper wohnt. So können böse Geister die Körper von Menschen oder Tieren bewohnen. Z.B. der Besessene in Markus 5,
  • Als er aber Jesus von ferne sah, lief er und warf sich vor ihm nieder, schrie mit lauter Stimme und sprach: Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten, was habe ich mit dir zu tun? Ich beschwöre dich bei Gott, dass du mich nicht quälst! Denn Er sprach zu ihm: Fahre aus dem Menschen aus, du unreiner Geist! Und er fragte ihn: Was ist dein Name? Und er antwortete und sprach: Legion ist mein Name; denn wir sind viele! 10 Und er bat ihn sehr, sie nicht aus dem Land zu verweisen. 11 Es war aber dort an den Bergen eine große Herde Schweine zur Weide. 12 Und die Dämonen baten ihn alle und sprachen: Schicke uns in die Schweine, damit wir in sie fahren! 13 Und sogleich erlaubte es ihnen Jesus. Und die unreinen Geister fuhren aus und fuhren in die Schweine.

Die Gabe der Geisterunterscheidung hilft uns zu unterscheiden, zwischen bösen bzw. teuflischen und göttlichen Wesen, die wir normalerweise als Menschen nicht sehen, oder voneinander unterscheiden können.

Die Gabe der Geisterunterscheidung gibt einen Einblick in die geistliche, nicht materielle und normalerweise für Menschen unsichtbare Welt. Mit dieser Gabe kann man geistliche Wesen „sehen“ und das Wirken und die Absichten dieser Wesen erkennen.

1. Chronik 21,

16 Und David erhob seine Augen und sah den Engel des Herrn zwischen Erde und Himmel stehen, und in seiner Hand ein bloßes Schwert, über Jerusalem ausgestreckt. Da fielen David und die Ältesten, in Sacktuch gehüllt, auf ihr Angesicht.

Was konnte David sehen, was menschlich nicht sichtbar ist?

  • „sah den Engel des Herrn zwischen Erde und Himmel stehen“

Daniel 10,

In jenen Tagen trauerte ich, Daniel, drei Wochen lang. Ich aß keine leckere Speise, und Fleisch und Wein kamen nicht über meine Lippen, auch salbte ich mich nicht, bis die drei Wochen um waren. Aber am vierundzwanzigsten Tag des ersten Monats befand ich mich am Ufer des großen Stromes, das ist der Hiddekel. Und ich hob meine Augen auf und schaute und siehe, da stand ein Mann, in Leinwand gekleidet und die Lenden mit Gold von Uphas umgürtet. Und sein Leib war wie ein Topas, und sein Angesicht strahlte wie der Blitz und seine Augen wie Feuerfackeln; seine Arme aber und seine Füße sahen aus wie leuchtendes Erz, und der Klang seiner Worte war wie das Tosen einer Volksmenge. Und ich, Daniel, sah die Erscheinung allein; die Männer aber, die bei mir waren, sahen die Erscheinung nicht; doch befiel sie ein so großer Schrecken, dass sie flohen und sich verbargen. Und ich blieb allein zurück und sah diese große Erscheinung. Es blieb aber keine Kraft in mir, und mein Aussehen wurde sehr schlecht, und ich behielt keine Kraft. Und ich hörte den Klang seiner Worte; als ich aber den Klang seiner Worte hörte, sank ich ohnmächtig auf mein Angesicht zur Erde nieder. 10 Und siehe, eine Hand rührte mich an, sodass ich mich zitternd auf meine Knie und Hände stützen konnte. 11 Und er sprach zu mir: Daniel, du viel geliebter Mann, achte auf die Worte, die ich jetzt zu dir rede, und nimm deine Stellung ein; denn jetzt bin ich zu dir gesandt! Als er dieses Wort zu mir redete, stand ich zitternd auf. 12 Da sprach er zu mir: Fürchte dich nicht, Daniel! Denn von dem ersten Tag an, da du dein Herz darauf gerichtet hast, zu verstehen und dich vor deinem Gott zu demütigen, sind deine Worte erhört worden, und ich bin gekommen um deiner Worte willen. 13 Aber der Fürst des Königreichs Persien hat mir 21 Tage lang widerstanden; und siehe, Michael, einer der vornehmsten Fürsten, ist mir zu Hilfe gekommen, sodass ich dort bei den Königen von Persien entbehrlich war. 14 So bin ich nun gekommen, um dir Einblick darüber zu geben, was deinem Volk am Ende der Tage begegnen wird; denn das Gesicht bezieht sich wiederum auf fernliegende Tage!

Nur Daniel waren die Augen geöffnet worden; die Männer, die bei ihm waren, konnten nicht sehen, was er sah.

Die Gabe der Geisterunterscheidung ist enger begrenzt als das Wort der Erkenntnis oder das Wort der Weisheit.

Das Wort der Weisheit und das Wort der Erkenntnis beziehen sich auf die Offenbarung über Menschen, Dinge, Orte oder Geschehnisse.

Die Gabe der Geisterunterscheidung nur auf die Unterscheidung geistlicher Wesen.

Durch die Gabe der Geisterunterscheidung kann auch das Wirken dämonischer Mächte aufgedeckt werden. Die Gabe kann unterscheiden, ob ein Mensch aus dem „Fleisch“, also als Mensch, oder aus einer dämonischen Belastung heraus, handelt.

Was ist die Gabe der Geisterunterscheidung nicht?

  • Diese Gabe ist keine natürliche Urteilsfähigkeit, kein geistliches Gedankenlesen, Gedankenübertragung oder psychologische Einblicke in das Leben eines Menschen. Sie hat auch nichts damit zu tun, Fehler bei einer Person zu sehen und diese dann zu richten.

Die Gabe der Geisterunterscheidung lässt uns erkennen, mit wem in der unsichtbaren Welt wir es zu tun haben. Als ich beim Korrigieren dieses Textes war, war ich kurz zuvor bei einer Tagung von Christ und Jurist e.V. in Neudettelsau. Dort hatte ich ein Gespräch mit einem jungen Juristen. Er fährt regelmäßig mit der Bahn und kommt gerne mit Mitreisenden ins Gespräch über Jesus. Er fing an Gott für diese Gabe zu vertrauen, sodass er sehen konnte mit welchen Geistern Mitreisende beschwert wurden, sodass er den Menschen helfen konnte. Gott hat es ihm geschenkt und setzt ihn zum Segen ein.

Beispiele für die Gabe der Geisterunterscheidung aus der Schrift:

Offenbarung 4,

Und sogleich war ich im Geist; und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß einer. Und der darauf saß, war in seinem Aussehen einem Jaspis- und einem Sardisstein gleich; und ein Regenbogen war rings um den Thron, der glich in seinem Aussehen einem Smaragd. Und rings um den Thron waren 24 Throne, und auf den Thronen sah ich 24 Älteste sitzen, die mit weißen Kleidern bekleidet waren und auf ihren Häuptern goldene Kronen hatten. Und von dem Thron gingen Blitze und Donner und Stimmen aus, und sieben Feuerfackeln brennen vor dem Thron, welche die sieben Geister Gottes sind.

Und sogleich war ich im Geist“. Johannes war durch die Gabe der Geisterunterscheidung in die geistliche Sphäre gelangt. Er konnte Dinge sehen, die normalerweise nicht menschlich sichtbar sind.

Was war die Gabe der Geisterunterscheidung hier?

  • Johannes sah und verstand, dass die „sieben Feuerfackeln brennen vor dem Thron, welche die sieben Geister Gottes sind“

Das offenbarte ihm der Heilige Geist.

Lukas 10,

17 Die Siebzig aber kehrten mit Freuden zurück und sprachen: Herr, auch die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen! 18 Da sprach er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.

Was hat diese Gabe für Jesus hier ermöglicht?

  • Er konnte in die geistliche Welt schauen und sehen was mit Satan geschah.

Apostelgeschichte 16,

16 Es geschah aber, als wir zum Gebet gingen, dass uns eine Magd begegnete, die einen Wahrsagegeist hatte und ihren Herren durch Wahrsagen großen Gewinn verschaffte. 17 Diese folgte Paulus und uns nach, schrie und sprach: Diese Männer sind Diener des höchsten Gottes, die uns den Weg des Heils verkündigen! 18 Und dies tat sie viele Tage lang. Paulus aber wurde unwillig, wandte sich um und sprach zu dem Geist: Ich gebiete dir in dem Namen Jesu Christi, von ihr auszufahren! Und er fuhr aus in derselben Stunde. 19 Als aber ihre Herren sahen, dass die Hoffnung auf ihren Gewinn entschwunden war, ergriffen sie Paulus und Silas und schleppten sie auf den Marktplatz vor die Obersten der Stadt;

Wie wirkte die Gabe der Geisterunterscheidung hier und was war ihre Frucht?

  • Obwohl die Aussagen der Wahrsagerin der Wahrheit entsprachen, konnte Paulus sehen und verstehen, dass es ein unreiner Geist war und nicht der Heilige Geist, der diese Aussagen machte. Die Magd wurde befreit von dem bösen Geist und Menschen wurden bewahrt vor der Täuschung ihrer Aussagen.

Was für eine Gabe hatte die Magd?

  • Eine Wahrsager-Gabe, nicht vom Heiligen Geist, sondern die Gabe kam von einem Dämon.

Was war die Frucht der teuflischen Gabe der Magd?

  • Sie brachte ihren Herren viel Gewinn.
  • Die Gabe beherrschte und versklavte sie. - Das tut der Heilige Geist nie!
  • Die Gabe wurde prinzipiell eingesetzt für finanziellen Gewinn -  nicht zur Ehre Gottes.

Die Betonung lag auf dem finanziellen Gewinn die, die Gabe brachte - statt Jesus und sein Reich zu verherrlichen.

Die Gabe der Geisterunterscheidung ist besonders beim Befreiungsdienst wichtig. Man kann mit dieser Gabe böse Geister erkennen, die am Werk sind.

Auch die Gabe der Erkenntnis ist für diesen Dienst wichtig, weil man mit ihr feststellen kann, ob der Mensch nur ein seelisches Problem hat, oder von einem Dämon besessen oder belastet ist. Ich kenne Psychiatrie-Pfleger, Psychologen, Psychiater und Ärzte die über ihren Patienten beten und den Herrn bitten, ihnen zu zeigen, ob es ein rein medizinisches Problem ist, ein Trauma, usw. oder ob es böse Geister sind, die in dem Patienten wirken.

Oft ist es eine Kombination von Faktoren, die den Menschen belasten. In solchen Situationen ist die Gabe der Geisterunterscheidung sehr hilfreich, um die richtige Behandlung anzustreben.

Alle drei Gaben arbeiten oft zusammen!

Ein Beispiel aus dem AT
2. Könige 6,

Und der König von Aram führte Krieg gegen Israel; und er beratschlagte sich mit seinen Knechten und sprach: Da und da soll mein Lager sein! Aber der Mann Gottes sandte zum König von Israel und ließ ihm sagen: Hüte dich, an jenem Ort vorbeizugehen; denn die Aramäer kommen dort hinab! 10 Und der König von Israel sandte hin an den Ort, den ihm der Mann Gottes genannt und vor dem er ihn gewarnt hatte, und er nahm sich dort in Acht. Dies geschah nicht bloß einmal oder zweimal. 11 Da wurde das Herz des Königs von Aram unruhig darüber, und er rief seine Knechte zu sich und sprach zu ihnen: Könnt ihr mir denn nicht sagen, wer von den Unsrigen es mit dem König von Israel hält? 12 Da sprach einer seiner Knechte: Nicht doch, mein Herr und König; sondern Elisa, der Prophet in Israel, verrät dem König von Israel alles, was du in deiner Schlafkammer redest! 13 Er sprach: So geht hin und seht, wo er ist, dass ich hinsende und ihn ergreifen lasse! Und sie meldeten es ihm und sprachen: Siehe, er ist in Dotan! 14 Da sandte er Pferde und Streitwagen und eine große Streitmacht dorthin. Und sie kamen bei Nacht und umzingelten die Stadt. 15 Als nun der Diener des Mannes Gottes am Morgen früh aufstand und hinausging, siehe, da lag um die Stadt ein Heer mit Pferden und Streitwagen. Da sprach sein Knecht zu ihm: O weh, mein Herr! Was wollen wir nun tun? 16 Er sprach: Fürchte dich nicht! Denn die, welche bei uns sind, sind zahlreicher als die, welche bei ihnen sind! 17 Und Elisa betete und sprach: Herr, öffne ihm doch die Augen, damit er sieht! Da öffnete der Herr dem Knecht die Augen, sodass er sah. Und siehe, der Berg war voll feuriger Rosse und Streitwagen rings um Elisa her. 18 Und als sie zu ihm hinkamen, bat Elisa den Herrn und sprach: Schlage doch diese Heiden mit Blindheit! Da schlug er sie mit Blindheit nach dem Wort Elisas. 19 Und Elisa sprach zu ihnen: Das ist nicht der Weg noch die Stadt; folgt mir nach, so will ich euch zu dem Mann führen, den ihr sucht! Und er führte sie nach Samaria. 20 Und es geschah, als sie nach Samaria gekommen waren, da sprach Elisa: Herr, öffne diesen die Augen, damit sie sehen! Und der Herr öffnete ihnen die Augen, sodass sie sahen. Und siehe, da waren sie mitten in Samaria. 21 Und als der König von Israel sie sah, sprach er zu Elisa: Mein Vater, soll ich sie schlagen? Soll ich sie schlagen? 22 Er sprach: Du sollst sie nicht schlagen! Würdest du die schlagen, welche du mit deinem Schwert und mit deinem Bogen gefangen nimmst? Setze ihnen Brot und Wasser vor, dass sie essen und trinken und zu ihrem Herrn ziehen! 23 Da wurde ein großes Mahl zubereitet. Und als sie gegessen und getrunken hatten, ließ er sie gehen, und sie zogen zu ihrem Herrn. Von da an kamen die Streifscharen der Aramäer nicht mehr in das Land Israel.

Wo finden wir in diesem Bericht das Wort der Erkenntnis?

  • „Elisa, der Prophet in Israel, verrät dem König von Israel alles, was du in deiner Schlafkammer redest!“

Wo finden wir in dieser Begebenheit die Gabe der Geisterunterscheidung?

  • 17 Und Elisa betete und sprach: Herr, öffne ihm doch die Augen, damit er sieht! Da öffnete der Herr dem Knecht die Augen, sodass er sah. Und siehe, der Berg war voll feuriger Rosse und Streitwagen rings um Elisa her.“

Wo finden wir in diesem Bericht das Wort der Weisheit?

  • 21 Und als der König von Israel sie sah, sprach er zu Elisa: Mein Vater, soll ich sie schlagen? Soll ich sie schlagen? 22 Er sprach: Du sollst sie nicht schlagen! Würdest du die schlagen, welche du mit deinem Schwert und mit deinem Bogen gefangen nimmst? Setze ihnen Brot und Wasser vor, dass sie essen und trinken und zu ihrem Herrn ziehen!“

Wo finden wir in diesem Bericht Wirkungen von Wunderkräften?

  • 18 Und als sie zu ihm hinkamen, bat Elisa den Herrn und sprach: Schlage doch diese Heiden mit Blindheit! Da schlug er sie mit Blindheit nach dem Wort Elisas.“

Wo finden wir in diesem Bericht die Gnadengaben der Heilungen?

  • „da sprach Elisa: Herr, öffne diesen die Augen, damit sie sehen! Und der Herr öffnete ihnen die Augen, sodass sie sahen.“

Was ist die Frucht der Gaben in diesem Bericht?

  • Von da an kamen die Streifscharen der Aramäer nicht mehr in das Land Israel.“

Ein Beispiel aus dem NT

Johannes 1,

45 Philippus findet den Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, den Sohn Josephs, von Nazareth. 46 Und Nathanael sprach zu ihm: Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh! 47 Jesus sah den Nathanael auf sich zukommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem keine Falschheit ist! 48 Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe dich Philippus rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich! 49 Nathanael antwortete und sprach zu ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! 50 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte: Ich sah dich unter dem Feigenbaum? Du wirst Größeres sehen als das! 51 Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Künftig werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen auf den Sohn des Menschen!

Wo finden wir in diesem Bericht das Wort der Erkenntnis?

  • „Ehe dich Philippus rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich!“

Wo finden wir in diesem Bericht die Gabe der Geisterunterscheidung?

  • 47 Jesus sah den Nathanael auf sich zukommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem keine Falschheit ist!“

Wo finden wir in diesem Bericht das Wort der Weissagung und der Geisterunterscheidung?

  • „Du glaubst, weil ich dir sagte: Ich sah dich unter dem Feigenbaum? Du wirst Größeres sehen als das! 51 Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Künftig werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen auf den Sohn des Menschen!“

Was ist in diesem Bericht die Frucht der Gaben?

  • „Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!“

Dieser Text beschreibt welch wunderbare Hilfe diese Gaben in der Evangelisation sind, - wie in der Bibel, so auch in der Gegenwart und in der Zukunft.

„ich sage euch: Künftig werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen auf den Sohn des Menschen!“

Das beschreibt die Gabe. Wir können sozusagen mit dieser Gabe ins Himmlische schauen. Aber nur soweit notwendig.

Wo im Neuen Testament konnten Engel gesehen werden, die niemand anderes sah?

  • Apostelgeschichte 27,

23 In dieser Nacht trat zu mir nämlich ein Engel des Gottes, dem ich angehöre und dem ich auch diene, 24 und sprach: Fürchte dich nicht, Paulus! Du musst vor den Kaiser treten; und siehe, Gott hat dir alle geschenkt, die mit dir im Schiff sind! 25 Darum seid guten Mutes, ihr Männer! Denn ich vertraue Gott, dass es so gehen wird, wie es mir gesagt worden ist. 26 Wir müssen aber auf eine Insel verschlagen werden!

Beispiele aus der Kirchengeschichte

Gregor der Große schreibt über Benedict von Nursia (480-543), der als der Vater des westlichen Mönchtums gilt, dass er die Gabe der Geisterunterscheidung besaß.

Gregor der Große schreibt, dass es in einem der Mönchsklöster einen Mönch gab, der nicht mit den anderen Mönchen zu beten pflegte und sich stattdessen mit anderen Dingen beschäftigte. Er wurde oft diesbezüglich zurechtgewiesen, aber ohne Erfolg. Da sah Benedict im Geist eine kleine schwarze Gestalt, die den Mönch, jedes Mal, wenn es Zeit zum Beten war, beim Gewand wegzog.

Ein anderes Mal priesen die Mönche einen Mönch für seine große Frömmigkeit usw. vor Benedict. Da zeigte der Heilige Geist durch diese Gabe der Geisterunterscheidung Benedikt, dass es im Herzen des gepriesenen Mönches dunkel aussah und dass er stolze Gedanken hatte. Benedict konnte die Gedanken im Herzen des Mönches durch diese Gabe wortwörtlich erkennen.

Auch die Gaben der Heilungen, des Wortes der Erkenntnis und des Wunderwirkens wirkte der Heilige Geist in Benedikt. (Miracles & manifestations of the Holy Spirit in the history of the church Jeff Doles, 2008, Walking Barefoot Ministries, Seffner, Florida. Seiten 100-107)

Franz von Assisi (1182-1226) ist der Gründer der Franziskaner. Der Heilige Geist wirkte durch die Gaben - Wort der Erkenntnis, Weissagung, die Gaben der Heilungen und die Gabe der Geisterunterscheidung - viele Wunder durch Franz von Assisi. (Ibid., Seiten111-115. Diese Seiten dokumentieren verschiedene Begebenheiten.)

George Fox (1624-1691), Gründer der Society of Friends, bekannt als die Quäker. Diese Bewegung fing in Großbritannien an, wo sie sehr einflussreich wurde. Später verbreitete sie sich auch in Nordamerika, wo sie bis heute viele Anhänger hat. Gott wirkte viele Wunder in seinem Dienst.

Über die Gabe der Geisterunterscheidung schreibt er von sich selbst: er war beim Verkünden des Wortes des Lebens in einem Raum voller Menschen. Sein Blick fiel auf eine Frau und er nahm in sich wahr, dass sie einen unreinen Geist in sich hatte.  Als er ihr das sagte, verließ sie den Raum. Er war ein Fremder in diesem Ort und kannte die Menschen nicht. Die Anwesenden bestätigten seine Wahrnehmung.

Er sagt von sich selbst, dass er die Gabe der Geisterunterscheidung habe, wodurch er den Zustand und die Verhältnisse fremder Menschen übernatürlich sehen könne. Er sah z.B., dass eine Frau, die er in einem Feld sah, von einem bösen Geist besessen war. Er konnte zu ihr gehen und ihr ihren Zustand schildern.

Ein anderes Mahl zeigte der Heilige Geist ihm, dass eine Frau eine Hure war. Er konnte es sehr klar erkennen. Diese Frau bezeugte, dass Menschen das Äußere an ihr sahen, aber dass er ihren inneren Zustand erkannte. Sie wurde befreit und wurde Christ.

(Ibid., Seite 182 & 184. Siehe auch Seite 182-186.)

Hilarion von Gaza (291 – 371), Kirchenvater und Wüstenmönch.

„Hilarion war ein Wundertäter der im Namen Jesu all das ausführte, was Jesus seinen Jüngern aufgetragen hatte...

Zu jener Zeit war er Gottes Mann für Nahost. Aufgrund einer großen Zahl von Heiligungen, Zeichen und Wundern, die durch Hilarion geschahen... Zu tausenden kamen die Menschen zu ihm, um von Dämonen Befreit und von Krankheiten befreit zu werden.“

(Berhardt Koch, Stärker als Dämonen, Aus dem Leben Hilarions von Gaza, ReformaZion Media, D-31737 Rinteln, Seite6)

Er besaß die Gabe der Geisterunterscheidung. „Hilarion vermochte aus dem Geruch von Körpern und von Kleidern wie Gegenständen, die jemand zuvor berührt hatte, zu ergründen, welche Geisteszugehörigkeit vorlag. Er konnte feststellen, welcher Dämon und welche Sünde Gewalt über den Betreffenden gewonnen hatten.“

Antonius der Große (251 – 356), Kirchenvater und Wüstenmönch.

„Stern der Wüste, Fürst des Geistes, Bezwinger von Dämonen, Vater der Einsiedler oder auch Wüstengeneral Gottes – jede dieser Bezeichnungen für Antonius gibt einen beeindruckenden Aspekt aus dem Leben dieses Gottessmannes wieder.“

(Bernhard Koch, Glaubensvater in der Wüste: Antonius Vollmächtiger & kühner Streiter Christi, 2012, ReformaZion Media, D-31737 Rinteln, Seite 9)

Er sagte zurecht: „Alles in allen, lasst uns beten, die Gnade der Unterscheidung der Geister zu empfangen, damit wir nicht, wie es in der Schrift heißt, einen jedem Geist blindlings vertrauen.“ (Ibid., Seite 235)

Den großen Wert dieser Gabe erklärte er Folgenendermaßen, „Als erstes müssen wir zu Kenntnis nehmen, dass die Dämonen nicht als böse Wesen erschaffen wurden: denn Gott hat nichts Schlechtes gemacht. Sie waren gute Geister; doch fielen sie von der himmlischen Weisheit ab und wurden auf die Erde geworfen, auf der sie sich seitdem herumtreiben. Mit ihrem trügerischen Erscheinen täuschten sie bereits die Hellenen. Auf Christen sind sie besonders neidisch und setzen alles daran, uns den Weg zum Himmel zu versperren, damit wir nicht dahin gelangen, woher sie selbst herabgestürzt sind. Aus diesem Grund müssen wir im eifrigen Gebet der Geistlichen Kampführung stehen, von der Zähmung des Körpers unterstützt, damit wir durch den Heiligen Geist die Gabe der Unterscheidung der Geister erlangen und erkennen, was es mit den einzelnen Dämonen für eine Bewandtnis hat. Denn wir sollen sehen, welcher von ihnen böse ist und welcher noch böser, und mit welcher Aufgabe sich jeder von ihnen besonders eifrig beschäftigt. Die Gabe der Geisterunterscheidung zeigt uns aber auch, wie jeder von ihnen verscheucht und vertrieben werden kann. Vielfältig sind ihre Täuschungen und ihre lauernden Bewegungen.

Der Apostel Paulus und seine Nachfolger wussten von den Falschheiten der Dämonen; denn er schrieb: „Wir kennen ihre Gedanken sehr gut.“ In der Versuchung müssen wir uns gegenseitig aufrichten und einander über die Dämonen aufklären. Ich spreche zu euch als einer, der gewisse Erfahrung mit den bösen Geistern und ihrem Wirken hat, wie zu meinen Kindern.“ (Ibid., Seite 218 – 219)

Über Antonius wird geschrieben, „Aufgrund seiner Gabe, die Geister zu unterscheiden, erkannte Antonius die inneren Bewegründe eines jeden genau. Er bemerkte die im Menschen vorherrschende Richtung und verstand trefflich, Eifer und Drang eines jeden Dämons zu erfassen, und wurde inne, worauf diese aus waren. Sie konnten ihn nicht zum Narren halten. Um den Menschen zu helfen, richtete er seine Vorgehensweise nach dem, was er durch den Geist Gottes in ihnen sah. Er gab denen Trost, die ihn bedurften und Ermunterung jenen, die ermuntert werden mussten. Die aber, die von Dämonen durch Gedankenzweifel gepeinigt wurden, unterwies er, wie sie deren Nachstellungen entweichen und ihre Plagen unwirksam machen konnten. Auch offenbarte er ihnen, wie deren Schwächen aufgedeckt und die List der Besessenheit wirkenden Geister erkannt werden kann. Von Antonius gesalbt und voll guten Mutes gegen die gerissen Anschläge des Teufels und seiner Dämonen, kehrten alle wieder heim.“ (Ibid., Seite 184)

„Eines Tages als Antonius auf seinem Berg im Kreise vieler Mönche saß und sich mit diesen unterhielt, hob er seine Augen zum Himmel auf und sah einen Reigen von Engeln. Voller Freude schwebten sie herab und wollten eine Seele in Empfang nehmen, die von der Erde abberufen worden war und zu ihnen emporstieg. Als Antonius dies sah, wunderte er sich und pries diese Schar der Engel glücklich.  Gerne wollte er erfahren, was dies bedeutete. Noch als er darüber nachdachte, hörte er eine Stimme die zu ihm sagte, „die Seele, die zum Himmel fährt, ist die des Mönches Ammon aus Nitra.“ – Die Entfernung von Nitria in Unterägypten, wo sich Ammon eine Mönchgemeinschaft gebildet hatte, bis zum Berg Kolzim, auf dem Antonius verweilte, beträgt dreizehn Tagesreisen.

„Als die Glaubensbrüder des Antonius dessen Verwunderung wahrnahmen, wollten sie natürlich den Grund dafür erfahren. Hierauf teilte er ihnen mit, dass Ammon soeben gestorben und zu den ewigen Freuden eingegangen sei. Ammon war ihnen gut bekannt, denn auch er hatte sich oft bei Antonius eingefunden und es waren durch ihn viele Zeichen und Wunder geschehen.

Die Mönche, denen Antonius vom Tode Ammons und von dessen Himmelfahrt gesagt hatte, merkten sich den Zeitpunkt der prophetischen Schau des Mannes Gottes. Als dreißig Tage später Brüder von Nitria zum Berg Kolzim heraufkamen, erkundigten sich Antonius Gefährten, wann Ammon gestorben sei.  Sie erfuhren, dieser war an jenem Tage und zur selben Stunde entschlafen, als der Prophet dessen Seele in den Himmel hatte emporschweben sehen.“ (Ibid., Seite 119 – 120)

Smith Wiggelsworth Britischer Erweckungsprediger (1859 – 1947): Er konnte durch diese Gabe sehen was andere nicht sehen konnten. „Ich kam in Göteborg in Schweden an. Man bat mich eine Versammlung zu halten. Während die Versammlung in vollen Gange war, fiel ein Mann auf dem Boden, und der böse Geist versuchte ihn herunter zu ziehen. Ich lief zu der Tür, erfasste den Mann und gebot: „Komm heraus, Satan! Im Namen Jesu sei als böser Geist ausgetrieben!“ Dann gebot ich dem Mann im Namen Jesu aufzustehen und zu gehen.“

(Stanley H. Frodham, Smith Wiggelsworth, Apostel des Glaubens, deutsche Übersetzung, 13 Auflage 2011, Asaph Verlag, Lüdenscheid, Seite 171):

Über die Jahre habe ich vereinzelt Personen getroffen, die diese Gabe besaßen. Sie waren nicht immer glücklich über ihre Gabe, weil sie manchmal belastend für sie war. Sie gehen in einen Raum oder sehen Menschen und können Verborgenes und Geistliches sehen oder wahrnehmen, dass niemand anderes sieht. Das bringt eine große Verantwortung mit sich, korrekt mit diesem Wissen umzugehen, aber ist auch ein großer Segen, u.a. beim Befreiungsdienst.

Die Geistesgaben

Teil 3 zu diesem Thema

Die Kraftgaben

1. Die Kraftgaben

- die Gabe des Glaubens

2. Die Kraftgaben

- die Gabe der Wunderwirkung

3. Die Kraftgaben

- die Gabe der Heilungen

Bis jetzt haben wir uns mit den drei Offenbarungsgaben befasst. Nun beschäftigen wir uns mit den Kraftgaben. Auf Englisch, ‚the power gifts’.

Die Kraftgaben sind

  • die Gabe des Glaubens
  • die Gabe der Wunderwirkung
  • die Gabe der Heilungen

Sie sind, wie die anderen Gaben, übernatürliche, vom Heiligen Geist gegebene Gaben.

1. Die Kraftgaben

- die Gabe des Glaubens

Die Gabe des Glaubens ist eine der drei Kraftgaben. Die Kraftgaben sind sich ähnlich und arbeiten eng zusammen.

Hoffnung erwartet, Liebe gibt, der Glaube empfängt!

Der Glaube empfängt!

Glaube ist das Vertrauen, dass Gott das tun wird, was er verheißen hat.

Glaube ist die Überzeugung, dass Gottes Wort wahr ist, auch wenn es der Vernunft oder den Gefühlen entgegensteht.

Gott hat jedem Menschen das Maß des Glaubens zugeteilt.

Die vom Heiligen Geist gegebene Gabe des Glaubens geht aber darüber hinaus.

Die Gabe des Glaubens befähigt den Gläubigen, ein Wunder durch die Kraft Gottes zu empfangen. Sie ist ein kreativer Glaube, der Dinge ins Leben ruft, die noch nicht vorhanden sind. Diese Gabe ist eine übernatürliche Manifestation göttlichen Glaubens, der unserem Glauben hinzugefügt wird. Um die Gabe verstehen zu können, ist es wichtig zu beachten, dass es verschiedene Arten des Glaubens gibt.

Arten des Glaubens

  1. Der natürliche, menschliche Glaube

Das ist der Glaube oder das Vertrauen, das aus der Erfahrung, dem Verstand oder den Gefühlen resultiert. Einen solchen Glauben hast du, wenn du dich auf einen Stuhl setzt. Du gehst davon aus, dass er dich trägt, weil er dazu gebaut wurde.

  1. Der verdorbene Glaube

Das ist der Glaube an eine Lüge Satans, die er dem Wort Gottes gegenübergestellt hat. Eva und Adam verfielen diesem Glauben im Garten Eden, als sie der Lüge Satans - „Ihr werdet gewiss nicht sterben ...” -  glaubten.

  1. Der biblische Glaube

Das ist der Glaube an die Zuverlässigkeit von Gottes Wort. Dieser Glaube kommt vom Hören des Wortes Gottes.

Römer 10,                                                                                                                    

    17 Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort.

  1. Der rettende Glaube

Das ist eine Form des biblischen Glaubens, der der Botschaft von der Erlösung durch Jesu Tod und Auferstehung vertraut. Dieser Glaube führt zur Rettung.

Epheser 2,                                                                                                                                   

        8 Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es;

  1. Der allgemeine Glaube

Das ist eine Form des biblischen Glaubens, der auf die Zuverlässigkeit der Verheißungen und der Warnungen aus Gottes Wort vertraut. Dieser Glaube kann durch das Lesen und Studieren der Schrift wachsen.                                    

 2. Korinther 10,                                    

 15dabei rühmen wir uns nicht ins Maßlose mit fremden Arbeitsleistungen, haben vielmehr die Hoffnung, wenn euer Glaube wächst, unter euch entsprechend unserem Wirkungskreis groß gemacht zu werden bis zum Übermaß

Aller Glaube ist ein Geschenk Gottes! Die Gabe des Glaubens ist ein übernatürliches Senfkorn des Glaubens, das uns vom Heiligen Geist gegeben wird. Dieser von Gott gegebene Glaube übertrifft unseren eigenen Glauben und macht es möglich, Wunder zu erwarten und sie tatsächlich zu erfahren.

Wir lesen in Matthäus 17,

15Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Berg sprechen: Hebe dich weg von hier dorthin, und er würde sich hinwegheben; und nichts würde euch unmöglich sein.

In der Begebenheit vom verfluchten Feigenbaum können wir etwas von einem übernatürlichen, vom Heiligen Geist geschenkten Glauben erfahren.

Davon lesen wir in Markus 11,

20 Und als sie am Morgen vorbeikamen, sahen sie, dass der Feigenbaum von den Wurzeln an verdorrt war. 21 Und Petrus erinnerte sich und sprach zu ihm: Rabbi, siehe, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt! 22 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott! 23 Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn jemand zu diesem Berg spricht: Hebe dich und wirf dich ins Meer!, und in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass das, was er sagt, geschieht, so wird ihm zuteilwerden, was immer er sagt. 24 Darum sage ich euch: Alles, was ihr auch immer im Gebet erbittet, glaubt, dass ihr es empfangt, so wird es euch zuteilwerden!

Markus 11, 22 wird meistens übersetzt:                                                                                                                                          „Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott!“ Im Griechischen steht da aber, habt den Glauben von Gott, oder Gottes Glauben. echō  pistis theo. Auf Englisch “have the God kind of faith.“

Complete Jewish Bible (CJB)

22 He responded, “Have the kind of trust that comes from God!”

Wycliffe Bible (WYC)

22 And Jesus answered and said to them, Have ye the faith of God;

Mir gefällt die Ludwig Albrecht-Übersetzung, die sagt, „Habt Glauben von Gott gewirkt!“

Da ist ein großer Unterschied zwischen, habt Glauben in/an Gott und habt den Glauben von Gott oder den Glauben Gottes oder Glauben von Gott gewirkt. Das eine ist unser menschlicher Glaube in/an Gott und das andere ist ein von Gott geschenkter übernatürlicher Glaube, der nicht menschlich erklärbar ist. Es ist als ob wir den gleichen Glauben vom Heiligen Geist empfangen, den Jesus uns hier zeigt, bezüglich des Feigenbaumes. Ich kenne keinen Menschen, der aus eigenem menschlichen Glauben Berge versetzten könnte. Wenn der Heilige Geist uns in einer spezifischen Situation diese Gabe schenkt, können wir wahrhaftig Berge versetzen! Ein Senfkorn von Gottes Glauben ist ausreichend. Es ist nicht die Quantität des Glaubens, sondern die Qualität des Glaubens, die zählt. Wenn das Wirken der Gabe des Glaubens vorbei ist, leben wir wieder ganz normal in unserem christlichen Glauben. Die Gabe des Glaubens wirkt in Gottes Zeit für eine spezifische Not.

Ich stimme ganz mit Smith Wigglesworth überein, wenn er sich wie folgt äußert:

„Es ist wichtig zu wissen, dass wir aus uns selbst nichts tun können. Doch dürfen wir wissen, dass wir bekleidet sind mit der Kraft Gottes, sodass wir im gewissen Sinn nicht in natürlichen Menschen sind. Wenn wir in dieser Kraft vorangehen, werden Dinge geschehen, wie sie in den Tagen der Jünger geschehen sind.“ (Smith Wigglesworth, Biblische Verheißungen für die Salbung des Geistes, 2017, Asaph Verlag, Fontis Media, GmbH, Seite 17.)

Beispiele von der Gabe des Glaubens in der Kirchengeschichte

Die oben beschriebene Begebenheit von Bonifatius und der Donar-Eiche ist ein gutes Beispiel von übernatürlichem Glauben. Bonifatius brauchte diesen Glauben, um Gott vertrauen zu können und das zu tun, was er tat.

Drei Begebenheiten und weise Worte die Smith Wiggelsworth, Britischer Erweckungsprediger (1859 – 1947), erzählt, beschreibt die Gabe des Glaubens gut: „Ich wurde zu einer Frau geführt, welche im Sterben lag und sagte zu ihr: „Wie steht es mit ihnen?“ Sie antwortete: „Ich habe Glauben, ich glaube.“ Ich sagte: „Sie wissen, dass sie keinen Glauben haben; Sie wissen das sie sterben. Es ist kein Glaube, den sie haben, es sind leere Worte.“ Es gibt einen Unterschied zwischen leeren Worten und Glauben. Ich sah das sie in den Händen des Teufels war. Es gab keine Lebensmöglichkeit bis er aus der Wohnung vertrieben war. Ich hasse den Teufel. Ich nahm von der Frau Besitz und rief: „Komm heraus du Teufel des Todes! Ich gebiete dir in Namen Jesu herauszukommen.“ In einer Minute stand sie siegreich auf den Füßen.

Aber ich möchte zurück kommen auf den Fall von Bruder Mitchell. Ich eilte herab zu seinem Haus. Als ich in die Nähe kam, hörte ich fürchterliche Schreie. Ich wusste, es war etwas geschehen. Ich ging auf der Treppe an Frau Mitchell vorbei und fragte: „Was ist los?“ Sie antwortete: „Er ist tot!“ Ich ging einfach vorüber an ihr in das Zimmer, und sofort sah ich, das Mitchell tot war. Ich konnte es nicht verstehen, aber ich begann zu beten. Meine Frau hatte immer Angst, dass ich zu weit gehen würde. Sie ergriff mich und sagte: „Tue das nicht Vater. Siehst du nicht, dass er tot ist.“ Ich betete weiter. Meine Frau schrie laut: „Tue das nicht Vater. Siehst du nicht, dass er tot ist.“  Aber ich betete weiter. Ich ging so weit, wie ich mit meinem eigenen Glauben kommen konnte und ergriff Gott. Oh, es war solch ein Ergreifen, dass ich alles glauben konnte. Der Glaube des Herrn Jesus ergriff mich und kam in mein Herz. Ich rief: „Er lebt, er lebt!“ Und er lebt heute noch.

Es gibt einen Unterschied zwischen unseren Glauben und den Glauben des Herrn Jesus. Der Glaube des Herrn Jesus ist notwendig. Wir müssen den Glauben von Zeit zu Zeit ändern. Euer Glaube kann an die Stelle gelangen, wo er schwankt. Der Glaube Christi schwankt nie. Wenn du diesen Glauben hast, ist die Sache getan. Wenn du diesen Glauben hast, wirst du niemals die Dinge so sehen, wie sie sind, sondern du wirst sehen, wie die Dinge der Natur den Dingen des Geistes Platz machen und das Zeitliche vom Ewigen verschluckt wird...

Neulich war ich in San Francisco. Ich saß in der Straßenbahn und sah einen Jungen in großen Schmerz auf der Straße. Ich sagte: „Lassen sie mich austeigen.“ Ich stürzte, dorthin wo der Junge war. Er hatte schmerzen durch Magenkrampf. In Namen Jesu legte ich meine Hände auf seinen Magen. Der Junge sprang hoch und schaute staunend auf mich. Er war vollkommen frei. Die Gabe des Glaubens wagte es trotz allem. Wenn wir im Geist sind, wird der Geist Gottes diese Gabe überall und zu jeder Zeit wirken lassen. Wenn der Geist Gottes durch diese Gabe in einen Menschen wirkt, bringt er ihn zur Erkenntnis dessen, was Gott tun wird.

Als der Mann mit der verkrüpelten Hand in der Synagoge war, brachte Jesus alle Leute dazu, das zu sehen, was geschehen würde. Die Gabe des Glaubens kennt immer die Ergebnisse. Er sagte zu dem Mann: „Strecke deine Hand aus.“ Sein Wort hatte schöpferische Kraft. Er lebte nicht auf der Linie der Spekulation. Er sprach und es geschah etwas. Er sprach am Anfang, und die Welt entstand. Er spricht heute, und diese Dinge müssen geschehen...“

(Stanley H. Frodham, Smith Wiggelsworth, Apostel des Glaubens, deutsche Übersetzung, 13 Auflage 2011, Asaph Verlag, Lüdenscheid, Seite 159 – 161)

Die Gabe arbeitet eng zusammen mit der Gabe der Wunderwirkung. S.u. für weitere Beispiele.

2. Die Kraftgaben

- die Gabe der Wunderwirkung

Die Gabe der Wunderwirkung ist ebenfalls eine der drei Kraftgaben.

Ein Wunder ist ein übernatürliches Einschreiten in die Naturgesetze. Es ist eine zeitweilige Aufhebung der gewohnten Ordnung durch den Heiligen Geist.

Wenn jemand eine Ohrentzündung hat, kann man z.B. für Genesung oder Heilung beten, wenn aber Teile des Innenohrs chirurgisch entfernt wurde, kann es nur ein Wunder wiederherstellen.

Der Heilige Geist und unser Verstand sind Partner, wenn sich der Verstand an das lenken des Geistes hält. Der Verstand darf dabei nicht auf dem Thron sitzen, Du musst dem Heiligen Geist die Freiheit geben, auch über deinen Verstand Wirken zu können. Wichtig ist ein kindlicher Glaube.

Sprüche 3,

Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen - und verlass dich nicht auf deinen Verstand;

Bei der Gabe der Wunderwirkung ist es eigentlich die Kraft Gottes, die wirkt und sichtbar wird. Das Wunder wird durch den Gläubigen gewirkt, dem hierfür ein besonderer Anteil der Kraft Gottes übertragen ist.

Beispiele für Wunderwirkungen in der Bibel

2. Könige 2,

Da nahm Elia seinen Mantel und wickelte ihn zusammen und schlug damit das Wasser; das teilte sich nach beiden Seiten, sodass sie beide auf dem Trockenen hindurchgingen.

2. Könige 2,

13 und er hob den Mantel des Elia auf, der von diesem herabgefallen war, und kehrte um und trat an das Ufer des Jordan. 14 Und er nahm den Mantel des Elia, der von ihm herabgefallen war, und schlug damit das Wasser und sprach: Wo ist der Herr, der Gott des Elia? Und als er so das Wasser schlug, teilte es sich nach beiden Seiten, und Elisa ging hindurch.

2. Könige 6,

18 Und als sie zu ihm hinkamen, bat Elisa den Herrn und sprach: Schlage doch diese Heiden mit Blindheit! Da schlug er sie mit Blindheit nach dem Wort Elisas.

Die Wunder dieser Welt sind Dinge der Natur oder der Welt, die wir ihrer Schönheit oder Besonderheit wegen als „Wunder“ bezeichnen. Ein neugeborenes Baby wird oft als ein „Wunder“ angesehen. Ebenso eine schöne Blume oder etwas Anderes. Diese Dinge sind aber keine Wunder im eigentlichen Sinne, da sie auf natürlichen Gesetzen beruhen.

Die Gabe des Glaubens befähigt uns ein Wunder Gottes erwarten zu können.

Sie ist rein passiv.

Die Gabe der Wunderwirkung wirkt in der Kraft Gottes ein Wunder.

Sie ist aktiv.

Wunder werden durch Glauben freigesetzt.

Häufig wirkt die Gabe der Wunderwirkung auch mit den Offenbarungsgaben zusammen.

Ein Gläubiger weiß dann, was er in einer Situation zu tun hat und handelt in der Kraft Gottes z.B. Jesus bei der Hochzeit zu Kana – Verwandlung des Wassers zu Wein.

In folgender Begebenheit sehen wir, wie diese beiden Gaben zusammen wirken.

1. Könige 17,

1Und Elia, der Tisbiter, von den Einwohnern Gileads, sprach zu Ahab: So wahr der Herr lebt, der Gott Israels, vor dessen Angesicht ich stehe, es soll in diesen Jahren weder Tau noch Regen fallen, es sei denn, dass ich es sage! Und das Wort des Herrn erging an ihn folgendermaßen: Geh fort von hier und wende dich nach Osten und verbirg dich am Bach Krit, der östlich vom Jordan fließt! Und du sollst aus dem Bach trinken, und ich habe den Raben geboten, dass sie dich dort versorgen! Da ging er hin und handelte nach dem Wort des Herrn; er ging und blieb am Bach Krit, der östlich vom Jordan fließt. Und die Raben brachten ihm Brot und Fleisch am Morgen und Brot und Fleisch am Abend, und er trank aus dem Bach. Es geschah aber nach einiger Zeit, dass der Bach vertrocknete; denn es war kein Regen im Land. Da erging das Wort des Herrn an ihn folgendermaßen: Mache dich auf und geh nach Zarpat, das bei Zidon liegt, und bleibe dort; siehe, ich habe dort einer Witwe geboten, dass sie dich mit Nahrung versorgt! 10 Und er machte sich auf und ging nach Zarpat. Und als er an das Stadttor kam, siehe, da war eine Witwe dort, die Holz sammelte. Und er rief ihr zu und sprach: Hole mir doch ein wenig Wasser im Gefäß, damit ich trinken kann! 11 Als sie nun hinging, um es zu holen, rief er ihr nach und sprach: Bringe mir doch auch einen Bissen Brot mit! 12 Sie aber sprach: So wahr der Herr, dein Gott, lebt, ich habe nichts Gebackenes, sondern nur eine Handvoll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug! Und siehe, ich habe ein paar Holzstücke gesammelt und gehe hin und will mir und meinem Sohn etwas zubereiten, damit wir es essen und danach sterben! 13 Elia sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Geh hin und mache es, wie du gesagt hast; doch bereite mir davon zuerst einen kleinen Brotfladen und bring ihn mir heraus; dir aber und deinem Sohn sollst du danach etwas machen. 14 Denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Der Mehltopf soll nicht leer werden und das Öl im Krug nicht weniger werden bis zu dem Tag, da der Herr es auf den Erdboden regnen lassen wird! 15 Und sie ging hin und machte es so, wie Elia gesagt hatte. Und er aß und sie auch samt ihrem Haus viele Tage lang. 16 Der Mehltopf wurde nicht leer, und das Öl im Krug wurde nicht weniger, nach dem Wort des Herrn, das er durch Elia geredet hatte. 17 Aber nach diesen Ereignissen wurde der Sohn der Frau, der Hauswirtin, krank, und seine Krankheit wurde so schwer, dass kein Lebensodem mehr in ihm blieb. 18 Und sie sprach zu Elia: Du Mann Gottes, was habe ich mit dir zu tun? Du bist zu mir hergekommen, damit an meine Schuld gedacht werde und mein Sohn sterbe! 19 Er sprach zu ihr: Gib mir deinen Sohn her! Und er nahm ihn von ihrem Schoß und trug ihn hinauf in das Obergemach, wo er wohnte, und legte ihn auf sein Bett. 20 Und er rief den Herrn an und sprach: Herr, mein Gott, hast du auch über die Witwe, bei der ich zu Gast bin, so Schlimmes gebracht, dass du ihren Sohn sterben lässt? 21 Und er streckte sich dreimal über das Kind aus und rief zu dem Herrn und sprach: Herr, mein Gott, lass doch die Seele dieses Kindes wieder in es zurückkehren! 22 Und der Herr erhörte die Stimme des Elia. Und die Seele des Kindes kam wieder in dasselbe, und es wurde lebendig.23 Und Elia nahm das Kind und brachte es von dem Obergemach ins Haus hinab und übergab es seiner Mutter und sprach: Siehe, dein Sohn lebt! 24 Da sprach die Frau zu Elia: Nun erkenne ich, dass du ein Mann Gottes bist und dass das Wort des Herrn in deinem Mund Wahrheit ist!

Wo ist die Gabe des Glaubens in dieser Begebenheit zu finden?

  • Im Glauben und Gehorsam tat zunächst Elia genau das, was Gott ihm befohlen hat; und dann tat auch die Witwe das, was Gott ihr durch Elia befohlen hat - auch wenn es für sie nicht sinnvoll erschien.
  • In den Worten Elia zu Ahab,... „Und Elia, der Tisbiter, von den Einwohnern Gileads, sprach zu Ahab: So wahr der Herr lebt, der Gott Israels, vor dessen Angesicht ich stehe, es soll in diesen Jahren weder Tau noch Regen fallen, es sei denn, dass ich es sage“
  • Im Glauben nahm Elia den Jungen, legte sich auf ihn und betete, in vollem Vertrauen auf Gott.

Wo ist die Gabe des Wunderwirkens in diesem Text zu finden?

  • Durch Elia geschahen Dinge, die menschlich nicht erklärbar sind z.B. auf sein Wort blieb der Regen aus und ein toter Junge wird lebendig.

Was war die Frucht dieser Gaben?

  • 24 Da sprach die Frau zu Elia: Nun erkenne ich, dass du ein Mann Gottes bist und dass das Wort des Herrn in deinem Mund Wahrheit ist!“

Ein Beispiel aus dem NT, wo die Gabe des Glaubens und die Gabe des Wunderwirkens zusammen wirken

Johannes 6,

Da nun Jesus die Augen erhob und sah, dass eine große Volksmenge zu ihm kam, sprach er zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, damit diese essen können? (Das sagte er aber, um ihn auf die Probe zu stellen, denn er selbst wusste wohl, was er tun wollte.) Philippus antwortete ihm: Für 200 Denare Brot reicht nicht aus für sie, dass jeder von ihnen auch nur ein wenig bekommt! Da sprach einer von seinen Jüngern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, zu ihm: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele? 10 Jesus aber sprach: Lasst die Leute sich setzen! Es war nämlich viel Gras an dem Ort. Da setzten sich die Männer; es waren etwa 5 000. 11 Und Jesus nahm die Brote, sagte Dank und teilte sie den Jüngern aus, die Jünger aber denen, die sich gesetzt hatten; ebenso auch von den Fischen, so viel sie wollten. 12 Und als sie gesättigt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brocken, damit nichts verdirbt! 13 Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die denen übrig geblieben waren, welche gegessen hatten. 14 Als nun die Leute das Zeichen sahen, das Jesus getan hatte, sprachen sie: Das ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll!

Wo ist die Gabe des Glaubens in diesem Text zu finden?

  • 10 Jesus aber sprach: Lasst die Leute sich setzen! Es war nämlich viel Gras an dem Ort. Da setzten sich die Männer; es waren etwa 5 000. 11 Und Jesus nahm die Brote, sagte Dank und teilte sie den Jüngern aus, die Jünger aber denen, die sich gesetzt hatten; ebenso auch von den Fischen, so viel sie wollten.“

Wo ist die Gabe des Wunderwirkens in diesem Text zu finden?

  • Alle wurden gesättigt und es blieb viel übrig.

Was war die Frucht dieser Gaben?

  • 14 Als nun die Leute das Zeichen sahen, das Jesus getan hatte, sprachen sie: Das ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll!“

Ein weiteres Beispiel für die Gabe des Wunderwirkens im AT

2. Könige 6,

1Und die Prophetensöhne sprachen zu Elisa: Sieh doch, der Ort, wo wir vor dir wohnen, ist uns zu eng! Wir wollen doch an den Jordan gehen und dort jeder einen Balken holen, damit wir uns dort eine Niederlassung bauen. Und er sprach: Geht hin! Es sprach aber einer: Tu uns doch den Gefallen und komm mit deinen Knechten! Und er sprach: Ich will mitkommen! Und er ging mit ihnen. Als sie nun an den Jordan kamen, schnitten sie Holz. Und es geschah, als einer einen Stamm fällte, da fiel das Eisen ins Wasser. Da schrie er und sprach: O weh, mein Herr! Und es ist noch dazu entliehen! Aber der Mann Gottes sprach: Wohin ist es gefallen? Und als er ihm die Stelle zeigte, schnitt er ein Holz ab und warf es dort hinein. Da brachte er das Eisen zum Schwimmen. Und er sprach: Hole es dir heraus! Da streckte er seine Hand aus und nahm es.

Der Jordan ist braun und matschig, die Axt wäre im Schlamm verschwunden. Dieses Wunder geht gegen alle Gesetze der Natur.

Ein weiteres Beispiel für die Gabe des Wunderwirkens im NT

Apostelgeschichte 13,

Doch Elymas, der Zauberer (denn so wird sein Name übersetzt), leistete ihnen Widerstand und suchte den Statthalter vom Glauben abzuhalten. Saulus aber, der auch Paulus heißt, voll Heiligen Geistes, blickte ihn fest an 10 und sprach: O du Sohn des Teufels, voll von aller List und aller Bosheit, du Feind aller Gerechtigkeit, wirst du nicht aufhören, die geraden Wege des Herrn zu verkehren? 11 Und nun siehe, die Hand des Herrn kommt über dich, und du wirst eine Zeit lang blind sein und die Sonne nicht sehen! Augenblicklich aber fiel Dunkel und Finsternis auf ihn, und er tappte umher und suchte Leute, die ihn führen könnten. 12 Als nun der Statthalter sah, was geschehen war, wurde er gläubig, betroffen von der Lehre des Herrn.

Was war die Frucht des Wunders hier?

  • 12 Als nun der Statthalter sah, was geschehen war, wurde er gläubig, betroffen von der Lehre des Herrn.“

Was grundsätzlich für die Gabenzuteilung gilt, gilt auch bzgl. der Gabe des Wunderwirkens:

Paulus schreibt in 1. Korinther 12, 27-31 (Neue Genfer Übersetzung),

27 ´Das alles gilt nun auch im Hinblick auf euch, denn ihr seid der Leib Christi, und jeder Einzelne von euch ist ein Teil dieses Leibes. 28 Gott hat in der Gemeinde allen eine bestimmte Aufgabe zugewiesen. An erster Stelle sind die Apostel zu nennen, an zweiter die Propheten, an dritter die Lehrer. Weiter gibt es die, die dazu befähigt sind, Wunder zu tun, oder denen die Gabe des Heilens geschenkt ist oder die imstande sind, praktische Hilfe zu leisten oder Leitungsaufgaben zu übernehmen, oder die in Sprachen reden können, die von Gott eingegeben sind. 29 Sind etwa alle Apostel? Sind alle Propheten? Sind alle Lehrer? Natürlich nicht! Es sind auch nicht alle dazu befähigt, Wunder zu tun; 30 nicht alle haben die Gabe des Heilens; nicht alle können in einer von Gott eingegebenen Sprache reden oder das Gesagte in verständlichen Worten wiedergeben. 31 Allerdings ist der Nutzen für die Gemeinde nicht bei allen Gaben gleich groß. Bemüht euch um die Gaben, die der Gemeinde am meisten nützen!

Die Gabe der Wunderwirkungen in der Kirchengeschichte

Bernhard von Clairvaux (1090-1153), Abt des Klosters Clairvaux, anerkannt als Reformator der Zisterzienser-Regeln, ein Mann durch den Gott viele Wunder tat.

Er erklärt es etwa so:

Wunder geschehen nicht wegen der Heiligkeit einer Person, sondern zur Rettung vieler Menschen. Gott schenkt der Heiligkeit der Person, durch die er wirkt, nicht so viel Beachtung. Aber es ist hilfreich, wenn diejenigen, die das Wunder empfangen sollen, in dem Menschen, durch den Gott das Wunder wirken will, die Heiligkeit sehen.

Wunder werden in der Tat nicht für die, durch die sie geschehen, gewirkt, sondern für die, die die Wunder sehen und davon hören. Der HERR wirkt diese Wunder, nicht um zu zeigen, dass die Person, durch die sie geschehen, heiliger ist als andere, sondern weil er dadurch andere anspornt, mit größerer Liebe und Eifer nach Heiligkeit zu streben.

Dass Wunder geschehen, hat etwas zu tun mit der Meinung, die Menschen von mir haben, und dem Glauben, der daraus erwächst. Dass Wunder geschehen, ist nicht abhängig von meiner eigenen Heiligkeit. Wunder geschehen nicht zu meiner Ehre, sondern zum Nutzen anderer. (Miracles & manifestations of the Holy Spirit in the history of the church, Jeff Doles, 2008, Walking Barefoot Ministries, Seffner, Florida. Seite 109 – 110)

  • Erklärung zu Bernhard von Clairvauxs Aussage

Ich finde diese Aussage hilfreich. Er sagt, dass die Wunder, die Gott durch ihn wirkte, etwas zu tun hatten mit den Erwartungen, die Menschen aufgrund ihrer Erfahrungen mit ihm hatten, oder mit seinem Ruf. Der Abt erklärt hier etwas, was ich so auch in Versammlungen, Videos und Büchern von manchen anderen Gottesmännern/-frauen gehört habe. Gott salbt eine Person, durch die das Wunder geschehen soll und zugleich ist der Glaube in der Person, durch die das Wunder geschieht, ein wichtiges Element.

In anderen Worten, wenn Menschen sehen, wie Gott jemanden gebraucht, um Wunder zu tun bzw. wenn sie den, durch den das Wunder geschieht, als von Gott Gesalbten sehen, dann wird ihr Glaube (der Glaube in der Person, für die das Wunder geschehen soll) dahingehend gestärkt, dass sie auch für sich Wunder erwarten.

  • Ein Beispiel aus der jüngeren Geschichte ist der deutsche Evangelist Hermann Zaiss. Er hatte die Gabe des Heilens. Menschen erfuhren, dass in seinem Dienst Wunderheilungen geschahen. Sie konnten es selbst miterleben. Das stärkte ihren Glauben, dass Gott auch für sie persönlich solche Wunder durch ihn tun würde. (Lahme tanzten unter der Kanzel, Zeichen und Wunder in den Gottesdiensten von Hermann Zaiss, Peter Schneider, 2010, Asaph Verlag, Lüdenscheid)
  • Was wir in der Kirchengeschichte und auch in der jüngeren Geschichte sehen können, wird so auch im Neuen Testament beschrieben.  Dieses Prinzip wird noch viel deutlicher illustriert, wenn auch in der Negativform - im Dienst Jesu in

Matthäus 13,

54 Und als er in seine Vaterstadt kam, lehrte er sie in ihrer Synagoge, sodass sie staunten und sprachen: Woher hat dieser solche Weisheit und solche Wunderkräfte? 55 Ist dieser nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria, und seine Brüder heißen Jakobus und Joses und Simon und Judas? 56 Und sind nicht seine Schwestern alle bei uns? Woher hat dieser denn das alles? 57 Und sie nahmen Anstoß an ihm. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nirgends verachtet außer in seinem Vaterland und in seinem Haus!

58 Und er tat dort nicht viele Wunder um ihres Unglaubens willen.

Hier wird deutlich, dass nur wenige Wunder geschehen konnten, weil die Menschen, die Jesus zuhörten, nur wenig Glauben in ihn als Sohn Gottes hatten. Hier wird deutlich, dass nur wenige Wunder geschehen konnten, weil die Menschen, die Jesus zuhörten, nicht glaubten, dass Gott ihnen ausgerechnet durch Jesus ein Wunder schenken würde.

John Wesley (1703-1791) (vgl. Prínciples of a Methodist, Volume 8) schreibt, dass Gott es sich nicht nehmen lässt, Wunder aller Arten in jedem Zeitalter zu tun, solange sich die Erde dreht. Es gibt keine Bibelstelle, die behauptet, dass die Zeit der Wunder aufgehört hat, oder dass es Wunder nur im apostolischen Zeitalter gab, oder dass im cyprianischen Zeitalter Wunder aufhörten.

Menschen glauben, dass der Teufel heutzutage falsche Wunder bewirkt, wollen aber nicht glauben, dass Gott noch immer Wunder tut. Warum sollte Gott weniger aktiv sein als der Teufel? (Ibid. Seite 214.)

Dr. Adam Clark schreibt in seinem Buch über Wesley folgende Begebenheit:

Während seiner Wirkungszeit auf Norman Island, begab es sich, dass Wesley einen festen Termin in Bristol einzuhalten hatte. Wesley saß im Schiff auf dem Weg nach Bristol und las ein Buch. Plötzlich hörte er, dass der Wind seine Richtung geändert hatte und er nicht mehr pünktlich in Bristol ankommen würde. Daraufhin fing er an, inbrünstig zu beten. Er bat den Herrn, den Winden zu gebieten, in die richtige Richtung zu wehen. Die Kraft seines Gebets wurde von allen gespürt. Für Wesley war es selbstverständlich, dass Gott seine Gebete erhören würde. So geschah es auch, der Wind wandte sich und er kam, wie gewünscht, in Bristol an. (Ibid.214-215.)

Antonius der Große (251 – 356), Kirchenvater und Wüstenmönch.

„Stern der Wüste, Fürst des Geistes, Bezwinger von Dämonen, Vater der Einsiedler oder auch Wüstengeneral Gottes – jede dieser Bezeichnungen für Antonius gibt einen beeindruckenden Aspekt aus dem Leben dieses Gottessmannes wieder.“

(Bernhard Koch, Glaubensvater in der Wüste: Antonius Vollmächtiger & kühner Streiter Christi, 2012, ReformaZion Media, D-31737 Rinteln, Seite 9)

Antonius war mit einer Reisegruppe in der Wüste als ihnen das Wasser ausging, da sie sich verirrt hatten. „Antonius der Geleichfalls litt, sich aber der Obhut Gottes befahl, ging ein paar Schritte abseits, beugte seine Knie, breitete die Arme aus und betete...Es dauerte nicht lange, und der Herr ließ dort, wo Antonius betete, Wasser aus dem Boden quillen. Nun konnten alle trinken und sich wieder erholen. (Ibid., Seite 107)

„Viele Wunder geschahen durch Antonius, weil er dem Wort Gottes glaubte und entsprechend handelte. Die Verheißungen Gottes stellten für ihn die Wahrheit dar. Er verließ sich auf sie; für ihn war klar: was Gott zusagt, das hält er gewiss...Antonius heilte durch Gebet und Aufrufung des Namens Jesu...In Askese und Gebet konnte er nur verharren, weil Gottes Geist und Gnade mit ihm waren und ihm Kraft verliehen.“ (Ibid., Seite 177)

Hilarions von Gaza (291 – 371), Kirchenvater und Wüstenmönch.

„Hilarion war ein Wundertäter der im Namen Jesu all das ausführte, was Jesus seinen Jüngern aufgetragen hatte...

Zu jener Zeit war er Gottes Mann für Nahost. Aufgrund einer großen Zahl von Heiligungen, Zeichen und Wundern, die durch Hilarion geschahen... Zu tausenden kamen die Menschen zu ihm, um von Dämonen Befreit und von Krankheiten befreit zu werden.“

(Berhardt Koch, Stärker als Dämonen, Aus dem Leben Hilarions von Gaza, ReformaZion Media, D-31737 Rinteln, Seite6)

Wer gerne mehr über Menschen erfahren möchte, die wohl diese Gabe des Wunderwirkens hatten, sollte z.B. folgende Biographien lesen:

  • Gregor der Wundertäter, Bischof von Neocäsarea (213-270)
  • Sankt Patrick, Apostel zu Irland (389-461)
  • Cuthbert, Bischof von Lindisfarne (634-687) der „Wonder worker of Britain
  • Columba, Irischer Mönch, Prophet und Apostel der Pikten. (521-544)
  • A.A. Alan (1911-1970), ein amerikanischer Prediger, der u.a. auch in Südafrika gewirkt hat. Es wird berichtet, dass er in den vierziger, fünfziger und sechziger Jahren fantastische Wunder gewirkt hat. Viele der Wunder wurden ärztlich bestätigt. Es sollen Tote auferweckt, Verkrüppelte - wie in der Apostelgeschichte - geheilt worden sein; Personen, bei denen Arme oder Beine fehlten, erhielten neue; usw.
  • Der bekannte britische Pfingstler und Prediger Smith Wiggelsworth (1859-1947) hatte die Gabe des Wunderwirkens.  In seiner Biographie wird berichtet, wie Tote in seinen Diensten zum Leben erweckt wurden und manche andere absolute Wunder. (Stanley Howard Frodsham, Smith Wigglesworth Apostel des Glaubens, 13 Auflage 2011, Asaph Verlag, Lüdenscheid)
  • Der Dienst der US-amerikanischen Evangelistin Kathryn Kuhlman (1907-1976) wurde von vielen Wundern begleitet, die teilweise ärztlich bestätigt wurden.
  • Aus dem Dienst des deutschen Evangelisten Reinhard Bonnke (1940 -) werden auch fantastische Wunder berichtet. Siehe u.a. seine Biographie.

Der Leser soll selbst prüfen und beurteilen, ob die Wunder wahre, durch Gott gewirkte, Wunder sind oder nicht.

Fakt ist: das Neue Testament, so wie auch das Alte Testament, die alte Kirchengeschichte, so auch die neue Kirchengeschichte berichten von wissenschaftlich nicht zu erklärenden Wundern.

Wenn man glaubt, dass Jesus der Gleiche ist, gestern, heute und in alle Ewigkeit, dann ist es auch nicht verwunderlich, dass er zu allen Zeiten und auch noch heute, Wunder tut.

In seiner Abschiedsrede vor seiner Himmelfahrt sprach Jesus von Wundern, die die begleiten werden, die gläubig werden.

Markus 16,

14 Danach offenbarte er sich den Elfen selbst, als sie zu Tisch saßen, und tadelte ihren Unglauben und die Härte ihres Herzens, dass sie denen, die ihn auferstanden gesehen hatten, nicht geglaubt hatten. 15 Und er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! 16 Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.  17 Diese Zeichen aber werden die begleiten, die gläubig geworden sind: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, sie werden in neuen Sprachen reden, 18 Schlangen werden sie aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden. 19 Der Herr nun wurde, nachdem er mit ihnen geredet hatte, aufgenommen in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes. 20 Sie aber gingen hinaus und verkündigten überall; und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die begleitenden Zeichen. Amen.

3. Die Kraftgaben

- die Gabe der Heilungen

Einleitung

Die Gabe der Heilungen ist, wie alle anderen Gaben auch, dazu da, Menschen auf Jesus Christus hinzuweisen. Sie ist ein wichtiges Werkzeug, wie die anderen Gaben auch, den Menschen die Liebe Jesu zu offenbaren. Dies geschieht, indem Gottes Kraft durch den Heilenden auf den Kranken wirkt und ihn unmittelbar gesundmacht. Die Heilung seelischer Wunden gehört hier auch mit dazu. Wichtig ist, dass der Geheilte Gott erkennt und Ihm glaubt. Ein Bruder im Herrn aus Südafrika schrieb mir vor einiger Zeit, dass ich bewusst für Kranke, z.B. Menschen, die im Krankenhaus sind, beten sollte und Gott für übernatürliche Heilung für sie vertrauen sollte. Menschen, die ein Wunder an ihrem Leib erlebt haben, sagte er, bekehren sich leichter, weil sie Gott am eigenen Leib erlebt haben.

Die Gaben der Heilungen bewirken eine übernatürliche Heilung von Krankheiten ohne natürliche Mittel oder ärztliche Behandlung.

Es handelt sich um Gaben der Heilungen, nicht um eine Gabe der Heilung. Es gibt die Gabe des Glaubens und die Gabe der Wunderwirkung, aber es gibt die Gaben der Heilungen. Der griechische Text spricht von den anderen Gaben in Einzahl (Singular), aber bei dieser Gabe steht es in Mehrzahl (Plural).

Die Erfahrung zeigt, dass eine einzelne Person diese Gaben der Heilungen aber nicht alle insgesamt auf sich vereinigt. Männer und Frauen Gottes berichten, dass sie in der Regel von Gott nur in speziellen Bereichen gebraucht werden. Der eine hat eine Salbung, um Taubheit und Ohrenkrankheiten zu heilen; bei einem anderen werden zum Beispiel fast alle geheilt, die an Krebs erkrankt sind; usw.  In meiner Studentenzeit kannte ich einen Allgemein-Mediziner, aus Stanger, Südafrika, der diese Gabe hatte. Bei ihm war es so, dass er für Menschen mit Rückenproblemen und Menschen, bei denen ein Bein kürzer war als das andere, betete und ich sah mehrmals, wie z.B. ein Bein oder der Fuß vor meinen Augen um mehrere Zentimeter übernatürlich wuchs. Es gibt andere Menschen, wo sich die Gabe im Heilen von Kinderlosigkeit manifestiert. Frauen, die alles versucht haben, aber kinderlos blieben, wurden schwanger, nachdem z.B. die Person, die diese Gabe hat, für sie gebetet hat. Anfang 2017 sah ich in Speyer, wie ein Prediger aus Großbritannien mit dieser Gabe für Menschen betete. Andere wiederum, haben eine besondere Salbung für Krebskranke usw.

Ist Krankheit im Willen Gottes? Das ist umstritten. Die Bibel ist von Anfang an voller Beispiele, dass Gott Menschen in ihrem Körper heilt. Körperliche Heilung ist ein wichtiges und immer wieder wiederkehrendes Thema in der Bibel.

Das sehen wir bereits im Alten Testament

1.Mose 20,

17 Abraham aber legte Fürbitte ein bei Gott. Da heilte Gott Abimelech und seine Frau und seine Mägde, dass sie wieder Kinder gebären konnten.

2.Könge 5,

14 Da stieg (Naeman) er hinab und tauchte sich sieben Mal im Jordan unter, nach dem Wort des Mannes Gottes; und sein Fleisch wurde wieder wie das Fleisch eines jungen Knaben, und er wurde rein.15 Und er kehrte wieder zu dem Mann Gottes zurück, er und sein ganzes Gefolge. Und er ging hinein, trat vor ihn und sprach: Siehe, nun weiß ich, dass es keinen Gott auf der ganzen Erde gibt, außer in Israel! Und nun nimm doch ein Geschenk an von deinem Knecht!

Was war die Frucht der Heilung des Naeman?

  • Siehe, nun weiß ich, dass es keinen Gott auf der ganzen Erde gibt, außer in Israel!“

Gott heilt nicht nur den Körper!

Psalm 147,

Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.

2. Mose 15,

26 und er sprach: Wenn du der Stimme des Herrn, deines Gottes, eifrig gehorchen wirst und tust, was vor ihm recht ist, und seine Gebote zu Ohren fasst und alle seine Satzungen hältst, so will ich keine der Krankheiten auf dich legen, die ich auf Ägypten gelegt habe; denn ich bin der Herr, dein Arzt.

2. Mose 23,

25 Und ihr sollt dem Herrn, eurem Gott, dienen, so wird er dein Brot und dein Wasser segnen; und ich will die Krankheit aus deiner Mitte hinwegnehmen.

Psalm 103,

Von David. Lobe den Herrn, meine Seele,
und alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!  3 Der dir alle deine Sünden vergibt und heilt alle deine Gebrechen;

Psalmen 107,

20 Er sandte sein Wort und machte sie gesund
und ließ sie aus ihren Gräbern entkommen.

Jesaja 38,

16 O Herr, dadurch lebt man, und in all diesem besteht das Leben meines Geistes! So wirst du mich gesund machen und aufleben lassen.

Jesaja 53,

Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.

Jeremia 17,

14 Heile du mich, Herr, so werde ich heil! Hilf du mir, so ist mir geholfen; denn du bist mein Ruhm!

Jeremia 30,

17 Denn ich will dir Genesung bringen und dich von deinen Wunden heilen, spricht der Herr

Jeremia 33,

Siehe, ich verschaffe ihr Linderung und Heilung, und ich will sie heilen und ihnen eine Fülle von Frieden und Treue offenbaren.

Das sehen wir auch im NT

Matthäus 9,

35 Und Jesus zog umher durch alle Städte und Dörfer und lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium des Reiches und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen.

Markus 6,

56 Und wo auch immer er in Dorfer oder Städte oder in Gehöfte hineinging, legten sie die Kranken auf den Marktplätzen hin und baten ihn, daß sie nur die Quaste seines Gewandes anrühren dürften; und alle, die ihn anrührten, wurden geheilt.

Matthäus 10,

10 Da rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister, sie auszutreiben, und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen.

Jesu Auftrag an seine Jünger in Matthäus 10,

Heilt Kranke, reinigt Aussätzige, weckt Tote auf, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es!

Markus 2,

17 Als Jesus es hörte, sprach er zu ihnen: Nicht die Starken brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße.

Lukas 5,

17 Und es begab sich an einem Tag, dass er lehrte; und es saßen Pharisäer da und Gesetzeslehrer, die aus allen Dörfern von Galiläa und Judäa und von Jerusalem gekommen waren; und die Kraft des Herrn war da, um sie zu heilen.

Jesus sprach zu seinen Jüngern in Lukas 10,

und heilt die Kranken, die dort sind, und sagt zu ihnen: Das Reich Gottes ist nahezu euch herbeigekommen!

Die Urchristen beteten in ihrer Bedrängnis in Apostelgeschichte 4,

30 indem du deine Hand ausstreckst zur Heilung, und dass Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus!

Apostelgeschichte 9,

34 Und Petrus sprach zu ihm: Aeneas, Jesus der Christus macht dich gesund; steh auf und mache dir dein Bett selbst! Und sogleich stand er auf.

Apostelgeschichte 10,

38 wie Gott Jesus von Nazareth mit Heiligem Geist und Kraft gesalbt hat, und wie dieser umherzog und Gutes tat und alle heilte, die vom Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm.

Markus 16,

17 Diese Zeichen aber werden die begleiten, die gläubig geworden sind: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, sie werden in neuen Sprachen reden, 18 Schlangen werden sie aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.

1. Petrus 2,

24 Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz, damit wir, den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben mögen; durch seine Wunden seid ihr heil geworden.

3. Johannes,

Mein Lieber, ich wünsche dir in allen Dingen Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlgeht!

Apostelgeschichte 4,

Es geschah aber am folgenden Morgen, dass sich ihre Obersten und Ältesten und Schriftgelehrten in Jerusalem versammelten, auch Hannas, der Hohepriester, und Kajaphas und Johannes und Alexander und alle, die aus hohepriesterlichem Geschlecht waren. Und sie stellten sie in ihre Mitte und fragten sie: Durch welche Kraft oder in welchem Namen habt ihr das getan? Da sprach Petrus, vom Heiligen Geist erfüllt, zu ihnen: Ihr Obersten des Volkes und ihr Ältesten von Israel, wenn wir heute wegen der Wohltat an einem kranken Menschen verhört werden, durch wen er geheilt worden ist, 10 so sei euch allen und dem ganzen Volk Israel bekannt gemacht, dass durch den Namen Jesu Christi, des Nazareners, den ihr gekreuzigt habt, den Gott auferweckt hat aus den Toten, dass dieser durch Ihn gesund vor euch steht.

Gott kann aber nicht nur heilen. Er kann die Zeit der Erkrankung zu seinen Zwecken gebrauchen, auch wenn er krankgemacht oder auch nicht krankgemacht hat.

Krankheit ist öfters, aber nicht immer, ein direktes oder indirektes Werk des Teufels. So hat Jesus immer wieder Krankheit und Gebrechen beschrieben. Einerseits können Dämonen selbst Krankheiten hervorrufen oder einen krankhaften Zustand aufrechterhalten.

Matthäus 9,

32 Als sie aber weggingen, siehe, da brachten sie einen stummen Menschen zu ihm, der besessen war. 33 Und als der Dämon ausgetrieben war, redete der Stumme.

Andererseits kann eine Krankheit indirekt durch den Teufel verursacht sein, indem er zur Sünde verführte. Einzelne Sünden können Krankheiten begünstigen und ihnen Zutritt geben; z.B. sexuelle Erkrankung, die durch von Gott verbotenen Geschlechtsverkehr übertragen werden; oder Stresskrankheiten, wenn wir den Sabbat nicht einhalten, oder unsere Lasten nicht abgeben usw.

Krankheit, die wir durch z.B. Übertragung von Keimen erhalten, sind eine Folge des Sündenfalles, denn im Garten Eden gab es keine Krankheit und keinen Tod.

Ziel der Gaben der Heilungen ist es, die Werke des Teufels im Menschen zu zerstören und die natürlichen Folgen des Sündenfalls zu lindern, bzw. Menschen Gesundheit zu vermitteln.

Jesus ist wie immer unser Vorbild!

Apostelgeschichte 10,

38 Jesus von Nazareth, wie Gott ihn mit Heiligem Geist und mit Kraft gesalbt hat, der umherging und wohltat und alle heilte, die von dem Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm.

Lukas 13,

11 Und siehe, da war eine Frau, die seit 18 Jahren einen Geist der Krankheit hatte, und sie war verkrümmt und konnte sich gar nicht aufrichten. 12 Als nun Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Frau, du bist erlöst von deiner Krankheit! 13 Und er legte ihr die Hände auf, und sie wurde sogleich wieder gerade und pries Gott.

Sie hatte einen Geist der Krankheit. Manche Übersetzungen sprechen von einem Geist der Schwäche. Wie wunderbar ist unser Gott, Jesus erlöst sie von diesem Zustand!

Weitere Beispiele für die Gaben der Heilungen aus der Schrift, ohne dass dadurch eine Methode abgeleitet werden sollte

Fieber

Markus 1 (vergl. auch Lukas 4, 30),

30 Simons Schwiegermutter aber lag krank am Fieber danieder, und sogleich sagten sie ihm von ihr. 31 Und er trat hinzu, ergriff ihre Hand und richtete sie auf; und das Fieber verließ sie sogleich, und sie diente ihnen.

Fieber und Ruhr

Apostelgeschichte 28,

Es begab sich aber, dass der Vater des Publius am Fieber und an der Ruhr krank daniederlag. Paulus ging zu ihm hinein, betete und legte ihm die Hände auf und machte ihn gesund. Nachdem dies nun geschehen war, kamen auch die übrigen Kranken auf der Insel herbei und ließen sich heilen.

Aussatz / Lepra

Markus 1,

40 Und es kam ein Aussätziger zu ihm, bat ihn, fiel vor ihm auf die Knie und sprach zu ihm: Wenn du willst, kannst du mich reinigen! 41 Da erbarmte sich Jesus über ihn, streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will; sei gereinigt!

Lähmungen

Markus 3,

1 Und er ging wiederum in die Synagoge. Und es war dort ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie lauerten ihm auf, ob er ihn am Sabbat heilen würde, damit sie ihn verklagen könnten. Und er spricht zu dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: Steh auf und tritt in die Mitte! Und er spricht zu ihnen: Darf man am Sabbat Gutes tun oder Böses tun, das Leben retten oder töten? Sie aber schwiegen. Und indem er sie ringsumher mit Zorn ansah, betrübt wegen der Verstocktheit[a]ihres Herzens, sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus, und seine Hand wurde wieder gesund wie die andere.

Es war den religiösen Leitern wichtig, dass der Sabbat eingehalten wurde. Es war ihnen dabei unwichtig, was die Not des Menschen ist. Jesus sah die Not des Menschen. Ihm war wichtig, der Not des Einzelnen zu begegnen. Das Einhalten des Sabbats war dabei für ihn zweitrangig.

Stummheit

Matthäus 9,

32 Als sie aber hinausgingen, siehe, da brachte man einen Menschen zu ihm, der stumm und besessen war. 33 Und nachdem der Dämon ausgetrieben war, redete der Stumme. Und die Volksmenge verwunderte sich und sprach: So etwas ist noch nie in Israel gesehen worden!

Taubstummheit

Markus 7,

32 Und sie brachten einen Tauben zu ihm, der kaum reden konnte, und baten ihn, ihm die Hand aufzulegen. 33 Und er nahm ihn beiseite, weg von der Volksmenge, legte seine Finger in seine Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel. 34 Dann blickte er zum Himmel auf, seufzte und sprach zu ihm: Ephata!, das heißt: Tu dich auf! 35 Und sogleich wurden seine Ohren aufgetan und das Band seiner Zunge gelöst, und er redete richtig.

Jesus heilte hier anders als sonst. Gott heilt gestern wie auch heute auf unterschiedliche Weise. Es gibt keine alleingültige Formel!

Blindheit

Markus 8,

22 Und er kommt nach Bethsaida; und man bringt einen Blinden zu ihm und bittet ihn, dass er ihn anrühre. 23 Und er nahm den Blinden bei der Hand und führte ihn vor das Dorf hinaus, spie ihm in die Augen, legte ihm die Hände auf und fragte ihn, ob er etwas sehe. 24 Und er blickte auf und sprach: Ich sehe die Leute, als sähe ich wandelnde Bäume! 25 Hierauf legte er noch einmal die Hände auf seine Augen und ließ ihn aufblicken; und er wurde wiederhergestellt und sah jedermann deutlich.

War der Mann beim ersten Gebet Jesu geheilt? Nicht ganz. Jesus gab nicht auf, er legte seine Hände wiederholt auf den Mann. Wir geben oft zu schnell auf, wenn die Heilung nicht erscheint.  Wir sollten dranbleiben!

Wie geschieht Heilung?

  • Die Gaben der Heilungen wirken normalerweise durch Menschen. Der Heilige Geist gebraucht Gläubige, die er mit diesen Gaben ausstattet.

Auf welche Weise die Heilung dann vermittelt wird, kann ganz unterschiedlich sein.

  1. Die übernatürliche Heilung eines Menschen wird vermittelt durch: Handauflegen, gesalbte Kleidungsstücke oder Tücher, oder durch Kontakt sogar mit dem Schatten eines Gesalbten.

So kann es geschehen, dass jemand so mit der Salbung und Gegenwart Gottes durchtränkt ist, dass alles an ihm z.B. seine Kleider und was ihn umgibt, z.B. sein Schatten, die heilende Kraft Gottes trägt und dass der Kontakt damit ausreicht, eine Heilung auszulösen. Dazu gibt es verschiedene biblische Beispiele.

Apostelgeschichte 19,

  • Und Gott wirkte ungewöhnliche Wunder durch die Hände des Paulus, 12 sodass sogar Schweißtücher oder Gürtel von seinem Leib zu den Kranken gebracht wurden und die Krankheiten von ihnen wichen und die bösen Geister von ihnen ausfuhren.

Apostelgeschichte 5,

  • Durch die Hände der Apostel aber geschahen viele Zeichen und Wunder unter dem Volk; und sie waren alle einmütig beisammen in der Halle Salomos.13 Von den Übrigen aber wagte keiner sich ihnen anzuschließen; doch das Volk schätzte sie hoch; 14 und immer mehr wurden hinzugetan, die an den Herrn glaubten, eine Menge von Männern und Frauen,15 sodass man die Kranken auf die Gassen hinaustrug und sie auf Betten und Bahren legte, damit, wenn Petrus käme, auch nur sein Schatten auf einen von ihnen fiele. 16 Es kamen aber auch viele aus den umliegenden Städten in Jerusalem zusammen und brachten Kranke und von unreinen Geistern Geplagte, die alle geheilt wurden.

Im Alten Testament lesen wir von Elisa in 2. Könige 13,

  • Und Elisa starb und wurde begraben. Im folgenden Jahr aber fielen die Streifscharen der Moabiter ins Land. 21 Und es geschah, als man einen Mann begrub, da sahen sie plötzlich die Streifschar [kommen]; und sie warfen den Mann in das Grab Elisas. Und sobald der Mann hinabkam und die Gebeine Elisas berührte, wurde er lebendig und stellte sich aufrecht auf seine Füße.

Sein Leichnam war so durchtränkt mit der Kraft Gottes, dass noch ein Jahr nach seinem Tod solch ein Wunder geschehen konnte!

  •  

Von ähnlichen Ereignissen wird auch in der Kirchengeschichte berichtet.

Gregor der Große schreibt Folgendes über die Grabstätte des Benedikt von Nursia (480-543): Eine wahnsinnige Frau lief durch Täler und über Berge. Sie hatte den Verstand verloren. Eines nachts stieß sie auf die Grabhöhle des Benedikt, wo sie die Nacht verbrachte. Am Morgen verließ sie die Höhle bei vollem Verstand. Sie war vollkommen geheilt.  (Miracles & manifestations of the Holy Spirit in the history of the church, Jeff Doles, 2008, Walking Barefoot Ministries, Seffner, Florida. Seite 107)

Antonius der Große (251 – 356), Kirchenvater und Wüstenmönch.

„Stern der Wüste, Fürst des Geistes, Bezwinger von Dämonen, Vater der Einsiedler oder auch Wüstengeneral Gottes – jede dieser Bezeichnungen für Antonius gibt einen beeindruckenden Aspekt aus dem Leben dieses Gottessmannes wieder.“

Das Grab des Antonius soll 200 Jahre später, um 561, auf dem Berg Kolzim entdeckt worden sein. Es wird berichtet, seine sterblichen Überreste seien von dort zur Beisetzung nach Alexandria gebracht worden. Im Jahre 635 wurden die Gebeine des Antonius durch Kaiser Konstantius nach Konstantinopel gebracht. – nicht Grundlos. Dieser Kaiser hatte eine Tochter, die von neuen Dämonen besessen war, die allen Beschwören versuchen wiederstanden und sich nicht austreiben lassen wollten. Es wurde ihm gesagt, da hülfen nur die Gebeine des Antonius, würden sie in die Kammer der Prinzessen gebracht.Fast ohne Hoffnung sandte der Kaiser einen Bischof nach Ägypten, um nach den sterblichen Überesten suchen zu lassen. Als die Gebeine in das Zimmer der Prinzessen gebracht wurden, suchten die neuen Dämonen schleunigst das Weite...

Jahrhunderte später (um 1100) kehrte ein gewisser Jocelyn, ein Edelmann aus der Dauphine in Frankreich, über Konstantinopel aus Palästina zurück. Durch sein Auftreten bezauberte dieser den Kaiser Alexios 1. Komnenos derart, das er ihm einen Wunsch freistellte: „Verlange von mir was du willst,“ worauf Jocelyn um die Gebeine des Antonius bat und sie auch erhielt.

Jocelyn brachte die Überreste des Antonius auf seinen Besitz, nach La Motte-Saint-Didier in Frankreich. Dort wurden zwei andere Edelleute durch die Gegenwart der Knochen des Mannes Gottes von schwerer Krankheit geheilt. Daraufhin brachten sie die Gebeine in das Ortsansässige Benediktiner-Kloster.“

(Bernhard Koch, Glaubensvater in der Wüste: Antonius Vollmächtiger & kühner Streiter Christi, 2012, ReformaZion Media, D-31737 Rinteln, Seite 9 & 206-207)

  1. Die übernatürliche Heilung eines Menschen wird vermittelt durch:

Salbung mit Öl

Jakobus 5,

  • Ist jemand von euch krank? Er soll die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen lassen; und sie sollen für ihn beten und ihn dabei mit Öl salben im Namen des Herrn. 15 Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden begangen hat, so wird ihm vergeben werden.
    1. Die übernatürliche Heilung eines Menschen wird vermittelt durch:

eine Zusage

Matthäus 8,

  • Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach kommst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund werden!
    1. Die übernatürliche Heilung eines Menschen wird vermittelt durch:

einfach in der Gegenwart Gottes sein

In den frühen neunziger Jahren kam der bekannte Prediger Benny Hinn nach Durban, Südafrika. Meine Frau und ich waren irgendwo in der Menge im Gottesdienst. Plötzlich, ohne Gebet, Händeauflegen oder irgendetwas Menschliches, spürte meine Frau wie sie geheilt wurde! Gott tat spontan ein Wunder an ihrem Leib!

Die übernatürliche Heilung kommt nicht durch verschiedene natürliche Behandlungen, sie ist ein Wunder Gottes. Natürliche Heilung geschieht durch die Selbstheilungskraft des Körpers, gefördert durch Medizin oder ärztliche Kunst. Die Gaben der Heilungen wirken übernatürlich. Das ist der Charakter der Gaben. Die Gaben der Heilungen haben nichts mit medizinischer Wissenschaft oder menschlichen Fähigkeiten zu tun. Die Apostelgeschichte wurde von Lukas, dem Arzt, geschrieben. Gleichwohl enthält sie keine medizinische Sichtweise der Ereignisse, und Lukas war dabei nicht als Arzt tätig. Nichts desto trotz können wir für Mediziner beten, dass Gott ihnen Geschick und Erfolg schenkt in der Ausübung ihrer gelernten Heilkunst.

Die Gaben der Heilungen beziehen sich speziell auf die Wiederherstellung der Gesundheit.

Die Gabe des Glaubens hat einen breiteren Bereich, wie z.B. Versorgung und Schutz, wenn auch Heilungen durch diese Gabe gewirkt werden können.

Durch die Gabe der Wunderwirkung können weit mehr Krafttaten gewirkt werden, als nur Heilungen. Es können aber auch Heilungen bewirkt werden. Typisches Merkmal ist dann, dass eine sofortige, augenblickliche Heilung eintritt. Bei Heilungen durch die Gaben der Heilungen kann unter Umständen etwas Zeit vergehen, bis die Heilung offenbar wird. Die Grenzen zwischen den beiden Gaben sind aber fließend.

Obwohl Dämonen-Austreibung zu Heilungen führen können, sollten die Bereiche Befreiung und Heilung dennoch getrennt werden. Von Jesus heißt es, dass er Dämonen austrieb und Kranke heilte. Auch den Jüngern gab Jesus Vollmacht Dämonen auszutreiben und Krankheiten zu heilen. Ein dämonisch Besessener mag krank sein, aber nicht jeder Kranke ist notwendigerweise von einem Dämon besessen.

Häufig geschieht Heilung unter Handauflegung. Aber es gibt keine Formel, denn Heilung kommt von Gott und liegt nicht in bestimmten Riten.

Wie kann ich diese Gabe erkennen?

  • Manchen Christen gibt Gott stärker als anderen, den Wunsch für Kranke zu beten. Das kann ein erstes Zeichen dafür sein, dass er diese Gabe in dich gelegt hat. Man kann es auch erkennen, indem man für Menschen betet und auf die Ergebnisse schaut. Hierbei sollte man nicht zu schnell aufgeben.
  • Viele machen die Erfahrung von Wärme oder Hitze, sowohl die, die um Heilung beten als auch die, die sie empfangen.

Wird jeder auf diese Weise geheilt – durch die Gaben der Heilungen-?

In der Bibel gibt es auch Menschen, die nicht von Gott geheilt wurden.

1. Timotheus 5,

23 Trinke nicht mehr nur Wasser, sondern gebrauche ein wenig Wein um deines Magens willen und wegen deines häufigen Unwohlseins.

Warum sagt Paulus nicht, vertraue Gott für eine Wunderheilung, oder sagt ihm, dass er die Ältesten rufen soll, wie Jakobus es empfiehlt?

Gott hat uns einen gesunden Verstand gegeben, Gott erwartet, dass wir tun, was für unseren Körper gut und gesund ist und damit Krankheit verhindern. Unser Körper ist der Tempel des Heiligen Geistes, wir haben die Verantwortung ihn nicht zu missbrauchen. Das bedeutet aber nicht, das wir nicht Gott für körperliche Heilung vertrauen sollten, oder dass wir die Ältesten nicht rufen sollten, damit sie uns mit Öl salben und ihre Hände auf uns legen.

2. Timotheus 4,

20 Erastus blieb in Korinth, Trophimus aber ließ ich in Milet krank zurück.

Warum lies Paulus Trophimus krank zurück? Wir wissen es nicht! Trotzdem war es wichtig genug, um in der Bibel erwähnt zu werden. Jesus heilte alle, die zu ihm kamen. Die Jünger Jesu, haben aber noch nicht die gleiche Perfektion in der Nachfolge Jesu erreicht.

2. Korinther 12,

Und damit ich mich wegen der außerordentlichen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Pfahl fürs Fleisch gegeben, ein Engel Satans, dass er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe. Seinetwegen habe ich dreimal den Herrn gebeten, dass er von mir ablassen soll. Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen! Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus bei mir wohne. 10 Darum habe ich Wohlgefallen an Schwachheiten, an Misshandlungen, an Nöten, an Verfolgungen, an Ängsten um des Christus willen; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.

Sind diese Bibelstellen ein Widerspruch zu dem, was wir vorher gelesen haben? Nein! Die Bibel spricht Klartext: Gottes Wille ist, dass wir gesund sind, aber es gibt Ausnahmen. Er ist und bleibt Gott!

Der Gott der Bibel, unser Herr, hat auch Menschen krankgemacht, Menschen bestraft in ihrem Körper.

Paulus spricht von einem Bruder, der schlimme sexuelle Sünden begangen hat.

1. Korinther 5,

den Betreffenden im Namen unseres Herrn Jesus Christus und nachdem euer und mein Geist sich mit der Kraft unseres Herrn Jesus Christus vereinigt hat, dem Satan zu übergeben zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tag des Herrn Jesus.

Das sind heftige Worte und Taten!

2. Mose 4

Und der Herr sprach weiter zu ihm: »Stecke doch deine Hand in deinen Gewandbausch!« Da steckte er seine Hand in seinen Gewandbausch; und als er sie herauszog, siehe, da war seine Hand aussätzig wie Schnee.

2. Mose 4,

11 Da sprach der Herr zu ihm: »Wer hat dem Menschen den Mund gemacht? Oder wer macht ihn stumm oder taub oder sehend oder blind? Bin ich es nicht, der Herr?

4. Mose 12,

Und der Zorn des Herrn entbrannte über sie, und er ging. 10 Und die Wolke wich von der Stiftshütte; und siehe, da war Mirjam aussätzig wie Schnee. Und Aaron wandte sich zu Mirjam, und siehe, sie war aussätzig.

Apostelgeschichte 12,

21 Aber an einem bestimmten Tag zog Herodes ein königliches Gewand an und setzte sich auf den Richterstuhl und hielt eine Rede an sie. 22 Die Volksmenge aber rief ihm zu: Das ist die Stimme eines Gottes und nicht eines Menschen! 23 Sogleich aber schlug ihn ein Engel des Herrn, weil er Gott nicht die Ehre gab; und er verschied, von Würmern zerfressen.

Apostelgeschichte 5,

Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr übereingekommen, den Geist des Herrn zu versuchen? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, sind vor der Tür, und sie werden auch dich hinaustragen! 10 Da fiel sie sogleich zu seinen Füßen nieder und verschied; und als die jungen Männer hereinkamen, fanden sie sie tot und trugen sie hinaus und begruben sie bei ihrem Mann.

Gottes Wille im Allgemeinen ist, dass wir gesund sind. Dafür sollen wir Gott vertrauen. Gott erwartet, dass wir uns um unseren Körper kümmern. Wenn wir uns nicht um unseren Körper kümmern, sind wir selbst verantwortlich für Schäden, die daraus erwachsen.

Auch Ärzte, Medizin usw. sind uns gegeben.

Aber manchmal heilt Gott nicht, obwohl fester Glaube da ist, Menschen, die die Gabe der Heilung haben, beten, Hände auflegen usw.

Es kann viele Gründe dafür geben. Manchmal gibt uns Gott die Erkenntnis, aber meistens nicht!

Sünde, Stolz, nicht genug Glauben usw. können Gründe sein, warum ein Mensch seine göttliche Heilung nicht empfängt, müssen es aber nicht sein!

Wir dürfen Menschen, die nicht geheilt worden sind, nicht verurteilen, da wir nicht Gott sind!

Diese Bibelstellen zeigen uns:

  1. Was Gott von Krankheit hält:

Er hasst sie und will uns heilen!

Er kann aber auch Krankheit verursachen.

  1. Was Gottes Wille über Krankheit ist: Jesus hat unsere Krankheit in seinem Leib getragen. Durch seine Wunden sind wir geheilt. Nichtdestotrotz geschieht Heilung nicht bei jeder Person.
  2. Was hat Jesus getan, als er Krankheit begegnete?

Er heilte alle, ohne Ausnahme, die zu ihm kamen und sagte, ihr werdet größeres tun!

  1. Im welchen Kontext finden in der Bibel die meisten Heilungen statt?

Wo Menschen Gott für ihre Heilung aktiv vertrauen, dadurch dass sie auf Gottes Verheißungen hoffen und zu Menschen gehen, die die Gaben des Heilens haben.

  1. Was hat die Urkirche getan, als sie Krankheit begegnete?

Sie ist Jesu Beispiel gefolgt und hat für Kranke in Namen Jesu gebetet und hat sie auch mit Öl gesalbt.

Wie bereits oben gesagt:

Die Gabe ist da, um Menschen zu Jesus zu führen; ihnen praktisch am eigenen Leib zu zeigen, wie lieb er sie hat. Sie ist ein wichtiges Werkzeug im Prozess der Seelen- Gewinnung!

Ich muss an die Worte meines Bruders im Herrn in Südafrika, Harold Horn, denken, die er mir schrieb. Er war bis Anfang der Jahrhundertwende ein geistlicher Vater für mich. Über viele Jahre, als er von Durban weggezogen war, hatte ich den Kontakt verloren, aber seit einiger Zeit haben wir wieder Kontakt. Er schrieb mir folgendes:

„Dieter, du und Elizabeth, ihr seid privilegiert zu dieser Zeit zu leben, wo die größte Ausgießung des Heiligen Geistes stattfinden wird. Befasst euch mit diesem Thema und fließt mit dem Heiligen Geist und erlebt die bedeutendste Zeit eures Lebens.

Kranke, die in Krankenhäusern sind, werden euch nicht hindern für sie zu beten. Denke daran, sie zu besuchen, bevor sie aus dem Krankenhaus entlassen werden. Die meisten werden bereit sein, Jesus als ihren Retter anzunehmen.“

Paulus schreibt in 1. Korinther 12, 27-31 (Neue Genfer Übersetzung), dass auch wenn nicht alle diese Gabe besitzen, diese Gabe ein Geschenk Gottes ist!

27 Das alles gilt nun auch im Hinblick auf euch, denn ihr seid der Leib Christi, und jeder Einzelne von euch ist ein Teil dieses Leibes. 28 Gott hat in der Gemeinde allen eine bestimmte Aufgabe zugewiesen. An erster Stelle sind die Apostel zu nennen, an zweiter die Propheten, an dritter die Lehrer. Weiter gibt es die, die dazu befähigt sind, Wunder zu tun, oder denen die Gabe des Heilens geschenkt ist oder die imstande sind, praktische Hilfe zu leisten oder Leitungsaufgaben zu übernehmen, oder die in Sprachen reden können, ´die von Gott eingegeben sind`. 29 Sind etwa alle Apostel? Sind alle Propheten? Sind alle Lehrer? Natürlich nicht! Es sind auch nicht alle dazu befähigt, Wunder zu tun; 30 nicht alle haben die Gabe des Heilens; nicht alle können in einer ´von Gott eingegebenen` Sprache reden oder das Gesagte in verständlichen Worten wiedergeben. 31 Allerdings ist der Nutzen für die Gemeinde nicht bei allen Gaben gleich groß. Bemüht euch um die Gaben, die der Gemeinde am meisten nützen!

Bist du ein Jünger Jesu?

Was war der Auftrag Jesu an seine Jünger?

Matthäus 10,

Heilt Kranke, reinigt Aussätzige, weckt Tote auf, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es!

Was waren die letzten Worte Jesu an die, die gläubig werden?

Markus 16,

15 Und er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! 16 Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. 17 Diese Zeichen aber werden die begleiten, die gläubig geworden sind: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, sie werden in neuen Sprachen reden, 18 Schlangen werden sie aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.19 Der Herr nun wurde, nachdem er mit ihnen geredet hatte, aufgenommen in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes. 20 Sie aber gingen hinaus und verkündigten überall; und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die begleitenden Zeichen. Amen.

Aber was ist, wenn wir für jemanden beten und er wird nicht geheilt?

Wir sind keine Wunderheiler; wir können niemanden gesund machen. Das kann nur Gott. Ob er die Person heilt, ist seine Sache!

Wir haben die Verantwortung, zu beten!

Ein deutscher Evangelist, der bekannt ist dafür, dass Gott Millionen von Menschen durch ihn zum Glauben geführt hat und durch den unzählige, dramatische Heilungen an ihrem Leib erfuhren, sagte einmal, „wenn ich für neun gebetet habe, die nicht geheilt wurden, werde ich doch für die zehnte Person beten, in der Hoffnung, dass Gott es tun wird!“

Menschen die keine Heilung erfahren, sollten Gott weiter vertrauen und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, und dennoch wie Paulus, der sich trotz seinen ‚Dornen im Fleisch’ nicht entmutigen ließ.

Lasst uns im Glauben aufs Wasser gehen und Gott für Heilung für Menschen vertrauen.

Die Gaben der Heilungen in der Kirchengeschichte

Von Charles Haddon Spurgeon (1834-1892) wir berichtet, dass in den vielen Jahren seines Dienstes, wenn er Menschen besuchte und für sie betete, hunderte Wunderheilungen erfolgten. Diese Heilungen bestätigten seine Wortverkündigung, sodass viele durch die Erfahrung der Heilungen seiner Verkündigung glaubten. Spurgeon, wie sein Meister Jesus, lehrte und heilte die Kranken. Er nahm nie die Ehre für diese Heilungen für sich. Er sah sich bloß als der Vermittler der göttlichen Kraft. Von sich selbst sagte er, dass er der Gaben der Heilungen nicht würdig war. (Miracles & manifestations of the Holy Spirit in the history of the church, Jeff Doles, 2008, Walking Barefoot Ministries, Seffner, Florida. Seite 247 & 249)

Dr. Theodor Christlieb (1833-1889), Pfarrer und Universitätsprofessor in Bonn, sprach über die Wichtigkeit der Wunder in seiner Zeit und im Besonderen der körperlichen Heilungswunder. Wunder gehören zur Mission, in der Vergangenheit und auch heute. Die Mission berichtet von Wundern, die uns an das Zeitalter der Apostel erinnern. Die Situationen, die in der apostolischen Zeit zu bewältigen waren, sind auch die, die in der heutigen Zeit zu bewältigen sind und dafür sind Wunder wichtig.  Wir haben Wunder zu erwarten, schrieb er. Er zitierte die Geschichte von Hans Egede, Missionar in Grönland. Wie dieser durch Handauflegung im Namen Jesu viele Grönländer von körperlichen Gebrechen heilte. Er berichtete, wie in der Rheinischen Mission in Südafrika ein körperlich Behinderter geheilt wurde. Weiter berichtete er, wie in der Rheinischen Mission in Sumatra tödliches Gift in das Essen des Missionars gemischt wurde, aber statt tot umzufallen, passierte dem Missionar nichts. Der Täter bekehrte sich aufgrund dieses Wunders. Er sah dies als eine Bestätigung der Verheißung Jesu in Markus 16,18. (Ibid., Seiten 240-241)

Dorothea Trudel von Männedorf (1813-1862) https://de.wikipedia.org/wiki/Dorothea_Trudel

Diese einfache Schweizer Frau gründete in Männedorf am Zürichsee mehrere Häuser, in denen psychisch und körperlich Kranke nur durch Gebet und Handauflegung geheilt wurden. Ein Prozess wegen unerlaubter ärztlicher Tätigkeiten endete 1861, mit einem Freispruch. Wunderheilungen aller Art geschahen in ihrem Dienst, sodass Menschen von nah und fern in ihre Häuser strömten, um geistliche, psychische und körperliche Heilung zu erfahren. Viele Heilungen wurden ärztlich und gerichtlich bestätigt. Teufel wichen, Krebskrankheiten verschwanden, Knochenkrankheiten wurden geheilt, Epilepsie verschwand usw. Die Heilungen wurden dokumentiert und der Leser kann in Büchern oder im Internet mehr darüber erfahren. Ihre Heilungsmethoden waren einfach, aber effektiv. Ihre Medizin war die Bibel und das Gebet. Sie konzentrierte sich zuerst auf das Wohl der Seele, um sie in den Gehorsam des Glaubens zu führen. Sie salbte die Kranken im Namen Jesu und betete für sie. Der Beter, meinte sie, muss heilig vor dem Herrn leben und die Kranken müssen einen Glaubensgehorsam haben. Sie war zutiefst überzeugt, dass Sünde oft die Wurzel der Krankheit sei. Die Worte aus Jakobus 5,16 hatten große praktische Bedeutung für sie:

16 Bekennt einander die Übertretungen und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet!

Ihre Arbeit wurde nach ihrem Tod mit ähnlichem Erfolg durch Samuel Zeller (1834-1912) weitergeführt. (Ibid., 234-239)

Johann Christoph Blumhardt (1805-1880), Theologe und lutherischer Pfarrer aus Möttlingen bei Bad Liebenzell, Schwarzwald.  Er war vom Schwäbischen Pietismus geprägt. Er hatte die Gaben der Heilungen und wurde daher von Kranken aus Nah und Fern, die Heilung suchten für Körper und Seele, aufgesucht. Viele Heilungen wurden dokumentiert, u.a. durch einen Professor der Medizin aus Tübingen, der Möttlingen besuchte, um sich eine eigene Meinung über die Wunder der körperlichen Heilungen zu machen. Pastor Spittler, ebenfalls ein Augenzeuge, berichtete, dass er während der Erweckung an einem Sonntag Menschen aus über 100 Städten und Dörfern aus Baden und Württemberg zählte.

Blumhardt war ein Erweckungsprediger, der seine Kirchenmitglieder zur Buße und Eifer für Jesus aufrief. Er predigte, dass der Weg zum starken Glauben davon geprägt ist, nicht viel von sich selbst zu halten.

In seinem Dorf gab es eine Frau, die schwer krank war, belastet von bösen Geistern. Weil er u.a. darüber predigte, dass Gott auf Gebete antwortet, mahnten ihn die Mitglieder seiner Kirchengemeinde: wenn du unseren Glauben in deiner Verkündigung nicht beeinträchtigen möchtest, darfst du keinen Rückzug vor dem Bösen machen. (Ibid., Seiten 234-235)

Wikipedia berichtet Folgendes: „Gottliebin Dittus, eine junge Frau aus der Gemeinde, litt an einer unerklärlichen Krankheit: sie wurde von Krämpfen geplagt, fremde Stimmen redeten aus ihr. Zwei Jahre lang – 1842 und 1843 – begleitete er diese Frau seelsorgerlich, indem er sie immer wieder an Gottes Verheißungen erinnerte und mit ihr betete. An Weihnachten 1843 endete ihr Leiden, das Blumhardt später in einem Krankheitsbericht an das kirchliche Konsistorium als „Geisterkampf“ bezeichnet. Der laute Ruf der Geheilten „Jesus ist Sieger“ wird zum Losungswort Johann Christoph Blumhardts.

Diese Heilung löste eine Buß- und Erweckungsbewegung aus. Am 8. Januar 1844 kamen vier Gläubige aus der Gemeinde, die beichten wollten. Am 27. Januar waren es 16, am 30. Januar 35, dann 67, 156, 246 Personen, schließlich fast das ganze Dorf. Auch Auswärtige strömten nun nach Möttlingen zu Blumhardts Gottesdiensten. An einem Pfingstfest zählte man 2.000 Abreisende. In der folgenden Zeit wurde von weiteren Heilungen berichtet, zuerst in Blumhardts Familie, dann in der Gemeinde und bei den Besuchern. Die liberale Presse verhöhnte die Ereignisse als Betrug und Wundergläubigkeit. Das Konsistorium der kirchlichen Oberbehörde verbot ihm daraufhin, die Heilung körperlicher Krankheiten mit der Seelsorge zu vermischen.

Blumhardt gelangte zur Gewissheit, dass das Kommen des Reiches Gottes nahe bevorstünde und dass es vorher noch eine „zweite Ausgießung des Heiligen Geistes“ geben werde. Diese Überzeugung beflügelte ihn zu sozialem Handeln.“      (https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Christoph_Blumhardt )

Blumhardts tägliches Gebet vor Gott war: „O, dass doch alle Menschen wieder lernen würden, alles im Gebet vor ihren himmlischen Vater zu bringen.“ Er lehrte, dass die Zeichen, von denen Jesus in Markus 16,18 sprach, ein Versprechen für alle Zeiten sind, und wenn diese Zeichen nicht geschehen, dann aufgrund mangelnden Glaubens. Er nahm seinen Herrn beim Wort.  Viele verließen seinen Dienst befreit von Satans Macht und in großer Freude. Er bezeugte gern die Wunder, die er erlebte, mit den Worten: „Gott sei Dank, der Gott unsrer Väter lebt noch.“

(Miracles & manifestations of the Holy Spirit in the history of the church, Jeff Doles, 2008, Walking Barefoot Ministries, Seffner, Florida. Seite 234)

Hermann Zaiss (1889-1958). Ein Beispiel aus der jüngeren deutschen Geschichte. Wie schon oben berichtet, hatte der deutsche Evangelist Hermann Zaiss die Gabe des Heilens. Menschen erfuhren, dass in seinem Dienst Wunderheilungen geschahen. Sie konnten es selbst miterleben. Das stärkte ihren Glauben, dass Gott auch für sie persönlich solche Wunder durch ihn tun würde. (Lahme tanzen unter der Kanzel, Zeichen und Wunder in den Gottesdiensten von Hermann Zaiss, Peter Schneider, 2010, Asaph Verlag, Lüdenscheid)

Der bekannte britische Pfingstler und Prediger Smith Wiggelsworth (1859-1947) hatte die Gabe der Heilungen. Er berichtet und lehrt: „Wenn dein Herz mit den Notleidenden erbarmen hat, offenbart der Herr seine Gegenwart... Als ich noch im Klempnerberuf tätig war, liebte ich es mit Kranken zu beten. Es kamen oft dringende Rufe, und manchmal hatte ich nicht die Zeit die Hände zu waschen; ja, mit schwarzen Händen predigte ich ihnen denn mein Herz war von Liebe entzündet. Oh, dein Herz muss mit den Kranken mitgehen, du musst mit göttlichen Erbarmen heruntersteigen bis zum tiefsten Grund und Abgrund des Krebses, dann werden die Gaben des Geistes in Tätigkeit treten.

Einmal wurde ich um 10 Uhr abends gerufen, für ein junges Mädchen zu beten, das vom Arzt bereits aufgegeben war. Es hatte die Schwindsucht. Als ich es anschaute wusste ich: Alles ist vergeblich, wenn nicht Gott etwas tut. Ich wandte mich zur Mutter und den anderen Kindern und sagte: „“Ihr geht jetzt schlafen!“ Doch sie wollten nicht. „Gut.“ Sagte ich, nahm den Mantel und wollte gehen. Da schrien sie alle auf: „Wenn du dableibst, gehen wir alle zu Bett!“  Ich wusste Gott tut nichts in einer Atmosphäre Menschlichen Mittleids und Unglauben.  Allein blieb ich zurück. Ich beugte die Knie vor dem Bett und sah mich dem Tode und Teufel gegenüber.  Doch Gott vermag die schlimmste Lage zu verändern und sich als der Allmächtige zu erweisen.

Nun nahte der Kampf. Es schien, als wäre der Himmel verschlossen. Ich bete von elf bis halb vier morgens. Ich sah das Licht vom Angesicht der Leidenden verschwinden, und sie war dahin.  Der Teufel flüsterte: „Nun ist es aus für dich!“ Du kamst von Bradford, und das Mädchen ist unter deinen Händen gestorben.  Ich sagte: „O Gott, das kann nicht sein. Du hast mich nicht umsonst her gesandt. Jetzt ist es an der Zeit, deine Kraft zu offenbaren.“ Die Bibelstelle „...dass die Männer beten... ohne Zweifel“ kam in mein Herz. Der Tod war eingetreten – doch ich wusste, Gott ist mächtig und hat einst das Rote Meer gespalten, und Er ist derselbe heute. Da schaute ich zum Fenster... und in diesen Augenblick erschien das Angesicht Jesu. Es war, als ob Millionen von Strahlen von ihm ausgingen. Wie Er so auf die Hingeschiedene schaute, kam wieder Farbe in ihr Gesicht. Sie bewegte sich und schlief ein. Frühmorgens wachte sie auf, zog ein Kleid an und setzte sich ans Klavier. Sie spielte und sang ein wunderbares Lied.  Die Mutter, Bruder und Schwester, ja alle kamen herein, um zuzuhören. Der Herr hatte es getan. Ein Wunder war vollbracht...

Der Herr hat uns zur Herzensgemeinschaft mit Ihm berufen. Er möchte, dass seine Braut eines Herzens und eines Geistes mit Ihm ist und tut, was Er selbst getan hat...

Die Frucht des Geistes, Sanftmut, muss die Gabe der Heilung begleiten.  Wen Gott mit der Gabe der Heilung betraut und ihn gebraucht, der muss sanftmütig und voller Mitleid sein. Allezeit muss er bereit sein, ein Trostwort zu spenden. Ist der Kranke hilflos und verzagt, muss man mit ihm tragen. Unser Herr Jesus war voll erbarmen, und so müssen wir auch sein, wenn wir den Leidenden helfen wollen.

Sicherlich, es gibt auch Fälle, wo wir rauh sein müssen. Doch dann haben wir es nicht mit der kranken Person, sondern mit Satan selbst zu tun, der dahintersteht und sie gebunden hält. Dein Herz ist dann gleichsam voller Liebe und erbarmen; aber im heiligen Zorn ergrimmend bietest du Satan, den Platz zu verlassen, den er im Kranken eingenommen hat. Du hast es also nicht mit den Kranken, sondern mit den bösen Geist zu tun, bis er in Namen des Herrn ausgetrieben ist...

Beziehe die Stellung, die dir das Wort in 1 Johannes 4 gibt: „Der in euch ist, ist größer, als der in der Welt ist.“ Erkenne, dass nicht du es bist, der mit der Macht des bösen zu tun hast, sondern der Herr selbst, Er, der größer ist. Wunderbar, mit Ihm erfüllt zu sein. Du vermagst nichts aus dir selbst zu tun, aber der in dir ist, bringt den Sieg. Dein Mund, deine Gedanken, dein ganzes Wesen wird vom Herrn bearbeitet und von Ihm erfüllt. Lasst uns aufwachen und Gott glauben! Ehe Gott mich in diese Stelle hereinbringen konnte, musste Er mich tausend male zerbrechen. Ich habe geweint, ich habe geschrien und viele Nächte im heißen Ringen zugebracht. Solange du nicht heruntergestiegen bist, kannst du nicht diese Sanftmut und das herzliche Erbarmen besitzen. Die Gaben der Heilung und der Wunder können nie durch uns tätig sein, es sei denn, wir stehen in Göttlicher Kraft, die Er gibt, es sei denn wir stehen im Glauben, im Glauben auch dann, wenn wir alles getan haben.

Wir haben wunderbare Offenbarungen der Kraft Gottes bereits gesehen, und größere mögen noch geschehen. Doch denke nicht, die Gaben des Geistes werden dir wie reife Äpfel in den Schoss fallen. In einem gewissen Sinn musst auch du für all das, was du empfängst, den Preis bezahlen. Wir sollen streben nach den größten und besten Geistesgaben, aber auch Amen sagen zur jeder Schulung Gottes, die er uns zuteilwerden lässt, damit wir demütige und brauchbare Gefäße werden, durch welche er selbst mit der Kraft des Heiligen Geistes wirken kann.“

(Stanley Howard Frodsham, Smith Wigglesworth Apostel des Glaubens, 13 Auflage 2011, Asaph Verlag, Lüdenscheid, Seite 167 - 169)

Ganze Bibliotheken könnten gefüllt werden mit den Zeugnissen von Menschen, die durch Gottes Eingreifen körperliche Heilung erfahren haben.

Die Geistesgaben

Teil 4 zu diesem Thema

Die Sprachengaben

  1. Die Sprachengaben

-die Gabe der Weissagung, Prophetie bzw. prophetisches Reden

  1. Die Sprachengaben

-die Gabe der Zungenrede

-die Gabe der Auslegung der Zungenrede

1. Die Sprachengaben

-die Gabe der Weissagung, Prophetie bzw. prophetische Reden

Das Amt des Propheten

Im Alten Testament gab es das Amt des Propheten, so wie auch Weissagung und prophetische Worte, die Gott auserwählten Menschen gab. Es ist hier nicht dran, dies zu besprechen, da es ein anderes Thema ist. Wir wollen hier über die Gabe der Prophetie im Neuen Testament reden. In der neutestamentlichen Gemeinde gibt es ebenfalls das Amt des Propheten.

An dieser Stelle nur kurz zwei Bibelstellen zu „Amt des Propheten“ im Neuen Testament

1.Korinther 12,

28 Und Gott hat in der Gemeinde etliche eingesetzt, erstens als Apostel, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer; sodann Wunderkräfte, dann Gnadengaben der Heilungen, der Hilfeleistung, der Leitung, verschiedene Sprachen

Epheser 4,

11 Und Er hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer,12 zur Zurüstung der Heiligen, für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes des Christus,

In Vers 12 sind die offiziellen Ämter gemeint, aber es gilt genauso für die Geistesgaben.

Auch mit dem neutestamentlichen Amt des Propheten beschäftigen wir uns hier nicht, da auch das ein anderes Thema ist. Wir konzentrieren uns hier nur auf die Gabe der Prophetie in Menschen wie du und ich. Wenn eine Person diese Gabe hat und durch Gott gebraucht wird, bedeutet das noch lange nicht, dass er ein Prophet ist.

Weissagung, Prophetie bzw. prophetische Reden im Neuen Testament

Römer 12 (Neue Genfer Übersetzung),

Denn die Gaben, die Gott uns in seiner Gnade geschenkt hat, sind verschieden. Wenn jemand die Gabe des prophetischen Redens hat, ist es seine Aufgabe, sie in Übereinstimmung mit dem Glauben zu gebrauchen. Wenn jemand die Gabe hat, einen praktischen Dienst auszuüben, soll er diese Gabe einsetzen. Wenn jemand die Gabe des Lehrens hat, ist es seine Aufgabe zu lehren. Wenn jemand die Gabe der Seelsorge hat, soll er anderen seelsorgerlich helfen. Wer andere materiell unterstützt, soll es uneigennützig tun. Wer für andere Verantwortung trägt, soll es nicht an der nötigen Hingabe fehlen lassen. Wer sich um die kümmert, die in Not sind, soll es mit fröhlichem Herzen tun.

Ich wiederhole Vers 6, da wir hier über die Gabe des prophetischen Redens sprechen.

„6 Denn die Gaben, die Gott uns in seiner Gnade geschenkt hat, sind verschieden. Wenn jemand die Gabe des prophetischen Redens hat, ist es seine Aufgabe, sie in Übereinstimmung mit dem Glauben zu gebrauchen.“

Es ist interessant, dass hier prophetisches Reden bzw. Weissagung neben Gaben wie Seelsorge, Lehren, Verantwortung tragen und finanzieller Unterstützung aufgeführt wird.  Niemand würde sagen, dass Gaben wie Seelsorge, Lehren, Verantwortung tragen und finanzielle Unterstützung nicht Teil unseres Gemeindelebens sein sollten. Aber, mitten unter diesen ‚normalen’ Gaben ist prophetisches Reden bzw. Weissagung bzw. Prophetie genannt.

Es ist auch wichtig zu sehen, dass da steht: wem Weissagung gegeben ist, der soll „seine Aufgabe in Übereinstimmung mit dem Glauben gebrauchen.“  Alles was wir tun, tun wir im Vertrauen, im Glauben. By faith! Warum im Glauben? Weil es nicht möglich ist, diese Gaben ohne Gottvertrauen und ohne Glauben wirken zu lassen. Es ist menschlich nicht machbar, prophetisch zu reden! Nur der Heilige Geist kann es ermöglichen!

1. Petrus 1,

20 In diesem Zusammenhang ist es von größter Wichtigkeit, dass ihr Folgendes bedenkt: Keine einzige prophetische Aussage der Schrift ist das Ergebnis eigenmächtiger Überlegungen des jeweiligen Propheten. 21 Anders gesagt: Keine Prophetie hat je ihren Ursprung im Willen eines Menschen gehabt. Vielmehr haben Menschen, vom Heiligen Geist geleitet, im Auftrag Gottes geredet.

Petrus sagt also über prophetisches Reden:

  1. Keine einzige prophetische Aussage ist das Ergebnis eigenmächtiger Überlegungen. Weissagung kann also keine menschlich vorbereitete Predigt sein wie aber manche, behaupten.
  2. Keine Prophetie hat je ihren Ursprung im Willen eines Menschen gehabt. Unser Wille ist nur so weit involviert, dass wir uns entscheiden müssen, ob wir dem Heiligen Geist erlauben, durch uns zu wirken. Was aus unserem Innersten über unsere Stimmbänder herausfließt, ist nicht von uns, sondern von Gott.
  3. Menschen haben vom Heiligen Geist geleitet im Auftrag Gottes geredet. Prophetisches Reden geschieht im Auftrag Gottes und ist vom Heiligen Geist geführt.

Es ist also Gott, der durch einen Menschen redet!

Wie oben bereits aufgezeigt, ist die Gabe des prophetischen Redens eine der drei Sprachengaben. Die anderen zwei Gaben sind Zungen/Sprachen und Auslegung von Zungen/ Sprachen.

Diese Gabe ist für uns in dieser Zeit, die Zeit in der du und ich leben, gegeben worden! Das lesen wir u.a. in Apostelgeschichte 3,

14 Jetzt trat Petrus zusammen mit den elf anderen Aposteln vor die Menge. Mit lauter Stimme erklärte er: »Ihr Leute von Judäa und ihr alle, die ihr zur Zeit hier in Jerusalem seid! Ich habe euch etwas zu sagen, was ihr unbedingt wissen müsst.  Hört mir zu! 15 Diese Leute hier sind nicht betrunken, wie ihr vermutet. Es ist ja erst neun Uhr morgens. 16 Nein, was hier geschieht, ist nichts anderes als die Erfüllung dessen, was Gott durch den Propheten Joel angekündigt hat. 17 ›Am Ende der Zeit‹, so sagt Gott,
›werde ich meinen Geist über alle Menschen ausgießen.
Dann werden eure Söhne und eure Töchter prophetisch reden;

die Jüngeren unter euch werden Visionen haben
und die Älteren prophetische Träume.
18 Sogar über die Diener und Dienerinnen, die an mich glauben,
werde ich in jener Zeit meinen Geist ausgießen,
und auch sie werden prophetisch reden.

  1. Leben wir in den letzten Tagen, ist es das Ende der Zeit? Bereits eine oberflächliche Auseinandersetzung mit biblischen Texten, Eschatologie und Biblischer Prophetie, lässt keinen Zweifel, dass wir in den letzten Tagen, vor der Wiederkunft Jesu Christi, leben.
  2. Im Alten Testament kam der Heilige Geist nur auf Auserwählte. Nach Joel und Petrus, wird im Zeitalter das an Pfingsten begann, der Heiligen Geist von allen Gläubigen empfangen.
  3. Nach Joel und Petrus, werden „Söhne und Töchter“ prophetisch reden.
  4. Nach Joel und Petrus, werden „Jüngere“ Visionen und „Ältere“ prophetische Träume haben.
  5. Nach Joel und Petrus: auf Diener und Dienerinnen, die gläubig geworden sind – also auch auf Menschen, die in unserer Gesellschaft Bedienstete sind, Putzfrauen, Arbeiter, Kellner usw. sind - „werde ich in jener Zeit meinen Geist ausgießen, und auch sie werden prophetisch reden“.
  6. Nach Joel und Petrus hat das Ausgießen des Heiligen Geistes u.a. zur Folge, dass Menschen prophetisch reden werden.

Die erste unter den Gaben!

Paulus räumt der Gabe des prophetischen Redens einen besonders wichtigen Platz ein. Er stellt sie als die wichtigste und am meisten zu begehrende der Geistesgaben dar:

1. Korinther 14,

1 bemüht euch auch eifrig um die Geisteswirkungen; am meisten aber, dass ihr weissagt!

Ich wünschte, dass ihr alle in Sprachen reden würdet, noch viel mehr aber, dass ihr weissagen würdet. Denn wer weissagt, ist größer, als wer in Sprachen redet; es sei denn, dass er es auslegt, damit die Gemeinde Erbauung empfängt.

25 Wenn nun die ganze Gemeinde am selben Ort zusammenkäme, und alle würden in Sprachen reden, und es kämen Unkundige oder Ungläubige herein, würden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid? 24 Wenn aber alle weissagten, und es käme ein Ungläubiger oder Unkundiger herein, so würde er von allen überführt, von allen erforscht; 25 und so würde das Verborgene seines Herzens offenbar, und so würde er auf sein Angesicht fallen und Gott anbeten und bekennen, dass Gott wahrhaftig in euch ist. 39 Also, ihr Brüder, strebt danach, zu weissagen, und das Reden in Sprachen verhindert nicht.

Diese Texte zeigen uns, für wie wichtig Paulus diese Gabe hält.

Paulus sagt uns in Vers 39 noch einmal, „Also, ihr Brüder, strebt danach, zu weissagen.“

Der Kontext ist der Gottesdienst!

Warum er es in Vers 39 wiederholt, lesen wir in Vers 24 und 25

24 Wenn aber alle weissagten, und es käme ein Ungläubiger oder Unkundiger herein, so würde er von allen überführt, von allen erforscht; 25 und so würde das Verborgene seines Herzens offenbar, und so würde er auf sein Angesicht fallen und Gott anbeten und bekennen, dass Gott wahrhaftig in euch ist.“

Was ist nach Paulus die Frucht der Gabe des prophetischen Redens im Gottesdienst für einen Ungläubigen oder Unkundigen, der in den Gottesdienst hereinkommt?

  • „so würde er von allen überführt, von allen erforscht; 25 und so würde das Verborgene seines Herzens offenbar, und so würde er auf sein Angesicht fallen und Gott anbeten und bekennen, dass Gott wahrhaftig in euch ist.“

Wow! Beim ursprünglichen Schreiben dieses Textes habe ich meiner Frau diesen Vers vorgelesen, während wir am Frühstücken waren, denn er begeistert mich so sehr!

Ist so eine Frucht begehrenswert? Keine Frage!

Die Gaben des Geistes sind hilfreiche Werkzeuge in der Evangelisation!

Durch die Gabe des prophetischen Redens spricht Gott übernatürlich durch einen Gläubigen zur Gemeinde oder einem Einzelnen. Ich habe es aber auch erlebt, dass Gott durch einen Ungläubigen zu mir sprach, ohne dass diese Person es wusste. Wir wissen, dass Gott einen Esel gebrauchen konnte, um mit Bileam zu reden. Das gibt mir Hoffnung, dass er auch durch mich prophetisch sprechen wird!

Die Schrift ist eindeutig, wie die Gabe des prophetischen Redens im Kontext des Neuen Testamentes zu wirken hat. Prophetische Rede soll aufbauen, ermutigen, ermahnen und trösten. So lesen wir es in

1. Korinther 14,

3 Wer aber weissagt, redet zu den Menschen zur Erbauung und Ermahnung und Tröstung. 4 Wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst; wer aber weissagt, erbaut die Gemeinde.

Der Sprecher weissagt hierbei in seiner Muttersprache oder in einer ihm bekannten Sprache.

Das hebräische Wort für prophezeien oder weissagen ist nebuah und heißt übersetzt:  „sprechen, singen, für Gott zu sprechen,“ und naba heißt: „prophezeien oder herausfließen, sprudeln.“

Es birgt auch den Gedanken, zu „sprudeln“ wie eine Quelle, in sich. Im Griechischen bedeutet das Wort Phrofeta: „für einen anderen sprechen“. Biblisch meint es daher, für Gott zu sprechen oder sein Sprecher zu sein.

Das Bild vom Wasser, das aus einer Quelle sprudelt, spricht auch von den Geistesgaben. Wenn Gott durch uns spricht, sprudelt es aus unserem Innersten heraus! Gott legt die Gabe in unser Innerstes und nicht in unseren Kopf. Jesus hat es so beschrieben:

Johannes 7 (Neue Genfer Übersetzung),

38 Wenn jemand an mich glaubt, werden aus seinem Inneren, wie es in der Schrift heißt, Ströme von lebendigem Wasser fließen.« 39 Er sagte das im Hinblick auf den Heiligen Geist, den die empfangen sollten, die an Jesus glaubten.

Prophetie darf nicht mit okkulter Wahrsagerei verwechselt werden, die uns durch die Bibel streng verboten ist!

In der Gemeinde, sagt Paulus, sollen wir prophetisches Reden nicht verachten, sondern anstreben, da sie ein Wirken des Heiligen Geistes ist. Wir sind aber aufgefordert, die Weissagung zu prüfen, da sie auch mit menschlichen Gedanken vermischt sein können.

1. Thessalonicher 5 (Neue Genfer Übersetzung),

19 Legt dem Wirken des Heiligen Geistes nichts in den Weg! 20 Geht nicht geringschätzig über prophetische Aussagen hinweg, 21 sondern prüft alles. Was gut ist, das nehmt an.

Was bedeutet?  „sondern prüft alles. Was gut ist, das nehmt an.“

  • Weil wir als Menschen unvollkommene Wesen sind, kann es passieren, dass Gott jemandem ein prophetisches Wort gibt, diese Person aber etwas dazu fügt oder weglässt, oder dass es gar nicht von Gott war, sondern die eigenen Gedanken. Deshalb sollten wir alles prüfen!  Ein prophetisches Wort sollte immer bestätigen, was Gott schon in unser Herz gelegt hat, oder legen wird. Es bestätigt, was der Herr uns schon gesagt hat, oder noch sagen wird. Es ist nicht da, um uns ohne Bestätigung zu führen.

Die Schrift sagt in 2. Korinther 13,

1»Durch zweier und dreier Zeugen Mund soll jede Sache bestätigt werden!«

Was bedeutet?“ 20 Geht nicht geringschätzig über prophetische Aussagen hinweg,“

  • Es sind Gottes Worte, die an uns gerichtet werden! Weil sie aber durch Menschen kommen, ist es menschlich, sie geringschätzig zu beachten (es kann sein, dass je nachdem, was wir über den Menschen denken, wie wir zu dem Menschen stehen, durch den dieses Wort zu uns kommt, wir auch zu dem Wort stehen, das durch ihn gebracht wird); aber es ist GOTTES REDEN! Davor müssen wir Respekt haben!

Was soll diese Gabe in uns und anderen bewirken?

  • Die Gabe der Weissagung als solche, wie schon gesagt, dient der Erbauung, Ermutigung, Ermahnung und Tröstung.

Weissagen ist nicht Predigen. Predigen ist das Verkünden, Bekanntgeben oder Aussagen einer Botschaft. Das Predigen geschieht auch unter einer Salbung, aber durch den menschlichen Geist und Verstand formuliert. Die Weissagung geschieht dagegen durch Gottes Geist, der durch den Gläubigen fließt, es geht nicht über den Verstand. Prophetische Worte oder Weissagungen können aber ein Teil einer Predigt sein!

Beispiele von prophetischem Reden in der Apostelgeschichte:

Apostelgeschichte 22 (Neue Genfer Übersetzung),

12 In Damaskus wohnte ein frommer und gesetzestreuer Mann, Hananias, der bei allen Juden der Stadt in hohem Ansehen stand. 13 Hananias suchte mich auf, trat zu mir und sagte: ›Saul, mein Bruder, du sollst wieder sehen können!‹ Im selben Augenblick sah ich ihn vor mir stehen; ich konnte wieder sehen! 14 Hananias sagte: ›Der Gott unserer Väter hat dich dazu erwählt, zu erkennen, was sein Wille ist. Er hat bestimmt, dass du den siehst, der gerecht ist, und ihn persönlich mit dir reden hörst. 15 Denn du sollst sein Zeuge sein und allen Menschen von dem berichten, was du gesehen und gehört hast.

Was war das prophetische Wort hier?

  • Die Bestätigung der Berufung, Fähigkeiten und Tätigkeiten des Paulus.

Apostelgeschichte 21,

8 Am folgenden Tag aber zogen wir aus und kamen nach Cäsarea; und wir gingen in das Haus des Philippus, des Evangelisten, der einer von den Sieben war, und blieben bei ihm.
9 Dieser aber hatte vier Töchter, Jungfrauen, die weissagten.
10 Als wir nun mehrere Tage blieben, kam ein Prophet mit Namen Agabus von Judäa herab. 11 Und er kam zu uns und nahm den Gürtel des Paulus und band sich die Füße und die Hände und sprach: Dies sagt der Heilige Geist: Den Mann, dem dieser Gürtel gehört, werden die Juden in Jerusalem so binden und in die Hände der Nationen überliefern.

Die 4 Töchter des Philippus konnten weissagen! Waren sie Propheten?

  • Nein, das sagt die Schrift nicht. Wir hören nichts Weiteres von diesen Frauen.

Warum gibt uns Lukas diese Information?

  • Ich denke, er erzählt dies als ein Beispiel für uns, dass die unverheirateten Töchter, so wie Joel es vorausgesagt hat, die Gabe des prophetischen Redens hatten, obwohl sie keine Propheten waren.

Was aber war Agabus?

  • Er war ein neutestamentlicher amtierender Prophet.

Was tat er laut Vers 11?

  • „, Und er kam zu uns und nahm den Gürtel des Paulus und band sich die Füße und die Hände und sprach: Dies sagt der Heilige Geist: Den Mann, dem dieser Gürtel gehört, werden die Juden in Jerusalem so binden und in die Hände der Nationen überliefern.“

Es war prophetisches Reden!

Der Zweck der Gabe in Agabus war, Paulus zu warnen und zu ermutigen.

Wer sprach hier durch Agabus?

  • Interessanterweise wird es in diesem Text betont: „Dies sagt der Heilige Geist“

Apostelgeschichte 11,

27 In diesen Tagen aber kamen Propheten von Jerusalem herab nach Antiochia. 28 Und einer von ihnen, mit Namen Agabus, trat auf und zeigte durch den Geist eine große Hungersnot an, die über den ganzen Erdkreis kommen sollte; diese trat dann auch ein unter dem Kaiser Claudius. 29 Da beschlossen die Jünger, dass jeder von ihnen gemäß seinem Vermögen den Brüdern, die in Judäa wohnten, eine Hilfeleistung senden solle; 30 das taten sie auch und sandten sie an die Ältesten durch die Hand von Barnabas und Saulus.

Was war die Weissagung?

  • Eine Hungersnot wird kommen!

Was hat sie bewirkt?

  • Es wurde Hilfeleistung für die Brüder in Judäa geleistet.

Was wäre geschehen, wenn die Christen nicht für das prophetische Reden offen gewesen wären?

  • Dann hätte die Hungersnot sie unvorbereitet überfallen, ohne Hilfeleistung.

Diese Gegebenheit zeigt das Prophetische Rede eine praktische Gabe ist, die der Gemeinde Jesu dient!

Apostelgeschichte 13,

1Und in Antiochia waren in der dortigen Gemeinde einige Propheten und Lehrer, nämlich Barnabas und Simeon, genannt Niger, und Lucius von Kyrene und Manahen, der mit dem Vierfürsten Herodes erzogen worden war, und Saulus. Als sie nun dem Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir Barnabas und Saulus aus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe! Da fasteten und beteten sie, legten ihnen die Hände auf und ließen sie ziehen.

Was war die Weissagung?

  • „sprach der Heilige Geist: Sondert mir Barnabas und Saulus aus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe!“

Was hat Sie bewirkt?

  • Da fasteten und beteten sie, legten ihnen die Hände auf und ließen sie ziehen.“

Die Gabe war praktisch, richtungweisend und ermutigend!

Was wäre geschehen, wenn die Christen nicht für das prophetische Reden offen gewesen wären?

  • Dann wären sie alle unsicher gewesen über die Berufung und was der Herr wollte!

Wie funktioniert die prophetische Rede?

Erstens müssen wir erkennen, dass Paulus die Gabe des prophetischen Redens als eine Selbstverständlichkeit für alle Gläubigen ansieht. Das haben wir ja schon von Joel und Petrus gelernt. Die Gabe ist für alle geisterfüllten Christen!

In 1. Korinther 14 spricht er vom Gebrauch der Gabe im Gottesdienst.

31 Auf diese Weise hat – ohne dass mehrere gleichzeitig reden – jeder von euch die Möglichkeit, eine prophetische Botschaft weiterzugeben, sodass dann alle etwas lernen und alle ermutigt werden.

Jeder hat die Möglichkeit prophetisch zu reden, sagt Paulus. Wieder sehen wir das Prinzip: Weissagung ist nicht nur für wenige wichtige Geistliche, sondern für jeden Gläubigen!

Die Selbstverständlichkeit, dass Männer, genau wie auch Frauen, prophetisch reden sollen, können und tun, sahen wir schon bei den Töchtern des Philippus.

Im Kontext von der Kopfbedeckung im Gottesdienst lesen wir in 1. Korinther 11, Wenn ein Mann seinen Kopf bedeckt, während er betet oder prophetisch redet, entehrt er den, der sein Haupt ist. Eine Frau hingegen entehrt ihr Haupt, wenn sie ohne Kopfbedeckung betet oder prophetisch redet.

Paulus erwähnt Frauen, weil auch sie prophetisch reden sollen! Auch im Gottesdienst!

Wir müssen die Gabe nicht nur begehren, sondern auch verstehen, dass Gott es als nichts Ungewöhnliches ansieht, sie uns zu geben.

Der Heilige Geist ist in unserem Inneren bzw. in unserem Leib.

Jesus sagt in Johannes 7, 38 Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. 39 Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, welche an ihn glauben;

Hoffnung für alle: 38 Wer mir vertraut, wird erfahren, was die Heilige Schrift sagt: Von ihm wird Leben spendendes Wasser ausgehen wie ein starker Strom.«

Wenn Gott durch uns spricht, sprudelt es aus unserem Innersten heraus! Gott legt die Gabe in unser Innerstes und nicht in unseren Kopf. Der Heilige Geist spricht aus unserem Inneren und nicht durch unseren Kopf!

Römer 8,

14 Alle, die sich von Gottes Geist leiten lassen, sind seine Söhne und Töchter. 16 Ja, der Geist selbst bezeugt es uns in unserem Innersten, dass wir Gottes Kinder sind.

Genauso ist es auch mit den Geistesgaben z.B. dem prophetischen Reden; Gottes Geist kommuniziert aus unserem Innersten oder wie manche es übersetzen: Er gibt Zeugnis gemeinsam mit unserem Geist! Es fließt und wirkt aus unserem Innersten, aus unserem Geist, nicht unserem Verstand!

Paulus sagt in 1. Korinther 14 im Kontext des Gebets und Lobgesangs im Gottesdienst,

15 Wie soll es nun sein? Ich will mit dem Geist beten, ich will aber auch mit dem Verstand beten; ich will mit dem Geist lobsingen, ich will aber auch mit dem Verstand lobsingen.

Predigen, Ermutigen usw. geht vom Geist geleitet durch den menschlichen Verstand, aber Weissagung kommt aus unserem Innersten, vom Heiligen Geist, der durch unseren Geist wirkt! Wir weissagen im Geist!

Der Heilige Geist spricht in ganz unterschiedlicher Weise durch verschiedene Menschen mit dieser Gabe.  Es kann in Form von künstlerische Gestaltung, Visionen, Träume, Worte oder Eindrücke, die jemandem auf übernatürliche Weise gegeben werden, sein. Petrus zitiert Joel in Apostelgeschichte 3,

  • ›Am Ende der Zeit‹, so sagt Gott,
    ›werde ich meinen Geist über alle Menschen ausgießen.
    Dann werden eure Söhne und eure Töchter prophetisch reden;
    die Jüngeren unter euch werden Visionen haben
    und die Älteren prophetische Träume.
    18 Sogar über die Diener und Dienerinnen, die an mich glauben,
    werde ich in jener Zeit meinen Geist ausgießen,
    und auch sie werden prophetisch reden.

Joel spricht hier von: Träume, Visionen, prophetische Rede. Visionen können auch als Bilder übersetzt werden. Meine Frau und ich haben deutsche Freunde aus Hessen, die wir seit 2011 gut kennen. Sie haben beide die Gabe der Weissagung. Meistens ist es bei ihnen so, dass sie ein Bild oder einige Bilder für eine Person oder die Gemeinde empfangen. Manchmal ist da eine Bildfolge wie in einem Film, die sich in ihrem Inneren abspielt. Sie spüren dann stark, für wen diese Bilder sind. Sie teilen diese Bilder, manchmal auch von Worten erläutert, der Person oder den Personen mit, die Gott ihnen aufs Herz legt. Gott zeigt ihnen in Bild-Form Dinge, die sie nicht hätten wissen können. Sie müssen dann im Vertrauen auf Gott, dass es richtig ist, dass was sie empfangen haben, im Glauben der Person mitteilen, die Gott auf ihr Herzen gelegt hat. Sie sind so schon für viele zum großen Segen geworden.

Gott gibt, wie auch in den Gaben der Erkenntnis und Weisheit, nicht alle Erkenntnis, alle Weisheit oder alles was prophetisch zu reden möglich wäre. Er gibt nur einen Teil, nur genug für die gegebene Situation. So lesen wir es in 1. Korinther 13 (Neue Genfer Übersetzung),

Denn was wir erkennen, ist immer nur ein Teil des Ganzen, und die prophetischen Eingebungen, die wir haben, enthüllen ebenfalls nur einen Teil des Ganzen.

Gott schenkt uns gewöhnlich, was nötig ist, aber nicht mehr!

Diese Gabe bewirkt wunderbare Frucht. Z.B. als ich bei einer Tagung von Christ und Jurist e.V. war, hörte ich eine Anwältin, die Zeugnis davon gab, wie Gott prophetisches Reden zusammen mit der Gabe der Erkenntnis gebrauchte, um sie anzusprechen. Es ging dabei um private und persönliche Dinge, die niemand wusste. Gott hat sie nicht bloßgestellt, vielmehr hat er ihr durch diese Gaben seine große Liebe kundgetan. Das führte dazu, dass sie ihr Leben ganz ohne Vorbehalt, Jesus übergab.

Es ist aber auch wichtig zu wissen, dass, obwohl unser Verstand nicht der Ursprung des prophetischen Redens ist, wir immer die Kontrolle haben! Gott respektiert unseren Willen.

Gott ist auch ein Gott der Ordnung. Also wenn wir den Eindruck haben, dass wir weissagen sollen, können wir bis zum richtigen Moment warten.

Das lesen wir in 1. Korinther 14,

29 Und wie steht es mit dem prophetischen Reden? Von denen, die diese Gabe haben, sollen ebenfalls nur zwei oder drei das Wort ergreifen; die anderen ´Gläubigen` sollen das Gesagte beurteilen. 30 Und wenn, ´während jemand eine prophetische Botschaft verkündet,` einem, der dabeisitzt ´und zuhört`, von Gott etwas offenbart wird, soll der Redende seinen Beitrag beenden, um den Betreffenden zu Wort kommen zu lassen. 31 Auf diese Weise hat – ohne dass mehrere gleichzeitig reden – jeder von euch die Möglichkeit, eine prophetische Botschaft weiterzugeben, sodass dann alle etwas lernen und alle ermutigt werden. 32 Propheten stehen schließlich nicht unter dem Zwang, reden zu müssen, wenn sie eine prophetische Botschaft empfangen. 33 Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern ein Gott des Friedens.

Manchmal schenkt Gott uns einen Traum. Man wird dann wach mit dem starken Bewusstsein, dass das, was man geträumt hat, von Gott war. In Matthäus 1, lesen wir von Josephs Traum,

18 Maria, seine Mutter (Jesu Mutter), war mit Josef verlobt Aber noch bevor die beiden geheiratet und Verkehr miteinander gehabt hatten, erwartete Maria ein Kind; sie war durch den Heiligen Geist schwanger geworden. 19 Josef, ihr Verlobter, war ein Mann mit aufrechter Gesinnung. Er nahm sich vor, die Verlobung aufzulösen, wollte es jedoch heimlich tun, um Maria nicht bloßzustellen. 20 Während er sich noch mit diesem Gedanken trug, erschien ihm im Traum ein Engel des Herrn und sagte zu ihm: »Josef, Sohn Davids, zögere nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen! Denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. 21 Sie wird einen Sohn zur Welt bringen. Dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk von aller Schuld befreien.«

Was ist in Josephs Traum passiert?

  • Es erschien ihm ein Engel, der ihn beruhigte und ihm Gottes Wirken und Plan verkündigte.

Wo ist das prophetische Reden in diesen Text?

  • 21 Sie wird einen Sohn zur Welt bringen. Dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk von aller Schuld befreien.«

Träume in der Bibel sind ein interessantes Thema für sich. Im Kontext des prophetischen Redens ist es aber genug zu wissen, dass Gott auch auf diese Art mit uns spricht.

Manchmal zeigt sich die Gabe auf eine ganz einfache Weise. Bei dieser Gabe kann es sein, dass man einen Eindruck hat, jemandem einen Bibelvers und bestimmte ermutigende Worte geben zu sollen. Ich habe einen guten Freund und Liedermacher, aus dem Hessischen Hinterland. Er besuchte uns vor einiger Zeit in Lachen. Am Sonntag nach seinem Besuch, spürte ich, dass ich ihm schreiben und ihn mit einem bestimmten Bibelvers ermutigen sollte! Das tat ich dann, ohne zu wissen, was in seinem Leben gerade ablief. Sonntagabend rief er mich dann an und erzählte: seine schwangere Schwiegertochter hat an diesem Sonntag ihr Kind verloren; meine Worte waren genau richtig, um ihn und seine Familie stark zu ermutigen. Das war ein prophetisches Wort!

Weitere Beispiele dieser Gabe

Apostelgeschichte 16,

Paulus und seine Begleiter zogen nun durch den Teil Phrygiens, der zur Provinz Galatien gehört. Eigentlich hatten sie vorgehabt, die Botschaft ´Gottes` in der Provinz Asien zu verkünden, aber der Heilige Geist hatte sie daran gehindert. Als sie sich dann Mysien näherten, versuchten sie, nach Bithynien weiterzureisen, aber auch das ließ der Geist Jesu nicht zu. Da zogen sie, ohne sich aufzuhalten, durch Mysien, bis sie in die Hafenstadt Troas kamen. Dort hatte Paulus in der Nacht eine Vision. Er sah einen Mazedonier ´vor sich` stehen, der ihn bat: »Komm nach Mazedonien herüber und hilf uns!« 10 Daraufhin suchten wir unverzüglich nach einer Gelegenheit zur Überfahrt nach Mazedonien; denn wir waren überzeugt, dass Gott selbst uns ´durch diese Vision` dazu aufgerufen hatte, den Menschen dort das Evangelium zu bringen.

In Vers 7 wird der Heilige Geist als der Geist Jesu bezeichnet. Ich liebe diesen Namen, Geist Jesu, weil Jesus und der Heilige Geist so eng miteinander verbunden sind.

Was geschah mit Paulus in der Hafenstadt Troas?

  • Er hatte eine Vision, die ihnen Gottes Willen und Richtung klarmachte.

Wie hat der Heilige Geist seinen Willen klargemacht?

  • Durch eine Vision bzw. Bild.

Was war die Überzeugung, die dieser Vision folgte?

  • „denn wir waren überzeugt, dass Gott selbst uns durch diese Vision dazu aufgerufen hatte, den Menschen dort das Evangelium zu bringen.“

War die Vision prophetisches Reden?

  • Ja, es war eine Form des prophetischen Redens. Gott gibt eine Aussage oder Weisung durch eine Vision und der Empfänger der Vision teilt die Botschaft dem mit, für den sie bestimmt ist. Hier empfängt Paulus die Vision und teilt die Botschaft, die sie enthält, dann denn Mitreisenden mit. Diese Mitteilung war eine Weissagung.

Beispiele aus eigenem Erleben der Gabe der Prophetie

  • Anfang der neunziger Jahre hatte meine Frau einen Traum, in dem ein großer LKW in den Abgrund raste und verunglückte. Zu der Zeit waren wir aktiv in einer großen charismatischen Gemeinde in Durban, Südafrika, die von zwei Pastoren geleitet wurde. Die Gemeinde florierte und viel Gutes geschah. Alles schien perfekt zu sein. Der Herr zeigte ihr, dass der verunglückte große LKW die Gemeinde war. Wir waren Teil des Leiterschaftsteams der Gemeinde. Es war schwer für uns zu verstehen. Dann passierte es, die beiden Pastoren stritten sich und gingen getrennte Wege. Die Gemeinde verschwand total. Es gibt sie nicht mehr. Die Mitglieder haben sich zerstreut. Beide Pastoren sind inzwischen verstorben. Wir waren vorbereitet, vom Herrn vorgewarnt und konnten dadurch Menschen beistehen, die in diesem Prozess verletzt wurden.
  • Etwa 10 Jahre später waren wir in einer großen Baptisten-Gemeinde in Durban, Südafrika.  Die Gemeinde hatte ein wunderschönes neues Gemeindehaus, es lag viel Segen auf dem Werk. Unsere Kinder waren sehr glücklich in dieser Gemeinde. Wir genossen es, dass es in der Gemeinde so viele geistliche Familien mit Kindern im Alter unserer Kinder gab. In der Zeit veranlasste die Südafrikanische Regierung ein Programm, das die Moral der Menschen in Südafrika verbessern sollte. Große Banken und Konzerne halfen mit der Finanzierung dieses Programms. Es basierte darauf, dass alle Religionen gleich seien und dass alle Religionen und auch Atheisten und Agnostiker die Moral fördern würden, wenn wir nur erkennen würden, dass alle das gleiche Ziel hätten. Die Gemeinde entschied sich, mitzumachen. Mein Geist war tief betrübt. Der Herr sprach zu mir, dass die Gemeinde den Segen des Herrn verlieren wird, wenn sie mitmacht. Der Herr befahl mir, dies den zwei Pastoren und der Leiterschaft als Warnung vom Herrn zu sagen. Das tat ich. Leider entschied die Mehrheit der Leitung, mitzumachen. Einige Wochen danach verließen beide leitenden Pastoren die Gemeinde. Es war eine Zeit von furchtbarer Prüfung für die Gemeinde. Viele Menschen verließen die Gemeinde, nicht wegen des Programms, das die Gemeinde mitmachte, sondern weil es offenbar war, dass der Segen nicht mehr vorhanden war. Der Herr ließ uns als Familie aber nicht gehen. Er wollte, dass wir den Gemeindemitgliedern in der Zeit der Unruhe, Heilung und Frieden brachten. Wir blieben in der Gemeinde, bis wir Anfang 2007 Südafrika verließen, weil wir einen Auftrag für Rwanda empfangen hatten.
  • Meine Frau hatte ein negatives Erlebnis, das sie schwer belastete und ihr die Freude nahm. Da rief mich ein Freund an, der davon nichts wissen konnte. Er rief mich an und fragte, ob er vorbeikommen könne. (Er ist ein guter Freund und wahrer Bruder im Herrn aus der Pfalz...) Aber aus verschiedenen Gründen war es an dem Tag nicht passend; das sagte ich ihm. Daraufhin sagte er mir, dass der Herr will, dass er uns segnet, und dass es nicht darum geht, dass er uns einfach nur mal so besuchen wolle. Jesus hatte ihm einen starken Eindruck gegeben, dass er uns besuchen soll. Da haben wir natürlich zugestimmt, dass er uns besuchen kommt. Als er bei uns war, fing er an zu beten; da gab Gott ihm ein Wort der Erkenntnis genau zu dem, was meine Frau erlebt hatte. Er hatte es unmöglich wissen können, es sei denn unser Herr zeigte es ihm. Außerdem hatte er prophetische Worte für uns, die uns sehr ermutigt haben. Unser Gott ist so unbeschreiblich wunderbar! Er wusste, was wir brauchen und gab ein Wort der Weissagung genau zur rechten Zeit.
  • Meine Frau und ich erinnern uns an ein anderes Erlebnis, das wir miterlebten.  Es gab da eine Frau, deren Kind verstorben war, von dem sie nie sprach und niemand in der Gemeinde wusste es. Eines Tages war da ein Besucher im Gottesdienst, der hatte ein Bild von dem verstorbenen Kind dieser Frau, dass es genau beschrieb. Dann folgte ein ermutigendes prophetisches Reden.  Die Frau fing an zu schluchzen. Die Gemeindemitglieder dachten, dass der Besucher mit dem Bild und der Weissagung einen großen Fehler begangen habe. Aber die Frau erzählte unter Tränen der Freude von ihrem verstorbenen Kind und wie Jesus ihr durch dieses Bild und die Weissagung gezeigt hat, wie lieb er sie und ihr Kind hat.

Persönliche prophetische Worte

Es gab viele prophetische Worte, die mich über die Jahre stark ermutigt haben, so wie prophetisches Reden auch Timotheus gestärkt hat. Wir lesen davon in

1. Timotheus 1,

18 Dieses Gebot vertraue ich dir an, mein Sohn Timotheus, gemäß den früher über dich ergangenen Weissagungen, damit du durch sie gestärkt den guten Kampf kämpfst

1. Timotheus 1 (Hoffnung für alle),

18 So sieht also der Auftrag aus, den ich dir anvertraue, Timotheus, mein lieber Sohn; er stimmt mit den prophetischen Aussagen überein, die seinerzeit über dich gemacht wurden. Gestärkt durch diese Zusagen, sollst du den guten Kampf kämpfen,

Ich gebe einige prophetische Aussagen weiter, die ich in meinen Leben erhalten habe und die mich und meine Familie gestärkt haben, den guten Kampf zu kämpfen - so wie es auch bei Timotheus war!

  • In meinem 11. oder 12. Schuljahr ging ich in der Stadt Stanger (Südafrika) zur Schule. Ein Missionarsehepaar war in der Gemeinde zu Besuch. Sie prophezeiten über mir, dass Gott mich berufen hat, Pionier für ihn zu sein. Das ist in kleinen und großen Sachen tatsächlich Teil meiner Biographie geworden. Vieles konnte ich durch Gottes Gnade ins Leben rufen. Die Weissagung hat sich im Kleinen und im Großen 100% erfüllt und erfüllt sich weiter in meinem Leben!
  • Als meine Frau und ich Studenten waren, (wir waren zu der Zeit noch nicht verheiratet) kam der Prophet Eddie Traut zu unserer Universität und sprach vom Heiligen Geist gegebene Worte über uns. Als er anfing über meiner Frau zu prophezeien, sah er ein Bild von ihrem blauen VW Käfer. Er sah, wie bei diesem Öl tropft! Ihr Käfer verlor tatsächlich Öl und wo immer er stand, gab es einen Ölfleck. Das hat Gott ihm übernatürlich gezeigt. Es war vollkommen ausgeschlossen, dass er es hätte wissen oder erraten können! Der gleiche Prophet war kurz bevor ich dieses schrieb in Steffenberg, wo unsere guten Freunde in die Gemeinde gehen. Mein Freund erzählte mir über das prophetische Reden über ihm, das ihn enorm ermutigt hat. Da vieles persönlicher Art ist, kann ich es hier nicht wiedergeben; eins kann ich aber sagen: Eddie Traut sagte, dass er (unser Freund) Menschen zum Lachen bringt. Er ist ein geistlicher Mann, aber jeder, der ihn kennt, weiß auch, dass er Menschen ein humorvoller Zeitgenosse ist! Nur durch die Gabe der Erkenntnis konnte Eddie Traut das wissen! Warum gibt der Heilige Geist zu Anfang oft solche Worte der Erkenntnis? Solche Worte machen uns aufmerksam und bestätigen, dass das prophetische Reden von Gott und nicht Menschen ist, weil der Mensch so etwas nicht hätte wissen können – und es stellt klar, für wen das prophetische Wort ist; derjenige, für den es ist, weiß dann genau, dass er gemeint ist.
  • In den frühen neunziger Jahren, während einer Christian Lawyers Veranstaltung mit Michael Cassidy in Durban, Südafrika, wurde mir eine schriftliche Prophezeiung überreicht. Ausschnitte davon sind:

1. Mose 12,

1Der Herr aber hatte zu Abram gesprochen: Geh hinaus aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde! Und ich will dich zu einem großen Volk machen und dich segnen und deinen Namen großmachen, und du sollst ein Segen sein.

„Geh vorwärts im Glauben. Verlasse deine bekannte Umgebung und verlass das Boot im Glauben.“

„Ich habe schon zu dir gesprochen, du wirst Plätze sehen, von denen du nur geträumt hast.  Du wirst über Grenzen gehen, und sogar übers Wasser. Und überall wirst du ein Segen sein.

Habakuk 2,

Denn die Offenbarung wartet noch auf die bestimmte Zeit, und doch eilt sie auf das Ende zu und wird nicht trügen. Wenn sie sich verzögert, so warte auf sie, denn sie wird gewiss eintreffen und nicht ausbleiben.“

„Sprich weiter, denn ich habe viele Menschen in dieser Stadt und nicht nur in dieser Stadt, sondern weltweit. Ich habe den Funken begonnen und es wird sich in ein großes Feuer entwickeln, das sich ausbreiten wird. Das Feuer hat zuerst in deinem Herzen angefangen. Wann immer ich dich auffordere durch eine Tür zu gehen, dann geh, denn wenn du nicht gehorsam bist, wird es keine andere Tür zum Durchgehen geben. Niemand kann die Türen schließen, die ich geöffnet habe.“

„Fürchte dich nicht, ich wiederhole, fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir, spricht der Herr.“

Vieles ist wahr geworden über die Jahre und manches wird noch erfüllt werden. Diese prophetischen Worte ermutigen uns noch heute.

  • Am Freitag den 27.01.2017 empfingen meine Frau und ich Worte durch Robbie Dawkins in der Vineyard-Gemeinde Speyer. Direkt am Ende seiner Predigt bat der Prediger uns, aufzustehen und sprach Folgendes in Englisch, in Übersetzung:


„Ich fühle wirklich deutlich, dass es etwas gibt, wofür ihr zu Gott geschrien habt und ich höre deutlich, wie der Herr sagt, dass die nächsten 8 Monate wesentlich sein werden, um das erfüllt zu sehen.
Das Ausmaß des Geistes Gottes in euch wird stärker werden, es wird freigesetzt werden.
Und ich sehe auch Schulterklappen auf euren Schultern als Zeichen von Autorität.
Und ich höre den Herrn sagen, dass Er euch mehr geben wird.
Ihr hattet bereits eine Strategie, wie das zustande kommen sollte....
Aber ich höre den Herrn sagen: seid auf eine schnelle/plötzliche Wendung gefasst.
Das Ergebnis wird gleich sein, aber es ist, als ob Gott euch einen anderen Weg führt. Habt keine Angst vor dem neuen Weg.


Habt ihr einen Sohn? .... (Hier folgten persönliche Prophetische Aufsagungen über unseren Sohn)
Aber ich sehe, wie der Herr mehr Raum gewinnt und auf euch liegt echte Gunst.
Aber ich höre den Herrn sagen:
Habt keine Angst, seid nicht bekümmert, diese Veränderung wird kommen und sie wird bald kommen.
Und ich sehe, wie Gott den Besuch von Engeln in eurer Wohnung vermehrt freisetzt...“
 

Das mit den Engeln muss ich erklären. Am 13.01. hatte meine Frau Geburtstag. Mehrere Gratulanten – es waren nicht nur gläubige Leute -  wünschten ihr u.a., dass die Engel bei ihr sein werden. Ein paar Tage später kam ein Freund und betete mit uns und hatte den starken Eindruck, dass Engel in der Wohnung gegenwärtig sind. Er nannte einen Engel gar bei Namen. Wir waren etwas skeptisch, sagten aber nichts Negatives. Ein paar Tage später, während ich mit unserem Auto in der Werkstatt war, war Elizabeth allein zuhause und da sieht sie einen Engel bei uns im Flur, aber nur kurz, dann verschwand er.

Danach erhielten wir obiges Wort von Robbie Dawkins.

Im September 2017 hatte ein guter Freund von mir, der Anglikanischer Priester ist und als Pastor in einer Gemeinde in Florida, USA dient, einen Traum. Er erwachte und musste für uns beten. Er wusste nichts von Robbie Dawkins Weissagung. Wir sprachen über Skype und er gab mir u.a. folgende Worte, „Du hattest bereits eine Strategie, wie Gottes Berufung zustande kommen sollte, aber ich höre den Herrn sagen: seid auf eine schnelle/plötzliche Wendung gefasst. Habt keine Furcht vor dieser Wende.

  • Februar 2016 waren meine Frau und ich gerade aus Deutschland in Südafrika angekommen. Wir gingen in ein großes Einkaufszentrum in Kapstadt. Dort hörten wir wie die Leute Afrikaans sprachen. Wir sahen Geliebtes und Vertrautes. Unser Herz wurde schwer; meine Frau flehte in ihrem Inneren zum Herrn: Warum hast du uns nach Deutschland geschickt, wo alles so schwer ist. Plötzlich sprach uns eine wildfremde Frau an. Sie erzählte uns, dass sie mit ihrem Mann in einem Restaurant saß, als der Herr ihr gebot aufzustehen und zwei Menschen ein Wort vom Herrn zu geben.

Während sie zu uns sprach, zeigte Gott ihr einen Mann, den sie in seinem Büro in Deutschland beschrieb. Wir wussten, von wem sie sprach. Das Wort war u.a., dass nicht dieser Mann unsere Zukunft in seiner Hand hat, dass es Gott ist, der unser Leben in seiner Hand hat und dass wir in Deutschland nicht fehl am Platz sind.

Die Worte der Erkenntnis und Weissagung sind bis heute für uns ein Zeichen, dass der Herr uns liebt und seine Hand über uns hat!

Danke, Jesus, für deine Liebe und Fürsorge.

Danach konnten wir einen wunderbaren Urlaub erleben. Unser Herr wusste genau was wir brauchten!

Diese und andere Aussagen haben meiner Frau und mir auf unserem Glaubensweg viel geholfen. Ich kann es vollkommen verstehen, dass Paulus die Geistesgaben und im Besonderen die Weissagung, für so wichtig und begehrenswert hält. Paulus' Worte an Timotheus sind für mich sehr bedeutsam!

1. Timotheus 1,

18 So sieht also der Auftrag aus, den ich dir anvertraue, Timotheus, mein lieber Sohn; er stimmt mit den prophetischen Aussagen überein, die seinerzeit über dich gemacht wurden. Gestärkt durch diese Zusagen, sollst du den guten Kampf kämpfen,

Praktische Wegweiser

Vielleicht fragst du, warum meine Frau und ich diese und andere Geistesgaben immer wieder erlebt haben? Vielleicht fragst du, warum du es nicht oder nur selten erlebt hast? Ich versuche ein paar Antworten zu geben:

  • Meine Frau und ich haben in unserem Leben öfters Menschen, die in den Gaben und der Kraft des Heiligen Geist wirken, aufgesucht. Wir mögen es, mit Menschen zusammen zu sein, die die Gegenwart Gottes mit sich tragen! Wir wollten einen Teil des Segens, der auf diesen Menschen ist, auch miterleben.
  • Meine Frau und ich gingen und gehen bewusst in Versammlungen und Gemeinden, die für das Wirken des Heiligen Geistes offen sind, Gemeinden, die den Heiligen Geist und sein Wirken suchen. Wenn es in einer Gemeinde Erweckung gibt, oder der Heilige Geist dort stark am Wirken ist, dann ermutige ich den Leser dort hinzugehen und den Segen mitzuerleben und erfahren.
  • Wir haben uns entschlossen, dass wir Gottes Wort glauben und Gottes Wort gehorchen wollen. Wir haben uns dazu entschieden: wenn die Bibel sagt, dass wir etwas haben können, oder haben sollten, z.B. die Geistesgaben, dann wollen wir das auch; und dann tun wir das, was die Bibel uns diesbezüglich lehrt! Wir sind dann auch nicht zufrieden mit dem, was wir haben und kennen!
  • Wir suchen und streben nach dem Wirken des Heiligen Geistes. Wir wissen wie nötig wir das haben! Im privaten Gebet flehen wir vor Gott für diesen Segen für uns und andere!
  • Wir beten ernstlich dafür. Meine Frau flehte zum Herrn für ein prophetisches Wort im Einkaufszentrum in Kapstadt im Februar 2016 und auf dem Weg nach Speyer im Januar 2017 und Gott erhörte ihre Gebete!
  • Wir haben gesehen, dass manches merkwürdig und fremd ist. Wir haben in Versammlungen Menschen gesehen, die nicht im Geist, sondern im Fleisch waren; oder die sich auf eine Art und Weise verhalten haben, die uns nicht gefallen hat.  Menschen haben uns auch Dinge im Namen des Herrn gesagt, die nicht vom Herrn waren, aber wir haben 1. Thessalonicher 5, 19 – 21 in unser Herz genommen, (Neue Genfer Übersetzung),

19 Legt dem Wirken des Heiligen Geistes nichts in den Weg! 20 Geht nicht geringschätzig über prophetische Aussagen hinweg, 21 sondern prüft alles. Was gut ist, das nehmt an.

  • Wir prüfen die Frucht und verwerfen nicht einfach alles was uns fremd oder ungewohnt oder unbequem ist! Das Gute nehmen wir an! Denn es ist ein Segen für uns!
  • Wir haben uns entschieden, dass uns weder Beleidigungen, noch ein Vergehen, noch menschliches Versagen den Segen Gottes stehlen wird! Das ist sehr wichtig, denn der Segen Gottes ist uns wichtiger als alles andere!
  • Wir haben einen Freund und Bruder in Jesus. Er ist voller Tätowierungen. Er trägt enge Biker-Lederkleidung. Aber er ist ein Gottesmann, der uns immer wieder großen Segen vermittelt. Wir haben gelernt, das, was uns vielleicht nicht gefällt, beiseite zu legen und ihn von ganzem Herzen zu lieben und ihn als Freund zu schätzen! Dadurch können wir immer wieder großen Segen empfangen durch ihn, denn das tut der Herr von Zeit zu Zeit.
  • Lerne demütig zu sein! Die Pharisäer und Sadduzäer kannten die Heiligen Schriften, hielten Gottes Gebote und erwarteten den kommenden Messias. Leider waren sie zu stolz und zu religiös, um Jesus zu erkennen! Sie waren in ihren religiösen Wegen festgefahren. Ich möchte nicht, dass mir mein Stolz und meine festgefahrenen religiösen Traditionen den Segen Gottes rauben. Wenn du in deinem Leben die Geisteswirkungen erfahren willst, musst du bereit sein, neue Wege zu gehen, Gott zu vertrauen, Gottes Wort über deinen Verstand zu stellen; und vielleicht musst du die Angst, Fehler zu machen, loslassen und bereit sein, deinen guten Ruf zu verlieren und verspottet und verfolgt zu werden.
  • Gott erwartet, dass wir ihm vertrauen und im Glauben auf das Wasser gehen! Jesus hat gesagt, dass nichts unmöglich ist für den, der glaubt!
  • Hebräer 11,

1 Was ist denn der Glaube? Er ist ein Rechnen mit der Erfüllung dessen, worauf man hofft, ein Überzeugtsein von der Wirklichkeit unsichtbarer Dinge. Weil unsere Vorfahren diesen Glauben hatten, stellt Gott ihnen in der Schrift ein gutes Zeugnis aus.Wie können wir verstehen, dass die Welt durch Gottes Wort entstanden ist? Wir verstehen es durch den Glauben. Durch ihn erkennen wir, dass das Sichtbare seinen Ursprung in dem hat, was man nicht sieht. Wie kam es, dass Abels Opfer Gott besser gefiel als das von Kain? Der Grund dafür war Abels Glaube. Weil Abel Gott vertraute, nahm Gott seine Gaben an und stellte ihm damit das Zeugnis aus, dass er vor ihm bestehen konnte. Und durch seinen Glauben redet Abel heute noch zu uns, obwohl er längst gestorben ist. Wie kam es, dass Gott Henoch zu sich nahm, ohne dass dieser sterben musste? »Niemand«, ´so heißt es ja in der Schrift,` »konnte ihn mehr finden, weil Gott ihn zu sich genommen hatte.« Der Grund dafür war Henochs Glaube. Denn bevor die Schrift von diesem Geschehen berichtet, stellt sie Henoch das Zeugnis aus, dass sein Leben Gott gefallen hatte. Und ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass es ihn gibt und dass er die belohnt, die ihn aufrichtig suchen. Wie kam es, dass Noah nach Gottes Anweisungen eine Arche baute, um seine Familie zu retten? Der Grund dafür war sein Glaube. Noah nahm die göttliche Warnung ernst, obwohl von dem angedrohten Unheil noch nichts zu sehen war. Durch sein Vertrauen auf Gott verurteilte er ´den Unglauben` der damaligen Welt; er selbst aber wurde ein Erbe jener Gerechtigkeit, deren Grundlage der Glaube ist.Wie kam es, dass Abraham dem Ruf Gottes gehorchte, seine Heimat verließ und an einen Ort zog, der ´nach Gottes Zusage` einmal sein Erbbesitz sein würde? Warum machte er sich auf den Weg, obwohl er nicht wusste, wohin er kommen würde? Der Grund dafür war sein Glaube. Im Vertrauen auf Gott ließ er sich in dem ihm zugesagten Land nieder, auch wenn er dort zunächst nichts weiter war als ein Gast in einem fremden Land und zusammen mit Isaak und Jakob, denen Gott dasselbe Erbe in Aussicht gestellt hatte, in Zelten wohnte. 10 Er wartete auf die Stadt, die auf festen Fundamenten steht und deren Gründer und Erbauer Gott selbst ist. 11 Wie kam es, dass Abraham noch in einem Alter, in dem man eigentlich nicht mehr Vater werden kann, die Kraft erhielt, mit seiner Frau Sara, die selbst unfruchtbar war, ein Kind zu zeugen? Auch dafür war sein Glaube der Grund. Abraham war überzeugt, dass der, der ihm ‘einen Sohn` versprochen hatte, vertrauenswürdig ist. 12 So stammt also von einem einzigen Mann – noch dazu von einem, dessen Zeugungskraft erloschen war – eine unermesslich große Nachkommenschaft ab, so unzählbar wie die Sterne am Himmel und der Sand am Ufer des Meeres.

Gott zu vertrauen für diese Gabe des prophetischen Redens oder eine andere Geistesgabe, ist ein Rechnen mit der Erfüllung dessen, worauf man hofft, ein Überzeugt sein von der Wirklichkeit unsichtbarer Dinge. (Neue Genfer Übersetzung)

Gott zu vertrauen für diese Gabe des prophetischen Redens oder eine andere Geistesgabe, ist, wie Abraham sein, der sich auf den Weg machte, ohne alles zu wissen, was passieren würde.

Können wir sagen, dass das, was im Neuen Testament steht, glaubwürdig ist? Sind wir bereit zu gehorchen und nicht nur Hörer zu sein?

  • Sünde und Verhalten, die wir nicht bereit sind aufzugeben, werden den Segen Gottes von uns fernhalten!

Die Geistesgaben sind mit dem Gleichnis der anvertrauten Talente zu vergleichen: Gott will nicht, dass wir die Gaben, die er uns schenkt, begraben. Er will, dass wir sie einsetzen.

Matthäus 25,

29 Denn wer hat, dem wird gegeben werden, damit er Überfluss hat; von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat.

Ist das Geisteswirken in deinem Leben nur ein halbherziger Wunsch, oder kannst du zu dem Gebot, nach den Gaben des Geistes zu streben, sagen, wie es in Psalm 119 steht,

20 Meine Seele verzehrt sich vor Sehnsucht nach deinen Bestimmungen allezeit. Oder,

58 Ich flehe von ganzem Herzen um deine Gunst: Sei mir gnädig nach deinem Wort! Oder,

72 Das Gesetz, das aus deinem Mund kommt, ist besser für mich als Tausende von Gold- und Silberstücken.

Oder 97 Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Ich sinne darüber nach den ganzen Tag.

Wie ernst wir Gottes Wort nehmen und wie stark wir uns nach seinem Wirken sehnen, entscheiden wir!

Prophetisches Reden, verbunden mit dem Wort der Erkenntnis, zeigt Menschen, dass Gott genau weiß, was in ihrem Leben passiert! Diese Gabe ist ein großer Segen!

Ja gewiss:

Strebt nach der Liebe, doch bemüht euch auch eifrig um die Geisteswirkungen; am meisten aber, dass ihr weissagt

Die Gabe des Wortes der Weissagung in der Kirchengeschichte

Die Gabe des Wortes der Weissagung findet man in jedem Zeitalter der Kirchengeschichte. Eine ganze Bibliothek könnte man zu diesem Thema füllen.

Der frühe Kirchenvater Irenaeus (120-202) spricht ausführlich von der Realität dieser Gabe in seinem Zeitalter, und dass viele Gläubige diese Gabe besaßen und ausübten.

(Miracles & manifestations of the Holy Spirit in the history of the church, Jeff Doles, 2008, Walking Barefoot Ministries, Seffner, Florida. Seite 24-25)

Siehe auch ( https://en.wikipedia.org/wiki/Irenaeus )

Cyril, Bischof von Jerusalem und geehrter Theologe (318-386)

Er sprach über die wunderbaren Geistesgaben durch die Gott in verschiedenen Völkern in seiner Zeit wirkte. Er bezeugte: wenn jemand zum Glauben kommt, erhält er nicht nur Vergebung von Sünden, sondern auch Dinge, die größer sind als die, die aus menschlicher Kraft geschehen. Er schrieb: Mögen die Gläubigen würdig sein die Gabe der Weissagung zu empfangen.  (Ibid., Seite 36)

Charles Wesley (1703-1791), Britischer Erweckungsprediger

bezeugt, dass er das Wirken der Geistesgaben immer wieder in seinem Dienst erfahren hat, darunter auch die Gabe des Wortes der Weissagung. In ‚Works of John Wesley Volume 8’ wird erklärt, dass diese Gabe nach Apostelgeschichte 2,17 auch durch Träume und Visionen zum Einsatz kommt. (Ibid., Seite 214)

Antonius der Große (251 – 356), Kirchenvater und Wüstenmönch.

„Stern der Wüste, Fürst des Geistes, Bezwinger von Dämonen, Vater der Einsiedler oder auch Wüstengeneral Gottes – jede dieser Bezeichnungen für Antonius gibt einen beeindruckenden Aspekt aus dem Leben dieses Gottessmannes wieder.“

(Bernhard Koch, Glaubensvater in der Wüste: Antonius Vollmächtiger & kühner Streiter Christi, 2012, ReformaZion Media, D-31737 Rinteln, Seite 9)

„General Balakius verfolgte während seine Regierungszeit die Christen heftig. Auch er hing der Lehre der Arianer an. Dabei war er in seinen Maßnahmen so Grausam, das er sogar Gott geweihte Jungfrauen und Mönche entkleiden und blutig schlagen ließ. Antonius missfiel dies sehr. Offen trat er gegen Balakius auf. Mit einem Wort von Gott schrieb er ihn: „Ich sehe wie Zorn gegen dich herankommt, höre also auf, die Christen zu verfolgen, damit der Zorn dich nicht ergreife; denn er will schon gegen dich heran.“

Als Balakius diesen Brief erhielt schmiss er ihn zu Boden, spuckte darauf und lachte spöttisch, misshandelte die Überbringer und befahl, Antonius Folgendes mitzuteilen: „Da du dich um die Mönche kümmerst, werde ich nunmehr auch zu dir kommen. Doch nachdem er dies Antonius hatte ausrichten lassen, begann Gottes Gericht. Es vergingen noch nicht einmal fünf Tage, da kam der Zorn des Höchsten über ihn, als er beritten mit Nestorius, dem Eparchaus von Ägypten, auf Reisen war und in Alexandria in einer Herberge nächtigen wollte. Die Pferde mit denen sie unterwegs waren, gehörten Balakius. Es waren sehr gute Pferde, die ruhiger waren als alle anderen, die er besaß. Doch passierte mit diesen etwas Seltsames: Noch auf dem Weg zur Herberge, begannen die Pferde plötzlich, wie sie es schon oft getan hatten, miteinander zu spielen. Mitten im Spiel biss plötzlich das sanftere Pferd, auf dem Nestorius saß, Balakius, der daraufhin zu Boden fiel. Das Pferd ließ nicht locker, attackierte ihn weiter und zerfleischte seinen Schenkel derart, dass er in die Stadt getragen werden musste. Es dauerte nur drei Tage, da starb Balakius. Alle die Antonius’ Prophetie an Balakius kannten, verwunderten sich, dass die Vorhersage so rasch in Erfüllung gegangen war.“ (Ibid., Seite 181)

Smith Wiggelsworth, der Britische Erweckungsprediger (1859 – 1947), wirkte in der Kraft dieser Gabe. Er lehrte: „Verbunden mit der Weissagung ist die Geistesfrucht Gütigkeit..., wenn sich die Geistesfrucht bei ihnen nicht kundtut, stehen sie in Gefahr, aufgeblasen, aufgebauscht und ein Werkzeug in der Hand des Feindes zu werden.“ Er lehrte weiter, dass auch der Feind als ein Engel des Lichts Menschen verwirren wird und Christen falsche irreleitende Worte Christen gibt um sie auf verkehrte Wege zu führen. Er lehrte das alle Weissagung geprüft werden müsse auf Basis der Heiligen Schrift und dass Christen, die Weissagungen empfangen, diese prüfen lassen sollten. Nachdem er von negativen Begebenheiten berichtet, sagt er: „Wenn diese Leute den gesunden Sinn hätten walten lassen, wären sie zu wahren Männern Gottes gegangen und hätten ihren Rat gesucht, hätten sie gewiss überführt werden können, dass die Stimmen nicht von Gott, sondern vom Teufel waren. Wenn wir solche Einflüsterungen von Stimmen gehorchen, beweisen wir unseren Hochmut...“

(Stanley Howard Frodsham, Smith Wigglesworth Apostel des Glaubens, 13 Auflage 2011, Asaph Verlag, Lüdenscheid, Seite 179 - 180)

Die Geistesgaben

Teil 4 zu diesem Thema

Die Sprachengaben

Die Sprachengaben

  •  die Gabe der Zungenrede
  • die Gabe der Auslegung der Zungenrede

Einleitung: 

Die Gaben, in Zungen reden zu können und ihre Auslegung, sind ein Teil der drei Sprachengaben. 

Es gibt verschiedene Arten von Zungenrede - auch Zungen oder Sprachen genannt- und die Gabe der Auslegung der Zungenrede.

 

Zungen oder vom Heiligen Geist übernatürlich gegebene Sprachen, ist die geistliche Sprache der geisterfüllten Christen. Um es einfach zu halten, werde ich in meinen Ausführungen nur den Begriff „in Zungen“ bzw. „in Zungen reden“ benutzen, da dies auch die beste Übersetzung für das griechische Wort Glossolalieist. So übersetzt u.a. auch Luther dieses Wort. Im englischen Sprachraum wird im theologischen Kontext ebenfalls diese Formulierung ‚tongues’ bzw. ‚speaking in tongues’ benutzt.

 

Ludwig Albrecht übersetzt 1. Korinther 12,10 so: „einem anderen (wird gegeben) Arten von Zungenreden, einer anderen Auslegung des Zungenredens.“

 

Arten von Zungenreden 

Albrecht übersetzt es in seiner Übersetzung des Neuen Testamentes sehr gut, wenn er von „Arten von Zungenreden“ spricht, denn es sind verschiedene Arten von Zungenreden. In der Praxis manifestieren sich diese zwei Gaben auf drei unterschiedliche Weisen.

 

  • Persönliche Gebets- und Anbetungssprache.

Es ist eine geistliche Sprache, die kein Volk auf Erden spricht oder versteht, es sei denn der Heiliger Geist gibt die Interpretation. Bei der persönlichen Gebets- und Anbetungssprache wird dem Sprecher und Hörer nur relativ selten übersetzt oder ausgelegt, was gesprochen wird. Der Verstand des Sprechers ist dabei nicht beteiligt. Der Geist Jesu gibt die Worte und Aussprache. Aber es werden die Stimmbänder des Menschen, der spricht, gebraucht. Es ist keine fremde Stimme.

 

·      Die übernatürliche Fähigkeit, eine menschliche Sprache wie z.B. Zulu, Norwegisch, Japanisch oder eine Stammessprache perfekt sprechen zu können, ohne dass der Sprecher sie je gelernt hat.

Der Verstand des Sprechers ist dabei nicht beteiligt. Der Heilige Geist gibt die Worte und Aussprache.  Aber es werden die Stimmbänder des Menschen, der spricht, gebraucht. Es ist keine fremde Stimme.

 

·      Jemand spricht eine von Gott gegebene Botschaft aus in Zungen. Einem anderen, oder der gleichen Person, wird es auf übernatürliche Weise ermöglicht, diese Botschaft zu verstehen und in normaler menschlicher Sprache wiederzugeben

Der Verstand des Sprechers ist dabei nicht beteiligt. Der Heilige Geist gibt dem, der in Zungen spricht, die Worte und Aussprache und dem anderen die Auslegung. Es werden die Stimmbänder des Menschen gebraucht, aber es ist keine fremde Stimme.

 

                               Was sagt die Bibel über das in Zungen reden?

 

Wir wollen uns auf das konzentrieren, was uns die Bibel über diese 2 Gaben lehrt. 

In der Zeit des Alten Testamentes wurden alle vonPaulus gelisteten Gaben des Geistes praktiziert, bis auf die Gabe der Zungenrede und der Auslegung der Zungenrede. Diese beiden Gaben gibt es erst seit Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten. Dennoch zitiert Paulus im Kontext der Zungenrede in 1. Korinther 14, 21 das Alte Testament, Jesaja 28, 11-12

 

Es steht im Gesetz geschrieben: „Ich will durch Leute mit fremder Sprache und durch Lippen Fremder zu diesem Volk reden, und auch so werden sie nicht auf mich hören, spricht der Herr.“ 

 

Verschiedene Arten von Sprachen bzw. Zungen bzw. Zungenrede oder das Sprachengebet liegen vor, wenn Gott durch einen einzelnen Gläubigen übernatürlich in einer Sprache redet, die der Gläubige nie gelernt hat.

Es handelt sich hier um zwei unterschiedliche Gaben.

1. Korinther 12 (Neue Genfer Übersetzung),

10 ... Einer wird befähigt, in Sprachen zu reden, die von Gott eingegeben sind (erste Gabe), und ein anderer, das Gesagte in verständlichen Worten wiederzugeben.(zweite Gabe) 

Zwei Gaben, die auf unterschiedliche Weise wirken und unterschiedliche Zwecke erfüllen. Man besitzt nicht unbedingt die zweite Gabe, wenn man die erste hat. Mehr dazu später.

Da der Sprechende die Sprache nicht gelernt hat, kann er sie mit dem Verstand auch nicht verstehen. Anders als bei der privaten Gebetsprache kann es sich hierbei um die Sprache einer fremden Volksgruppe, oder um eine in dieser Welt völlig unbekannte Sprache handeln. Handelt es sich um eine existierende Sprache, ist sie jedenfalls dem Sprechenden nicht geläufig. 

Jesus sagt uns vor seiner Himmelfahrt, dass das Zungenreden eines der Zeichen sein wird, die denen, „die glauben“,folgen werden. Ich finde die Wortwahl, „die glauben“,interessant, da das ausdrückt, dass es sich nicht auf das erste Jahrhundert oder besondere Geistliche beschränkt.

Markus 16,

17Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben:  sie werden in neuen Sprachen reden, 

Es ist wichtig zu betonen, dass das Zungenreden nicht gelernt werden kann. Die Zungenrede geschieht, wie„der Geist ihnen gab auszusprechen.“

Für Paulus persönlich war das Zungenreden sehr wichtig, 

und er wünscht sich daher in 1. Korinther 14,

Ich wünschte, dass ihr alle in Sprachen reden würdet 

Warum wünschte sich Paulus, dass allein Zungen reden würden?

  • Es ist eine Gabe für alle Gläubige! Anders als bei den anderen Gaben, sollte jeder mit dem Heiligen Geist erfüllte Christ in Zungen reden können! In der Apostelgeschichte sprachen alle in Zungen, wenn sie den Heiligen Geist empfingen!  Darüber sprechen wir etwas später. 

Paulus wusste, wie hilfreich diese Gabe ist und sagt von sich selbst in 

1. Korinther 14 (Neue Genfer Übersetzung),

18 Ich bin Gott dankbar, dass ich in Sprachen reden kann, ´die von ihm eingegeben sind, ` und ich mache davon mehr Gebrauch als ihr alle. 

Warum machte Paulus so viel Gebrauch von der Zungenrede?

  • Er war offensichtlich von den Vorteilen überzeugt, in Zungen reden zu können.
  • Das in Zungen reden erbaute Paulus persönlich und war sehr hilfreich für seinen Dienst als Apostel und Beter. Siehe Unten.

Verbietet das in Zungenreden nicht!

Vielleicht dachte ja der Heilige Geist an die heutige Zeit in Deutschland, als er Paulus bewegte zu schreiben in 1. Korinther 14 (Neue Genfer Übersetzung),

39 Um das Ganze zusammenzufassen, liebe Geschwister: Bemüht euch um die Gabe des prophetischen Redens, und hindert keinen daran, in Sprachen zu reden, ´die von Gott eingegebenen sind`.

Die Gerhart Albrecht Übersetzung lautet so:

39 Also, meine Brüder: trachtet nach der Weissagung, und das Zungenreden hindert nicht!

Luther 1545

39 Darum, liebe Brüder, fleißiget euch des Weissagens und wehret nicht, mit Zungen zu reden.

Die Gabe in Zungen zu reden – als persönliche Gebets- und Anbetungssprache

1. Korinther12 (Neue Genfer Übersetzung),

10Einer wird befähigt, in Sprachen zu reden,

Hier geht es um eine persönlicheGebets- und Anbetungssprache. 

Es ist eine geistliche Sprache, die kein Volk auf Erden spricht oder versteht, es sei denn der Heiliger Geist gibt die Interpretation. Bei der persönlichen Gebets- und Anbetungssprache wird dem Sprecher und Hörer nur relativ selten übersetzt oder ausgelegt, was gesprochen wird. Der Verstand des Sprechers ist dabei nicht beteiligt. 

 

Esist eine persönlicheSprache, die uns vom Heiligen Geist geschenkt wird. Sie dient hauptsächlich uns selbst. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Gabe in Zungen zu reden und das auslegen zu können, oder übernatürlich in einer menschlich normalen Sprache reden zu können. Sie hilft uns im privaten Gebet, Anbetung usw. Es ist die einzige der Geistesgaben, die sich in ihrem Wirken auf den Empfänger der Gabe und nicht auf die Gemeinde konzentriert. 

Empfang der Zungenrede Gabe

 Die Gabe in Zungen reden zu können, wird von Pfingstlern und charismatischen Christen als Beweis gesehen, dass jemand (für Folgendes werden verschiedene Begriffe benutzt) die Taufe im Heiligen Geist, oder Freisetzung im Heiligen Geist, oder Ausgießung des Heiligen Geistes, oder wie es die Geistliche Gemeinde Erneuerung der Evangelischen Kirche nennt, die Erfüllung mit dem Heiligen Geist, empfangen/erlebt hat. Das findet seine Begründung in verschiedenen Bibelstellen.

Apostelgeschichte 2,

4 Und sie wurden allemit Heiligem Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

 

Was geschah, als sie mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden?

-        Sie fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

 

Diese Bibelstelle spricht Klartext: allewurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und alle sprachen in Zungen!

 

Ich wiederhole, dass das Zungenreden nicht gelernt werden kann. Die Zungenrede geschieht, wie„der Geist ihnen gab auszusprechen.“

 

Apostelgeschichte 10,

44 Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten.45 Und alle Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petrus gekommen waren, gerieten außer sich vor Staunen, dass die Gabe des Heiligen Geistes auch über die Heiden ausgegossen wurde.46 Denn sie hörten sie in Sprachen reden und Gott hochpreisen. Da ergriff Petrus das Wort:47 Kann auch jemand diesen das Wasser verwehren, dass sie nicht getauft werden sollten, die den Heiligen Geist empfangen haben gleichwie wir?48 Und er befahl, dass sie getauft würden im Namen des Herrn. Da baten sie ihn, etliche Tage zu bleiben. 

 

Diese Bibelstelle spricht Klartext: auf alle,die das Wort hörten, fiel der Heilige Geist und allesprachen in Zungen! Es ist interessant zu beachten, dass die Empfänger des Heiligen Geistes Heiden waren, die noch nicht getauft waren, als sie den Heiligen Geist mit Zungenrede empfingen. Das rief großes Erstaunen unter den gläubigen Juden hervor. 

 

Wie wussten die Juden aber, dass der Heilige Geist auch über die Heiden ausgegossen war?

  •  „46 Denn sie hörten sie in Sprachen reden“

 

Der Heilige Geist und Zungenrede und Weissagung wird empfangen nachdem Paulus die Hände auf Christen gelegt hat.

Apostelgeschichte 19, 1 – 6, 

1 Es geschah aber, während Apollos in Korinth war, daß Paulus, nachdem er die höher gelegenen Gegenden durchzogen hatte, nach Ephesus kam. Und er fand einige Jünger .2 und sprach zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, nachdem ihr gläubig geworden seid? Sie aber sprachen zu ihm: wir haben nicht einmal gehört, ob der Heilige Geist (überhaupt da) ist. 3 Und er sprach: Worauf seid ihr denn getauft worden? Sie aber sagten: Auf die Taufe des Johannes. 4 Paulus aber sprach: Johannes hat mit der Taufe der Buße getauft, indem er dem Volk sagte, dass sie an den glauben sollten, der nach ihm komme, das ist an Jesus.  5 Als sie es aber gehört hatten, ließen sie sich auf den Namen des Herrn Jesus taufen; 6 und als Paulus ihnen die Hände aufgelegt hatte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten.

Sie hatten die Taufe zur Buße empfangen, aber noch nicht das, was Johannes der Täufer vorausgesagt hatte, dass Jesus tun würde.

Siehe Matthäus 3,11und Lukas 3,16

11 Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, sodass ich nicht würdig bin, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen.“ 

Der Heilige Geist kam auf die Heiden, ohne Ausnahme und sie sprachen in Zungen!

Was bedeutet die Frage des Paulus in Vers2 „und sprach zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, nachdem ihr gläubig gewordenseid?“

  •  Das sagt, dass man den Heiligen Geist empfangen kann, nachdem man Christ geworden ist. Freilich kann man nicht ohne das Werk des Geist Jesu gläubig werden, aber die Vollheitdes Heiligen Geistes kann nach der Bekehrung als ein weiterer Schritt im Glaubensleben empfangen werden.
  • Die Person des Heiligen Geist hat durch die taufe im Heiligen Geist völlig Raum eingenommen und volles Verfügungsrecht.- sie arbeitet nicht nur an dem Menschen zur Umkehr/Bekehrung, sondern sie erfüllt ihn völlig mit seiner Kraft. 

Waren sie, nachdem sie sich auf den Namen des Herrn Jesus taufen ließen: 

Jünger Jesu?

  •  Selbstverständlich! 

Errettet?

  •  Ja! 

Wiedergeboren?

  •  Auf jeden Fall! 

Waren sie Kinder Gottes?

  •  Ohne Zweifel! 

Gehörte ihr Leben Jesus?

  •  Ohne Frage! 

Hatten sie den Heiligen Geist empfangen?

  •  Nein!

Sprachen sie in Zungen?

  •  Nein!

Weissagten sie?

  • Nein!

Was tat Paulus, nachdem die Jünger sich auf den Namen Jesu haben taufen lassen?

  •  Paulus legte seine Hände auf sie.

Was geschah, nachdem Paulus seine Hände auf sie legte?

  •  „und als Paulus ihnen die Hände aufgelegt hatte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten.“ Sie sprachen in Zungen!

Warum legte Paulus seine Hände auf sie?

  •  Damit sie den Heiligen Geist empfangen konnten.

Wann kam der Heilige Geist auf sie?

  •  Nachdem sie auf den Namen Jesu getauft waren, folgte ein weiterer Schritt, die Handauflegung; danach kam der Heilige Geist auf sie. So erfahren auch traditionell Menschen die Taufe im Heiligen Geist. Viele Menschen aber, bezeugen aber, dass sie die Taufe im Heiligen Geist empfingen ohne Händeauflegen. 

Woran konnte man erkennen, dass der Heilige Geist auf sie kam?

  •  „und sie redeten in Sprachen und weissagten.“Sie sprachen in Zungen und redeten Prophetisch. 

 

Was war der hörbare Beweis, dass der Heilige Geist auf sie kam?

  •   „und sie redeten in Sprachen und weissagten.“

 

Pfingsten

(Eine Detaillierte Besprechung zum Thema Pfingsten ist in Kapitel, ‚Pfingsten, Schawuot und das Zeitalter des Heiligen Geistes‘ zu finden.)

Apostelgeschichte 2,

 1 Und als der Tag der Pfingstensich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen. Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen wie von einem daherfahrenden gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten und sich auf jeden von ihnen setzten. 4 Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. 5 Es wohnten aber in Jerusalem Juden, gottesfürchtige Männer, von jeder Nation unter dem Himmel. 6 Als aber dieses Geräusch entstand, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt,weil jeder einzelne sie in seiner eigenen Mundart reden hörte. 7Sie entsetzten sich aber alle und wunderten sichund sagten: Siehe, sind nicht alle diese, die da reden, Galiläer? 8 Und wie hören wir (sie), ein jeder in unserer eigenen Mundart, in der wir geboren sind

 

Wer empfing zu Pfingsten den Heiligen Geist mit Zungenrede?

  • Genau wissen wir nicht wer alles zu Pfingsten die Fülle des Heiligen Geist empfing, aber wir wissen, dass folgende Personen in der Gruppe waren, die an Pfingsten den Heiligen Geist empfingen.

 Apostelgeschichte 1,

11 die sprachen: Ihr Männer von Galiläa,was steht ihr hier und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen. 12 Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berg, welcher Ölberg heißt, der nahe bei Jerusalem liegt, einen Sabbatwegentfernt. 13 Und als sie hineinkamen, gingen sie hinauf in das Obergemach, wo sie sich aufzuhalten pflegten, nämlich Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon der Zelot und Judas, der Sohn des Jakobus.14 Diese alle blieben beständig und einmütig im Gebet und Flehen, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern.

 

  • Die elf Jünger Jesu, die an Pfingsten den Heiligen Geist empfingen, hatten schon den Heiligen Geist empfangen, als Jesus auf sie blies. 

Johannes 20,

21 Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. 22 Und nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt Heiligen Geist!

Sie empfingen aber die Fülle des Heiligen Geistes mit Zungenrede und Geistesgaben erst zu Pfingsten, als zweite Füllung oder Taufe im Heiligen Geist.

  • Maria, die Mutter Jesu. Wir wissen, dass der Heilige Geist über Maria kam bei ihrer Empfängnis.  

Lukas 1,

  • Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.

Die Fülle des Heiligen Geistes mit Zungenrede und Geistesgabenempfing sie aber erst zu Pfingsten, als zweite Erfahrung, Füllung oder Taufe im Heiligen Geist.

 

Nach meiner Erfahrung ist die Gabe, in Zungen reden zu können, die meist verbreitete der Geistesgaben. Viele unserer christlichen Freunde weltweit haben die Gabe, in Zungen reden zu können. Jeder geisterfüllte Christ sollte, in Zungen reden können! Warum bin ich davon überzeugt? 

 

  1. Paulus sagt in 1. Korinther 14,

 Ich wünschte, dass ihr allein Sprachen reden würdet

2.

  1. Die Vorteile, in Zungen reden zu können, sind, wie wir noch sehen werden, für den einzelnen Christen und für die Gemeinde sehr groß!
  2. Paulus widmet ein ganzes Teil des 1. Korinther Briefes (1. Korinther 14) dem Zungenreden und dem prophetischen Reden im Gottesdienst 

Genau wie die anderen Gaben, kommt das Zungenreden nicht durch unseren Verstand. Es kommt vom Heiligen Geist, der sich mit unserem Geist verbindet. Wie es geschrieben steht: sie fingen an in Zungen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“

 

Es ist der Heilige Geist, der diese Gabe gibt, und es ermöglicht sie auszusprechen. Diese Gabe hat nichts mit sprachwissenschaftlichem Können zu tun. Sie hat auch nichts mit demSinn oder Intellekt des Menschen zu tun. Es handelt sich vielmehr um ein Sprachenwunder.

 

Es ist eine himmlischeSprache, die uns gegeben wird.

 

Zungenrede hilft uns im privaten Gebet!

Das in Zungenreden ist deine persönliche geistliche Sprache für deine Zeit alleine mit Gott! Ich kann mir meine persönliche Stille Zeit vor meinem Gott und meine Zeit des Gebets und der Führbitte kaum vorstellen, ohne die himmlische Sprache, das Beten in Zungen, wie Gott es mir gegeben hat! 

 

Die Schrift lehrt uns, dass wir ganz normal mit unserem Verstand beten sollen, so wie wir es auch gewohnt sind. Wir sollen aber auch im Geist beten, also in Zungen. Wenn wir in Zungen beten, betet der Heilige Geist durch uns und unser Verstand bleibt ausgeschlossen. Unser Geist verbindet sich mit dem Heiligen Geist und wird von ihm geleitet und betet genau wie es richtig ist. Dabei werden unsere Stimmbänder benutzt.

Bei der Zungenrede beten wir zu Gott; ferner vertritt uns der Heilige Geist mit unseren Anliegen vor Gott. 

Es ist eine wunderbare Sprache für Zeiten des Gebets. Wir reden Geheimnisse mit unserem Gott!

 

1. Korinther 14,

2 Denn wer in Sprachen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand versteht es, sondern er redet Geheimnisse im Geist.

 

Ist das nicht wunderbar!?

 

14 Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet zwar mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht.15 Wie soll es nun sein? Ich will mit dem Geist beten, ich will aber auch mit dem Verstand beten; ich will mit dem Geist lobsingen, ich will aber auch mit dem Verstand lobsingen.

 

Warum?

  • Wenn wir nur mit dem Verstand beten, haben wir das Gebet nur halbwegs entdeckt! 

 

Epheser 6,

18 indem ihr zu jeder Zeit betet mit allem Gebet und Flehen im Geist,und wacht zu diesem Zweck in aller Ausdauer und Fürbitte für alle Heiligen,

 

Gerhardt Albrecht,

 18 Erfüllt vom Geist,betet und fleht in allen Lagen unverdrossen! Seid dabei auch wachsam und betet beharrlich für alle Heiligen!

 

Luther 1545, 

18 Und betet stets in allem Anliegen mit Bitten und Flehen im Geist,und wachet dazu mit allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen

 

„Mit allem Gebet“

das könnte übersetzt werden: „mit allen verschieden Arten des Gebets“ es könnte aber auch übersetzt werden: “mit Gebet und Flehen, (beides) im Geist“. 

 

Judas 20,

20 Ihr aber, Geliebte, erbaut euch auf eurem heiligsten Glauben, betet im Heiligen Geist

 

Gott will, dass wir mit unserem Verstand beten und dass wir im Geist (Zungen) beten!

 

Römer 8,

26 Ebenso aber nimmt auch der Geist sich unserer Schwachheit an; denn wir wissen nicht, was wir bitten sollen, wie es sich gebührt,aber der Geist selbst verwendet sich (für uns) in unaussprechlichen Seufzern. 

 

Auch hier ist die Rede vom Beten in Zungen!

Wir wissen nicht immer was wir mit dem Verstand beten sollen. Wenn das der Fall ist, bete ich in Zungen! Denn der Geist weiß ganz genau was richtig ist. Wenn ich z.B. für einen Freund bete, aber nicht weiß, was für ihn zu beten richtig ist, dann bete ich für ihn in Zungen, im Vertrauen, dass mein Geist verbunden mit dem Heiligen Geist genau weiß, was zu beten ist. Es ist ein Glaubensakt, da mein Verstand beim Beten in Zungen nicht involviert ist.

 

In Zungen zu beten ist persönlich erbauend - es erbaut meinen Geist!

1. Korinther 14,

4 Wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst

 

Wow! Was für eine Aussage! Wer in Zungen redet oder betet, erbaut sich selbst! 

 

Das lesen wir auch in Judas,

 20 Ihr aber, Geliebte, erbaut euch auf euren allerheiligstenGlauben und betet im Heiligen Geist. 

Wir sollen im Heiligen Geist, in Zungen, beten, und uns dadurch in unserem Glauben aufbauen! 

Oft wenn ich bedrückt bin, fange ich an Gott zu loben und zu preisen und zu beten, erst in Englisch oder Deutsch und dann in Zungen. Oft habe ich keine Lust dazu, aber mit der Zeit spüre ich, wie mein Geist gestärkt wird, wie ich aufgebaut werde in meinem Innersten!        

In Zungen in der Gegenwart Gottes singen(Anbetungssprache)

Es ist wunderbarer Lobpreis privat oder in Gemeinschaft in Zungen zu singen!  Geleitet vom Heiligen Geist singt unser Geist mit dem Heiligen Geist in unserer geistlichen Sprache, Zungen. Es ist ein wunderbares Erlebnis!

1. Korinther 14,

15 Wie soll es nun sein? Ich will mit dem Geist beten, ich will aber auch mit dem Verstand beten; ich will mit dem Geist lobsingen, ich will aber auch mit dem Verstand lobsingen.

Jesus sprach vom „im Geist anbeten“ in Johannes 4,

23 Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter.  24Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. 

Wir sollen also in der Wahrheit anbeten. Um in der Wahrheit anbeten zu können, brauchen wir unseren Verstand, denn um in Wahrheit anbeten zu können, müssen wir verstehen, was die Wahrheit ist. Wir sollen aber auch im Geist anbeten, wo unser Verstand unwirksam bleibt.

Wie wichtig ist das Zungenreden für Gott?

Manche behaupten, dass das Zungenreden eine unwichtige Nebensache für Gott und uns Christen ist, über die wir uns keine Gedanken machen sollten. Als aber Jesus an Pfingsten denHeiligen Geist sandte und die Kirche ins Leben gerufen wurde und die Gläubigen den Heiligen Geist empfingen, was war da eines der Zeichen, dass sie den Heiligen Geist empfingen?

  •  Sie sprachen in Zungen!

Auch andere Stellen der Apostelgeschichte sprechen davon, dass, als der Heilige Geist auf die Gläubigen fiel, sie auch anfingen, in Zungen zu reden!

Der Gott, der das Universum und die Erde und alles Leben geschaffen hat, hat in seiner Weisheit entschieden, dass die Gemeinde Jesu auf Erden - das Zeitalter der Gnade und der Beginn der Endzeit - mit denen beginnen sollte, die den Heiligen Geist empfingen und in Zungen reden! 

Gott hat sich in seiner Weisheit etwas dabei gedacht! 

Paulus schreibt, dass er sich wünscht, dass alle Gläubige in Zungen reden. Er betont auch, dass das Zungenreden nicht verboten oder gehindert werden darf. Das zeigt uns wie wichtig das in Zungen reden ist. 

Leider verbieten manche Christen das in Zungen Reden, oder sie verhindern es, oder behaupten, dass sie es nicht brauchen! Damit sagen sie, dass sie es besser wissen als Paulus und Lukas, der die Apostelgeschichte schrieb, oder als Jesus, der mit dem Heiligen Geist und Feuer tauft! Oder sie behaupten, ohne es beweisen zu können, dass es diese Gabe nicht mehr gibt. 

Paulus aber sagt, dass wir die Geistesgaben begehren sollen. Damit ist auch das Zungenreden gemeint.

Die Gabe, in Zungen zu reden, beten oder singen, vor einer oder mehreren Personen

Zur Kurz-Erklärung der drei verschiedenen Arten des in Zungen Redens beachte bitte die Einleitung.

1. Korinther 12 (Neue Genfer Übersetzung),

10 ... Einer wird befähigt, in Sprachen zu reden, ´die von Gott eingegeben sind (erste Gabe), und ein anderer, das Gesagte in verständlichen Worten wiederzugeben.(zweite Gabe)

Wir sprachen bis jetzt hauptsächlich über das private Zungenreden, wo wir zu Gott und nicht vor anderen Menschen reden, beten und singen. Es gibt aber auch das öffentliche in Zungen Reden, Beten oder Singen. Das manifestiert sich auf zweier Weise: 

Davon lesen wir in Apostelgeschichte 2 (Ludwig Albrecht Übersetzung),

Als der Pfingsttag endlich kam, waren sie alle miteinander beisammen. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, als wenn ein gewaltiger Windsturm wehte. Dies Rauschen durchdrang das ganze Haus, in dem sie saßen. Dann erschienen ihnen feuerähnliche Zungen, die sich über die Versammelten verteilten, und auf einen jeden unter ihnen setzte sich ein Zünglein. So wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und begannen in anderen Sprachen zu reden, je wie der Geist ihnen die Worte dazu verlieh. Nun weilten damals fromme Juden in Jerusalem, die von allen Himmelsgegenden gekommen waren. Die eilten, als der Schall ertönte, in großer Zahl herbei und waren fassungslos, weil jeder seine Landessprache reden hörte. Ja alle waren außer sich und riefen verwundert: "All die Männer, die hier reden, sind doch Galiläer! Wie kommt es denn, daß jeder von uns seine Muttersprache hört? Einige von uns sind Parther, Meder und Elamiter.  Andere wohnen in dem Judenland Mesopotamien und in Kappadozien, in Pontus und Asien, 10 in Phrygien und Pamphylien, in Ägypten oder in dem Teil Libyens, der bei Kyrene liegt;  andere sind in Rom ansässig. 11 Die einen sind geborene Juden, andere waren Heiden und haben sich zum Judentum bekehrt. Da sind auch Kreter unter uns und Araber. Und wir alle hören diese Männer in unseren Sprachen von den großen Taten Gottes reden!" 12 Alle waren voll Staunen und Bestürzung, und einer sprach zum anderen: "Was hat das zu bedeuten?" 13 Andere aber riefen spöttisch lachend: "Sie haben sicher zuviel süßen Wein getrunken!"

Wer empfing hier den Heiligen Geist?

-        Es waren hauptsächlich Galiläer! 

Sie sprachen alle in Zungen. Was aber hörten die Fremden, die zu der Zeit in der Stadt waren?

-        Sie hörten die frohe Botschaft, jeder in seiner für ihn verständlichen Sprache.

Warum waren sie, wie die Schrift sagt, fassungslos und außer sich?

-         „Nun weilten damals fromme Juden in Jerusalem, die von allen Himmelsgegenden gekommen waren.  Die eilten, als der Schall ertönte, in großer Zahl herbei und waren fassungslos, weil jeder seine Landessprache reden hörte. 

 

Welche Wirkung hatte das auf die Zuhörer?

-        „12 Alle waren voll Staunen und Bestürzung, und einer sprach zum anderen: "Was hat das zu bedeuten?" 13 Andere aber riefen spöttisch lachend: "Sie haben sicher zuviel süßen Wein getrunken!" 

 

Wenn die öffentliche Zungenrede in einer Sprache geschieht, die einem anwesenden Ungläubigen oder Gläubigen bekannt ist, hört er die Botschaft in seiner Sprache. Genauso ist es, wenn die Botschaft in einer ihm unbekannten Sprache gegeben wird und dann die Auslegung in der ihm bekannten Sprache geschieht. Dann ist Zungenrede und Auslegung ein Zeichen für die Ungläubigen aber auch für die Gläubigen, wie es damals zum ersten Pfingsten ein Zeichen für die ausländischen Besucher in Jerusalem war. 

 

1. Korinther 14, 21,

 Es steht im Gesetz geschrieben: „Ich will durch Leute mit fremder Sprache und durch Lippen Fremder zu diesem Volk reden, und auch so werden sie nicht auf mich hören, spricht der Herr.“ 22 Daher sind die Sprachen zu einem Zeichen, nicht für die Glaubenden, sondern für die Ungläubigen; ...

 

Dies Gabe ist ein klares Zeichen für Ungläubige!

 

Wie kann diese Gabe ein Zeichen für Ungläubige sein?

-        Den Effekt, den diese Gabe auf die Ausländer in Jerusalem zu Pfingsten hatte, zeigt, was für ein wertvolles und begehrenswertes Werkzeug sie für die Evangelisation ist. Jeder hörte Gottes Worte in seiner eigenen Sprache oder Dialekt!

 

Diese Gabe hat nichts mit sprachwissenschaftlichem Können zu tun. Die Galiläer hätten nie so schnell alle diese Sprachen lernen können. Sie hat auch nichts mit dem Sinn oder Intellekt des Menschen zu tun. Es handelt sich vielmehr um ein Sprachenwunder.

 

Vor vielen Jahren, als wir noch in Südafrika lebten, saßen wir zu Tisch bei einer Hochzeitsfeier. Am selben Tisch saß ein Ehepaar, das in Frankreich ihren Urlaub verbracht hatte. Sie erzählten, wie sie durch eine Stadt gingen und aus einem Gebäude christlichesSingen hörten, auf Französisch. Sie gingen hinein und setzten sich in die hinterste Reihe. Das Singen hörte auf und ein Mann in der Gemeinde stand auf und fing an, eine Botschaft in perfektem Afrikaans zu reden. Es war eine wichtige Botschaft genau für sie. Nach dem Gottesdienst gingen sie zu der Person, die in Afrikaans gesprochen hatte. Die Person konnte aber kein Afrikaans und war noch nie in Afrika gewesen. Die Person hatte den Eindruck, dass sie aufstehen soll und in Zungen reden soll. Das geschah, ohne zu wissen in welcher Sprache er sprach. Diese Gabe ist heute wie damals einwichtiges Zeichen dass Gott auf übernatürliche Weise am Wirken ist und dass er Menschen liebt! 

 

Kirchengeschichte

Vincent Ferrier (1357-1419), ein in Spanien geborener Anglo-Sachse und Adliger.  Er war Missionar der Dominikaner.Er reiste durch weite Gebiete Britanniens und Europas. Erstaunliche Wunder begleiteten seinen Dienst. Es wird berichtet, dass bis zu 10 000 Menschen kamen um ihn zu hören. Franzosen, Engländer, Deutsche, Italiener, Portugiesen und Spanier verstanden ihn perfekt, in ihrer eigenen Sprache, wenn er in ihren Ländern sprach, ohne dass er die Sprachen erlernt hatte. (Miracles & manifestations of the Holy Spirit in the history of the church, Jeff Doles, 2008, Walking Barefoot Ministries, Seffner, Florida. Seite 116)

Diese Gabe des in Zungen Redens war ein Teil der Erweckungsbewegung in Frankreichum 1700, deren Mitglieder als Hugenottenbekannt wurden. Das Erstaunliche ist, dass sich diese Gabe häufig in Kindern, manchmal sogar Dreijährigen, manifestierte. Oft waren es einfache Bauernkinder, die dann in perfektem Französisch anfingen zu predigen und zu weissagen, wenn der Heilige Geist auf sie kam.  Wenn dann der Heilige Geist nicht mehr durch sie wirkte, konnten sie sich nicht erinnern, was sie gesagt hatten; und statt des perfekten Französisch, redeten sie nun wieder in ihrer gewohnten Umgangssprache. Auch bei Erwachsenen passierte Ähnliches. Zu dieser Zeit wirkten die Geistesgaben durch die Kraft des Heiligen Geistes mächtig.  Die Hörer wurden sehr bewegt und taten Buße.(Ibid., Seiten187-191)

 

Aus dem Jahr 1831 wird folgendes aus den Gemeinden im Westen Schottlandsberichtet. Die Gabe des in Zungenredens und ihre Auslegung, sowie im Geist singen, zittern im Geist usw. wurde in den dortigen Gemeinden erlebt. Augenzeugen berichten, dass diese Geistesgaben mit der Gegenwart der Heiligkeit Gottes verbunden waren. 

Ein Besucher aus London berichtet,dass er ein möbliertes Haus in Port Glasgow mietete, und die dort beschäftigte Dienstmagd mit übernommen hat.  Diese Magd hatte vor kurzem die Gabe des in Zungenredens erhalten. Sie kam aus einer fleißigen Arbeiterfamilie. Sie konnte keine zwei Sätze ordentlich in ihrer Sprache zusammenfügen.  Sie diente aber sehr gewissenhaft. Wenn sie aber im Geist war, sprach sie mit großer Kraft und Beredsamkeit, sodass ein Zeuge zum Schluss kommen muss, das die Hand des Herrn auf ihr war. Das in Zungen Reden in diesen Gemeinden wird wie folgt beschrieben: Den in Zungen Sprechenden ist nicht bewußt was sie reden. Sie sprechen wie der Geist es ihnen zu sprechen gibt. Sie hören sich sozusagen selber zu. (Ibid., 220-221)

 

Edwin Erwing (1792-1834) war ein Pfarrer in der Church of England, der eine Erneuerung in seiner Kirche hervorbrachte. Alle biblischen Formen des in Zungen Redens war in seinen Diensten üblich. Er spricht vom großen Segen des in Zungen Redens und wie dadurch Frucht in den Gläubigen entstand. In seiner Biographie wird berichtet, dass viele diese Gabe hatten.(Ibid., Seite 221-227)

 

Smith Wigglesworth(1859 – 1947), berichtet folgende Begebenheiten: „Bei dieser Gelegenheit will ich Willi Burton anführen, der im Belgischen Kongo für Gott wirkt... Bruder Burton ist ein gesegneter Mann Gottes, der sein Leben für die Heiden in Afrika einsetzt.  Eines Tages befiel ihm das „Todesfieber“. Er lag völlig hilflos, dem Tode preisgegeben. Die Umherstehenden sagten: „Nun hat er das letzte Mal gepredigt. Was sollen wir tun?“ Alle ihre Hoffnungen schienen zu erlöschen. Sie standen an seinem Bett mit zerbrochenen Herzen und wunderten sich, was geschehen würde.  Dann ließen sie ihn tot zurück. Doch da, ganz plötzlich, richtete er sich auf und kam in ihre Mitte, völlig gesund. Wer konnte das Verstehen? Bruder Burton konnte nur erklären, das er wieder zu sich kam, und dass ihn eine wunderbare Wärme durchströmte, sodass er aufstehen konnte und ihm nichts fehlte. Es blieb ihm ein Geheimnis, bis er mal nach London fuhr und der Versammlung dieses wunderbare Erlebnis mitteilte. Da bat ihm eine Schwester um eine Unterredung. Sie fragte: „Führen Sie ein Tagesbuch?“  Er antwortete: „Ja.“ Dann erzählte sie ihm: „Eines Tages, als ich zum Gebet niederkniete, stand mit Ihr Bild vor Augen. Der Geist Gottes bemächtigte sich meiner und betete durch mich in neuen Zungen. In einem Gesicht sah ich Sie hilflos auf dem Bette liegen. Ich schrie zu Gott in neuen Zungen, bis ich Sie aufstehen und dem Raum verlassen sah.“ Sie hatte die Zeit, wann es geschehen war, genau vermerkt, und als Bruder Burton in sein Tagesbuch nachsah, stellte er fest, dass es genau mit der Zeit übereinstimmte, in der er auferwecktworden war. – Es eröffnen sich große Segensmöglichkeiten, wenn wir uns den Geist ganz hingeben und in stillen Stunden in neuen Zungen zu Gott reden. Gott möchte dich so mit Heiligen Geist erfüllt sehen, das alles um dich mit der wirksamen Kraft vom Himmel geladen wird.“ (Stanley Howard Frodsham, Smith Wigglesworth Apostel des Glaubens, 13 Auflage 2011, Asaph Verlag, Lüdenscheid, Seite 182)

Mit in Zungen im Geist beten und singen zu können ist für mich so wunderbar, Smith Wiggelsworth hat recht, wenn er sagt: „Es ist eine wunderbare Sache im Geiste zu beten und im Geiste zu singen, wie der Geist gibt auszusprechen. Morgens verlasse ich niemals mein Bett, ohne vorher im Geiste mit Gott Gemeinschaft zu haben. Das ist das schönste, was es auf Erden gibt. Es ist lieblich, im Geist zu sein, während du dich ankleidest und dann hinaustrittst in die Welt. Sei Gewiss, dass die arge Welt dann keinen Reitz mehr für dich haben kann. Wenn du in dieser Weise den Tag beginnst, wirst du dir der Leitung des Geistes während des ganzen Tages bewusst sein.“ (Ibid., Seite 186)

Es gibt viele die sich Gläubig nennen, aber äußerst ungläubig sind. Einer von diesen ungläubigen „Gläubigen“ war ein Methodisten Prediger. Ein Mann riet ihm, seinem Urlaub in meiner Stadt zu verbringen und gab ihm auch meine Adresse. Am Ort angekommen, begann er die Leute über mich auszufragen. Man warnte ihn, ich sei vor den „Pfingstlern“, er sollte sehr Vorsichtig sein, damit er nicht hereinfalle, da alles vom Teufel sei. Er erwiderte: „Mann wird mich nicht gefangen nehmen können, ich weiß zu viel.“

Er war, wie man so sagt, mit seinen Nerven ganz heruntergekommen und benötigte Ruhe und Ausspannung. Als er kam, sagte er: „Ihr Freund hat mich zu ihnen geschickt. Ist es ihnen Recht? Ich entgegnete: „Sie sind mir herzlichst willkommen.“ Aber wir konnten mit dem Mann nichts anfangen. Sein Verhalten war unmöglich. Er redete und redete ohne Aufhören. Ob es zu Mittag war, oder beim Abendessen, er stoppte nicht. Da kam unsere Freitagsversammlung, die für Wartende auf die Geistestaufe bestimmt war. Der Raum begann sich mit Menschen zu füllen – und er redete immer noch. Niemand konnte ihn beschwichtigen. „Bruder“, sagte ich zu ihn, „nun musst du aufhören, wir wollen beten.“  Gewöhnlich sangen wir vor dem, diesmal war esanders. Es war Gottes Weg. Wir begannen gleich mit Gebet. Sobald wir anfingen, brachen zwei junge Schwestern, eine auf dieser, die andere auf der anderen Seite, in Zungen aus. Und dieser Prediger – es war alles fremd für ihn – ging von der einen zu anderen, zu hören, was sie redeten. Nach kurzer Zeit fragte er: „Kann ich auf mein Zimmer gehen?“ Ich sagte, „Geh Bruder, wie du es wünschest.“...

Am nächsten Morgen kam er zum Frühstück und sagte: „Oh, war das nicht eine wunderbare Nacht? Ich verstehe Griechisch und Hebräisch, und jede beiden jungen Schwestern in diesen Sprachen. Eine sagte in Griechisch: ‚Komm in Ordnung mit Gott! ’, und die andere wiederholte dasselbe in Hebräisch. Ich wusste Gott sprach, und nicht die beiden Frauen. Zuerst musste ich Buße tun. Als Ungläubiger war ich hineingekommen, doch ich fand, Gott war gegenwärtig. In der Nacht legte Gott mich auf den Fußboden. Er erwies an mir seine Allmacht und zeigte mir meine Ohnmacht. Zwei Stunden lag ich ganz hilflos. Dann brach der Herr durch...“ Hier angekommen begann er aufs Neue in Zungen zu reden – gerade am Frühstückstisch.“ (Ibid., Seite 187 - 188) 

„So empfängt man eine Gabe. Du weißt nicht, das du sie hast, bis du im Glauben handelst.  Brüdern und Schwestern, dir ihr um Gaben bittet, glaubet!“ (Ibid., Seite 190)

Die Sprachengaben

  • die Gabe der Auslegung der Zungenrede

Die Gabe der Auslegung der Zungenrede ist eine der drei Sprachengaben und ist die zweite Form des öffentlich in Zungen Redens, Betens und Singens.

Jemand spricht eine von Gott gegebene Botschaft in Zungen.

Einem anderen, oder der gleichen Person, wird es auf übernatürlich Weise ermöglicht, diese Botschaft zu verstehen und in normaler menschlicher Sprache wiederzugeben.

Der Verstand des Sprechers ist dabei nicht beteiligt. Der Heilige Geist gibt dem, der in Zungen spricht, die Worte und Aussprache und dem anderen die Auslegung.

Es werden zwar die Stimmbänder des Menschen gebraucht, aber es ist keine fremde Stimme, so wie es bei manchen Besessenen der Fall ist.

Die Auslegung der Zungenrede ist die übernatürliche Offenbarung - das übernatürliche Aufzeigen der Bedeutung - der Botschaft, die Gott der Gemeinde oder einer Einzelperson durch das Zungenreden gegeben hat.

Auslegung meint nicht, es wörtlich zu übersetzen, sondern Offenbarung des inhaltlichen Sinnes von dem, was gesprochen war.

Zweck der Gabe ist es, verständlich zu machen, was der Heilige Geist durch die Gabe der Zungenrede der Gemeinde mitteilen will.

Manchmal wird gefragt, warum jemand eine Botschaft in Zungen gibt, die eine gewisse Zeit braucht, aber die Auslegung der Zeit nach, länger oder kürzer ist. Dies liegt daran, dass es sich bei der Auslegung nicht um eine wörtliche Übersetzung, sondern um die Wiedergabe der Bedeutung handelt. Die Auslegung braucht manchmal nicht so viele Worte wie die Botschaft und umgekehrt.

Abgesehen davon, ist auch bekannt, dass Übersetzungen aus einer Sprache in eine andere Sprache meistens kürzer oder länger sind als das zu Übersetzende, da Sprachen unterschiedlich aufgebaut sind.

Die Gabe der Auslegung setzt voraus, dass die Gabe in Zungen reden zu können von jemandem praktiziert wurde.  Darum halten manche die Gabe der Auslegung für die geringste der Geistesgaben. Von den Sprachengaben ist die Gabe der Weissagung, nach Paulus' Meinung die beste. Zungenrede, wenn sie ausgelegt wird, erbaut die Gemeinde aber in gleicher Weise wie eine Weissagung. Alle Gaben sind wichtig und haben ihren Platz.

Also: Wird die Gabe der Zungenrede in der Versammlung wirksam, muss sie ausgelegt werden. Zungenrede und ihre Auslegung ist eine Möglichkeit wie der Heilige Geist eine Botschaft an die Gemeinde übermittelt. Die Zungenrede dient dann zusammen mit der Auslegung der Erbauung der Gemeinde. Es ist eine Form des Prophetischen Redens.

Paulus spricht vom Gebrauch der öffentlichen Zungenrede im Gottesdienst in

1. Korinther 14,

5 Ich möchte aber, dass ihr alle in Sprachen redet, mehr aber (noch), dass ihr weissagt. Wer aber weissagt, ist großer, als wer in Sprachen redet, es sei denn, dass er es auslegt, damit die Gemeinde Erbauung empfange.

13 Darum, wer in einer Sprache redet, bete, dass er (es auch) auslege! 14 Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet mein Geist, aber mein Verstand ist fruchtleer.

Die letzten zwei Verse sprechen vom Reden bzw. Beten in Zungen. Paulus verbindet die beiden Sätze durch das Wort „denn“. Denn sie sind miteinander verbunden.

Bei der Gabe der Weissagung (Gabe prophetisch zu reden) gibt Gott der Gemeinde eine Botschaft in einer ihr geläufigen Sprache. (siehe anderen Orts Ausführungen)

Bei der Gabe der Zungenrede redet der Heilige Geist durch einen Gläubigen, in einer ihm unbekannten Sprache. (Würde er in einer ihm bekannten Sprache reden, wäre es prophetisches Reden, was man auch Weissagung nennt. (siehe anderen Orts Ausführungen)

Das Reden in Zungen kann eine Anbetung Gottes sein, wenn es seine persönliche geistliche Sprache  ist, die nicht öffentlich ist und deshalb keiner Auslegung bedarf.

Durch die öffentliche Zungenrede gibt Gott eine prophetische Botschaft an die Gemeinde, die durch die Auslegung offenbar wird. Es handelt sich dann mehr um ein „indirektes“ Reden Gottes, weil es eine Auslegung braucht (Das bedeutet, dass es manchmal keine Wort für Wort Übersetzung ist, sondern wie der Hörer/Ausleger/der die Auslegung hat versteht oder interpretiert, was Gott ihm gibt. Ist kein Ausleger in der Gemeinde, hat der Redende die Verantwortung, selbst um eine Auslegung zu bitten. Andernfalls soll die Gabe in der Versammlung nicht praktiziert werden.

In der Versammlung soll nicht jeder wann er gerade will, laut in Zungen reden. Gott hat eine Ordnung für den Gebrauch der Gabe festgelegt.

1. Korinther 14,

23 Wenn nun die ganze Gemeinde zusammenkommt und alle in Sprachen reden, und es kommen Unkundige oder Ungläubige herein, werden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid?

Es sollen höchstens zwei oder drei nacheinander in Zungen reden und das so Gesprochene soll ausgelegt werden. Nur so dient es der Erbauung der Gemeinde. Und - wer in der Versammlung öffentlich (laut) in Zungen spricht, hat die Verantwortung, dass es auch ausgelegt wird.

1. Korinther 14,

27 Wenn nun jemand in einer Sprache redet, (so sei es) zu zweien oder höchstens zu dritt und nacheinander, und einer lege aus. 28 Wenn aber kein Ausleger dar ist, so schweige er in der Gemeinde, rede aber für sich und für Gott.

Es kann aber auch sein, dass keine Auslegung kommt, weil die Botschaft für einen ausländischen Besucher ist, der sich in der Versammlung befindet und der diese Sprache spricht; siehe oben erzähltes Beispiel von Afrikaans in Frankreich.

Wenn die Gabe der Auslegung wirkt, gibt der Heilige Geist dem Betreffenden in der Regel nicht die ganze Botschaft auf einmal. Er gibt zunächst ein oder zwei Worte, die der Ausleger im Glauben aussprechen muss. Dann folgen weitere Worte und Gedanken, bis die Botschaft vollendet ist.

Die Gabe der Auslegung kann, wie auch das prophetische Reden, mit einem Wort der Erkenntnis oder einem Wort der Weisheit zusammengesetzt sein. Die Auslegung ist die sinngemäße Wiedergabe der Zungenrede. Das Wort der Erkenntnis bzw. das Wort der Weisheit oder die Weissagung ist in der Zungenrede vorhanden und wird in der Auslegung nur sinngemäß wiedergegeben.

Ein persönliches Beispiel: Vor einiger Zeit spürte ich, dass ich meinen Freund, der nicht weit von uns lebt, besuchen sollte. Als wir beten wollten, fing ich an in klaren Worten in Zungen zu reden. Dies tat ich, bis ich spürte, dass ich aufhören sollte. Dann gab mein Freund die Interpretation. Es war ein prophetisches Wort für ihn persönlich.

Ich habe schon öfters Gemeinden besucht, in denen diese Gaben praktiziert werden.  Es kann sein, dass während einer Zeit der Stille oder nach einem Lied, eine Person spürt, dass sie Worte in Zungen laut aussprechen soll. Sie tut es so, dass es alle hören können und bleibt dann still. Nach einer kurzen Pause spricht dieselbe oder eine andere Person die Interpretation aus, so dass alle sie hören können.

Mein Zeugnis, wie ich die Taufe im Heiligen Geist und die Gaben in Zungen reden zu können, empfing

Ich wuchs in einer Familie auf, in der der Glaube nichts mit dem Alltag zu tun hatte. Ich hatte keinen Unterricht im christlichen Glauben und war ahnungslos über das Christentum. Mit 13 Jahren erlebte ich Jesus zum ersten Mal, als ich mich in einer Evangelisation für ihn entschied. Circa ein Jahr später, genau weiß ich es nicht mehr, wurde ich von einem Ehepaar, das mich regelmäßig in die christliche Gemeinschaft mitnahm, zu einer christlichen Veranstaltung eingeladen. Die Veranstaltung fand in der Stadthalle von Stanger, Südafrika, statt, eine nicht weit von meinem Wohnort gelegene Stadt. Wer der Gastprediger war, weiß ich nicht mehr.  Nur die ersten Reihen des großen Saals waren gefüllt mit Menschen. Der Prediger bat die wenigen anwesenden Menschen nach vorne zu kommen und einen Kreis zu bilden. Er fragte, ob er für Menschen beten durfte, damit sie den Heiligen Geist empfangen. Ich wusste noch nicht einmal, dass es den Heiligen Geist gibt; ich war ahnungslos, erlaubte aber, dass der Prediger mir die Hände auflegte und für mich betete. Plötzlich spürte ich eine Wärme, beinah wie Strom, die mich durchflutete. Ich fiel nicht um, aber meine Beine wollten unter mir nachgeben, weil eine starke Kraft auf mich kam. Ich hatte noch nie etwas von Zungen gehört, aber plötzlich strömte eine mir fremde Sprache aus meinen Mund. Ich wusste nicht, was da gerade bei mir passierte, aber es war wunderbar und veränderte mein Leben radikal! Ich war damals recht schüchtern und habe meinen Glauben in der Schule verheimlicht. Nachdem ich die Geistestaufe erhalten hatte, brannte mein Herz mit einem unbekannten, aber wunderbaren Feuer! Ich wurde ein feuriger Evangelist auf dem Schulhof. Der Direktor der Schule rief mich mehrmals in sein Büro, weil Eltern sich beschwerten oder mit ihm sprachen, weil ihre Kinder von dem berichteten, was der Herr im Schulhof tat. Kinder bekehrten sich und wir fingen eine christliche Gruppe in der Schule an.

Der Geist Jesu wirkte radikale Änderungen in mir, als ich die Geistestaufe empfing. Heute, wenn ich über die vielen Jahre nachdenke, bin ich so sehr dankbar für die Geistestaufe, die ich erfahren habe und für die Gabe des in Zungenredens.  Ohne die Kraft und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes, wäre mein Leben vollkommen anders gelaufen. Gott ist so gut!

Kirchengeschichte

Irenaeus (120-202), früher Kirchenvater und Theologe. Aus dieser Zeit wird berichtet, dass viele Geschwister die Gabe des in Zungen Redens und der Prophetie besaßen und dadurch zum Wohl aller, die versteckten Dinge des Herzens ans Licht kamen und die Geheimnisse Gottes verkündet wurden. (Miracles & manifestations of the Holy Spirit in the history of the church, Jeff Doles, 2008, Walking Barefoot Ministries, Seffner, Florida. Seite 24-25)

Der britische Pfingstler und Erweckungsprediger Smith Wigglesworth (1859 - !947) gibt persönliches Zeugnis über das in Zungen reden und ihre Auslegung: „Als ich getauft wurde, erlebte ich eine wunderbare Zeit und hatte eine Aussage im Geiste. Doch danach sprach ich nicht mehr in Zungen. Aber eines Tages, als ich einem anderen half, gab mir der Herr wieder Aussagen im Geiste. Eines anderen Tages ging ich die Straße hinab und sprach eine lange Zeit in Zungen. Da taten einige Gärtner ihre Arbeit. Sie hoben ihre Köpfe hoch, um zu sehen, was los sei. Ich sagte: „Herr, du hast etwas Neues für mich. Du sagtest, dass, wenn ein Mann in Zungen spricht, er um die Auslegung bitten sollte. Ich bitte um die Auslegung, und ich werde direkt hierbleiben, bis ich sie bekomme.“ Von der Stunde gab mir der Herr die Auslegung.“ (Stanley Howard Frodsham, Smith Wigglesworth Apostel des Glaubens, 13 Auflage 2011, Asaph Verlag, Lüdenscheid, Seite 163)

Die Geistesgaben

Teil 5 zu diesem Thema

Die Gaben des Geistes im Gottesdienst

Quellennachweis:

Alle Zitate aus 1. Korinther 14 in Teil 5 sind aus der Ludwig Albrecht Übersetzung.

Jagt der Liebe nach!

Paulus fängt dieses Kapitel über die Gaben des Heiligen Geistes im Gottesdienst ganz bewusst mit folgenden Worten an: Jagt der Liebe nach!

Hast du in einer Dokumentation oder in der Natur schon einmal gesehen, wie ein Tier ein anderes Tier jagt? Wie zielsicher und motiviert es ist? Wenn die Jagd nicht erfolgreich ist, kann es verhungern! Paulus hätte keine stärkeren Worte benutzen können. „Jagt der Liebe nach!“

Gott ist Liebe! Die ersten zwei Gebote der zehn Gebote beziehen sich auf die Liebe. Es ist kein Zufall, dass 1. Korinther 13 zwischen Kapitel 12 und 14 ist!

Jesus hat gesagt, dass die Welt uns als Christen daran erkennen wird, wie viele Geistesgaben wir haben, oder?

  • Nein, an der Liebe, die wir für unsere Geschwister haben.

Galater 5 (Neue Genfer Übersetzung),

Denn wenn jemand mit Jesus Christus verbunden ist, spielt es keine Rolle, ob er beschnitten oder unbeschnitten ist. Das einzige, was zählt, ist der Glaube – ein Glaube, der sich durch tatkräftige Liebe als echt erweist.

Im Englischen sagen wir, ‚faith works by love!’

Strebt auch nach den Geistesgaben

Das lesen wir immer wieder: strebt nach den Geistesgaben! Sind wir diesbezüglich dem Wort Gottes gehorsam? Tun wir das?

„...vor allem nach der Weissagung! Wer in Zungen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott. Es kann ihn ja niemand verstehen; durch die Eingebung des Geistes redet er Geheimnisse. Der Weissager aber wendet sich mit seiner Rede an die Menschen: er erbaut, ermahnt und tröstet sie.“

Was ist die am meisten zu begehrende Gabe?

  • Prophetisches reden, auch Weissagung genannt!

Warum?

  • Antwort ist in Vers 4 & 5 zu finden. Prophetisches Reden erbaut, ermahnt und tröstet den Einzelnen und die Gemeinde! Prophetisches Reden führt oft zur Übergabe eines Menschen an Jesus!
  • Der Zungenredner erbaut sich selbst, der Weissager erbaut die Gemeinde.“

In Zungen reden, wenn es die persönliche Gebetsprache ist, ist die einzige Geistesgabe, die hauptsächlich für uns und nicht für andere ist! Das Reden in Zungen baut unseren Geist auf!

Ich wollte, ihr könntet alle in Zungen reden.

Warum?

  • Weil Paulus durch seine Erfahrungen wusste, wie hilfreich das in Zungen Reden ist für die persönliche Erbauung und für unseren Dienst als Christen.

Doch noch viel lieber wäre es mir: ihr weissagtet. Denn der Weissager steht höher als der Zungenredner, außer wenn der Zungenredner seine Worte auch auslegt und so die Gemeinde erbaut wird.

Der Kontext von Kapitel 14 ist der Gottesdienst bzw. die christliche Versammlung!

Käme ich nun, liebe Brüder, zu euch und redete in Zungen, was nützte euch das, wenn ich nicht auch zu euch spräche in Offenbarung, Erkenntnis, Weissagung oder Lehre? Es ist hier ebenso wie bei leblosen Musikwerkzeugen: Sind zum Beispiel auf einer Flöte oder Zither die Töne nicht ganz deutlich, wie kann man dann wissen, welche Weise darauf gespielt wird? Oder: gibt die Trompete (im Krieg) ein unklares Zeichen, wer wird sich dann zum Kampf rüsten? So ist's nun auch mit euch: redet ihr mit eurer Zunge nicht klar und deutlich, so kann man nicht verstehen, was ihr sprecht. Ihr redet dann in den Wind. 10 Es gibt in der Welt so viele verschiedene Sprachen, und jede hat ihre ganz bestimmten Laute. 11 Ist mir aber eine Sprache so fremd, daß ich den Sinn ihrer Worte nicht kenne, so bleibe ich dem, der sie redet, unverständlich, und er versteht mich nicht. 12 Genau so ist's in euerm Fall. Ihr trachtet nach geistlichen Gaben. Sucht nun an den Gaben reich zu werden, die der Erbauung der Gemeinde dienen! 13 Wer in Zungen redet, der soll deshalb auch um die Gabe der Auslegung beten.

Was die 3 Arten des in Zungen Redens sind, haben wir schon besprochen. Es ist wichtig, die unterschiedlichen Arten im Kopf zu behalten, wenn man Kapitel 14 liest.  Paulus richtet dieses Kapitel an Gläubige, die sich versammeln.  Er erklärt z.B., dass in diesem Kontext das laute in Zungen Reden (Gebetsprache) nicht viel bringt. S.u. bzw. in den Ausführungen oben – ich wiederhole hier:

14 Denn wenn ich in Zungen bete, so betet wohl mein Geist, doch mein Verstand ist dabei unbeteiligt.

Warum ist mein Verstand unbeteiligt?

  • Weil ich nicht verstehe, was ich bete und mein Geist mit dem Heiligen Geist verbunden, durch mich betet.
  • Z.B. Wenn ich alleine auf längere Autoreisen gehe, bete ich bei der Autofahrt gerne für längere Zeit laut in Zungen. Das kann ich tun, da ich meinen Verstand und Körper dem Autofahren widmen kann und trotzdem, ungestört in Zungen beten kann.

15 Wie soll es denn nun sein? Ich will mit meinem Geist beten, und ich will auch mit meinem Verstand beten.  Ich will lobsingen mit meinem Geist, und ich will auch lobsingen mit meinem Verstand.

16 Dankst du Gott nur mit deinem Geist (im Zungenreden), wie kann da jemand, der (das Zungenreden) nicht auszulegen weiß, zu deinem Dankgebet Amen sagen? Er versteht ja gar nicht, was du sagst. 17 Das Dankgebet, das du sprichst, mag noch so schön sein, der andere wird doch nicht dadurch erbaut.

Von welchem Zungenreden ist hier die Rede?

  • Von der privaten Gebetsprache.

18 Ich rede — Gott sei Dank dafür! — viel mehr in Zungen als ihr alle.

Warum sagt Paulus das?

  • Weil Paulus durch seine Erfahrungen überzeugt war, wie hilfreich das Zungenreden für seinen Dienst als Apostel und für seine Erbauung ist.

19 In einer Gemeindeversammlung aber will ich lieber fünf Worte mit meinem Verstand reden — um dadurch auch andere zu belehren — als zehntausend Worte in Zungen.

Warum?

  • Weil die private Gebets- und Anbetungssprache für andere nicht verständlich ist.

20 Brüder, seid nicht Kinder an Einsicht und Verständnis! Bleibt Kinder, wenn es sich ums Böse handelt; an Einsicht und Verständnis aber werdet gereifte Menschen!

Paulus sagt in Kapitel 12,

1 Über die geistlichen Gaben will ich euch, liebe Brüder, nicht in Unkenntnis lassen.

In der Neuen Genfer Übersetzung heißt es:

Ein weiterer Punkt, den ihr erwähnt habt, liebe Geschwister, sind die Fähigkeiten, die uns durch Gottes Geist gegeben werden. Es liegt mir sehr daran, dass ihr in dieser Sache genau Bescheid wisst

Gott will nicht, dass wir diesbezüglich in Unkenntnis sind. Es ist wichtig, dass wir diese Materie verstehen.

21 Im Gesetz steht geschrieben: In anderen Zungen und durch fremde Lippen will ich zu diesem Volk reden, und trotzdem werden sie nicht auf mich hören — spricht der Herr. 22 Aus diesem Wort folgt: Die Zungen sind nicht ein göttlich Zeichen, das die Hörer zum Glauben führt, sondern bei dem sie ungläubig bleiben. Die Weissagung dagegen hat zur Folge, daß die Hörer nicht ungläubig bleiben, sondern gläubig werden.

Neue Genfer Übersetzung:

22 Das Reden in Sprachen, ´die von Gott eingegeben sind,` ist demnach nicht ein Zeichen für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen – ´ein Zeichen des Gerichts`. Mit dem prophetischen Reden ist es umgekehrt: Es ist nicht ein Zeichen für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen – ´ein Zeichen von Gottes Gegenwart`.

Von welchem Zungenreden ist hier die Rede, Die Zungen sind nicht ein göttlich Zeichen, das die Hörer zum Glauben führt, sondern bei dem sie ungläubig bleiben?

  • Die private Gebetssprache. Dass in Zungen reden, nur zwischen Sprecher/Singer und Gott.

Von welchem Zungenreden ist hier die Rede, als, nicht ein Zeichen für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen – ´ein Zeichen des Gerichts?

  • Das in Zungenreden mit Auslegung und das auf übernatürliche Weise Reden in einer dem Sprechenden unbekannten Sprache, aber dem Hörer bekannten Sprache.

Warum werden Ungläubige durch prophetisches reden gläubig?

  • Es muss zusammen mit Vers 24 & 25 gelesen werden.

In einer Situation ist das prophetische reden ein Zeichen nur für Gläubige; z.B. die Warnung für Paulus darüber, was ihm geschehen wird, wenn er nach Jerusalem geht.

In einer anderen Situation ist das prophetische reden ein Zeichen für Ungläubigen und führt zur Bekehrung; z.B. wenn die Weissagung den Hörer zusammen mit der Gabe der Erkenntnis auf übernatürliche Weise anspricht und wie in Vers 25, die verborgenen Gedanken seines Herzens aufgedeckt werden .

Jetzt wieder ist von Zungenrede, die Rede:

23 Wenn also in einer Versammlung der ganzen Gemeinde alle mit Zungen redeten, und es kämen Laien oder Ungläubige hinein, würden die nicht sagen, ihr wärt von Sinnen?

Warum ist das so?

  • Wenn ich in meiner privaten Gebets- und Anbetungssprache in Zungen rede, hört sich das für Unwissende merkwürdig an.

Wann wäre das nicht so?

  • Wenn es eine Auslegung des in Zungen Redens gibt, oder wenn der Hörer das in Zungen Reden in einer ihm bekannten Sprache hört.

24 Wenn aber alle weissagen, und es tritt dann ein Ungläubiger oder Laie ein, der wird von allen (in seinem Gewissen) überführt und gleichsam ins Verhör genommen; 25 die verborgenen Gedanken seines Herzens werden aufgedeckt, und tief ergriffen wird er auf sein Antlitz fallen, Gott anbeten und bekennen, daß Gott wahrhaftig in eurer Mitte ist.

Das ist doch so wunderbar und so begehrenswert!

26 Wie soll es nun gehalten werden, Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat der eine einen Lobgesang, der andere einen Lehrvortrag, der andere eine Offenbarung, der andere ein Reden in Zungen, der andere eine Auslegung der Zungen. Alles soll der Erbauung dienen.

Was soll geschehen, wenn wir als Christen im Hauskreis, der Versammlung oder im Gottesdienst zusammenkommen?

  • Einer soll ein oder mehrere Lieder mitbringen, der nächste hat eine Lehre oder eine Predigt, der nächste bringt eine Offenbarung, die Gott ihm gegeben hat, ein anderer redet in Zungen, wieder ein anderer legt das in Zungen Geredete aus.

Alles diene der Erbauung! Was bedeutet das?

  • Alles soll in der Versammlung zu Ehre Gottes, für Gottes Reich und für die Auferbauung der individuellen Christen und/oder der Gemeinde als Gruppe dienen.

27 In Zungen sollen nur zwei oder höchstens drei reden, aber nacheinander, und einer soll auslegen. 28 Ist kein Ausleger da, so sollen die Zungenredner in der Gemeindeversammlung schweigen; sie mögen dann (still) mit sich und Gott reden.

Von welchem Zungenreden ist die Rede in Vers 27?

  • Zungenrede mit Auslegung

Von welchem Zungenreden ist die Rede in Vers 28?

  • Gebetsprache - wenn es leise für sich geschieht, ist es in der Versammlung erlaubt.

29 Von den Propheten mögen zwei oder drei reden, und die anderen mögen das Gesprochene beurteilen.

Hier ist die Rede nicht nur von denen, die das Amt des Propheten haben, sondern von denen, die in der Versammlung prophetisch reden!

Die Zuhörer sollen es prüfen!

30 Wird aber einem anderen, der dasitzt, eine Offenbarung zuteil, dann soll der erste schweigen.

In anderen Worten, es soll immer nur einer nach dem anderen reden, nicht alle auf einmal!

31 Denn ihr könnt alle weissagen, doch nacheinander, damit alle lernen und alle ermahnt werden.

Wer kann prophetisch reden?

  • Alle, aber nacheinander!

32 Die Propheten haben ja die Herrschaft über ihren Geist.

Ein sehr wichtiger Vers. Gott beherrscht nicht unseren Willen. Gott gibt einer Person ein prophetisches Wort. Das Wort muss nicht sofort ausgesprochen werden. Das könnte zu Chaos in der Versammlung führen. Nur zur gegebenen Zeit soll das Wort vom Herrn ausgesprochen werden. Gott wird den Sprecher und denen, die für die Versammlung verantwortlich sind, zeigen was die rechte Zeit ist.

33 Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens.

Gott ist ein Gott des Friedens, es soll alles harmonisch ablaufen.

Manchmal scheint in pfingstlichen oder charismatischen Gottesdiensten alles durcheinander zu gehen. Ob das wirklich so ist, sei dahingestellt. Wenn etwas anders abläuft, als man es gewohnt ist, sollte man Geduld und Toleranz mitbringen, weil wir doch alle noch am Lernen sind.

Gott ist der Gott des Friedens, nicht der Unordnung! Denkt an das Bild eines großen Orchesters. Siehe Teil 6 unten.  Der Heilige Geist ist der Dirigent, der alle Instrumente perfekt zusammenarbeiten lässt, sodass wunderbare Musik zu hören ist.

Die Verse 34-38 behandeln ein Thema, das mit Geistesgaben im Gottesdienst nichts zu tun hat.

Wir machen mit Vers 39 weiter.

39 Also, meine Brüder: trachtet nach der Weissagung, und das Zungenreden hindert nicht! 40 Alles aber soll mit Anstand und in Ordnung zugehen.

(Neue Genfer Übersetzung)

39 Um das Ganze zusammenzufassen, liebe Geschwister: Bemüht euch um die Gabe des prophetischen Redens, und hindert keinen daran, in Sprachen zu reden, ´die von Gott eingegebenen sind`. 40 Sorgt aber dafür, dass alles korrekt und geordnet zugeht.

Paulus wiederholt bewusst durch den Heiligen Geist, was er oben schon mehrmals gesagt hat, weil es ihm wichtig ist im Kontext des Gottesdienstes es zu wiederholen, trachtet nach der Weissagung, und das Zungenreden hindert nicht! Sind wir dem Wort Gottes diesbezüglich gegenüber gehorsam und haben wir uns um die Geistesgaben bemüht, oder dafür gebetet? Das gehört zu „strebt...

Welche Gaben wünschst du dir? Bitte Gott dir zu zeigen, welche Gaben er dir schenken möchte, oder schon in dich hineingelegt hat.

Die Geistesgaben

Teil 6 zu diesem Thema

Ein Leib, viele Glieder und die Geistesgaben

1. Korinther 12,

12 Denn gleichwie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des einen Leibes aber, obwohl es viele sind, als Leib eins sind, so auch der Christus. 13 Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hinein getauft worden, ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie, und wir sind alle getränkt worden zu einem Geist. 14 Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele. 15 Wenn der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum gehöre ich nicht zum Leib! — gehört er deswegen etwa nicht zum Leib? 16 Und wenn das Ohr spräche: Ich bin kein Auge, darum gehöre ich nicht zum Leib! — gehört es deswegen etwa nicht zum Leib? 17 Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? Wenn er ganz Ohr wäre, wo bliebe der Geruchssinn? 18 Nun aber hat Gott die Glieder, jedes einzelne von ihnen, so im Leib eingefügt, wie er gewollt hat. 19 Wenn aber alles ein Glied wäre, wo bliebe der Leib? 20 Nun aber gibt es zwar viele Glieder, doch nur einen Leib. 21 Und das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht!, oder das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht! 22 Vielmehr sind gerade die scheinbar schwächeren Glieder des Leibes notwendig, 23 und die [Glieder] am Leib, die wir für weniger ehrbar halten, umgeben wir mit desto größerer Ehre, und unsere weniger anständigen erhalten umso größere Anständigkeit; 24 denn unsere anständigen brauchen es nicht. Gott aber hat den Leib so zusammengefügt, dass er dem geringeren Glied umso größere Ehre gab, 25 damit es keinen Zwiespalt im Leib gebe, sondern die Glieder gleichermaßen füreinander sorgen. 26 Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit. 27 Ihr aber seid [der] Leib des Christus, und jeder ist ein Glied [daran] nach seinem Teil. 28 Und Gott hat in der Gemeinde etliche eingesetzt, erstens als Apostel, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer; sodann Wunderkräfte, dann Gnadengaben der Heilungen, der Hilfeleistung, der Leitung, verschiedene Sprachen. 29 Sind etwa alle Apostel? Sind etwa alle Propheten? Sind etwa alle Lehrer? Haben etwa alle Wunderkräfte? 30 Haben alle Gnadengaben der Heilungen? Reden alle in Sprachen? Können alle auslegen? 31 Strebt aber eifrig nach den vorzüglicheren Gnadengaben

Gott beruft, begabt, befähigt und beschenkt uns unterschiedlich! Aber es ist der gleiche Gott der durch verschiedene Menschen wirkt. Es geht darum, Gottes gesamtes Werk, bzw. das Königreich Gottes voran zu treiben.

Zum Nutzen verliehen“, bedeutet, dass etwas eine praktische Wirkung hat. So ist es auch mit den Geistesgaben.

„...jedes einzelne von ihnen, so im Leib eingefügt ...“ Wir sind keine Inseln. Zusammen, unterschiedlich begabt und beschenkt machen wir den Leib Christi aus.

Das Wirken des Heiligen Geistes ist nicht nur rein akademische Bibellehre, oder dazu da um uns gutfühlen zu lassen. Unser Glaube basiert nicht auf Gefühlen. Sein Wirken ist praktisch und verändert unser tägliches Leben! Es geht darum, Jesus groß zu machen und Menschen zu Jesus zu führen und alles was er für sie hat, zu vermitteln.

Das Wirken der Geistesgaben ist zu vergleichen mit einem Orchester.

Der Heilige Geist schenkt jeder Person im Orchester ein für sie persönlich bestimmtes Instrument und die Gabe, das ihr anvertraute Instrument spielen zu können. Das sind die natürlichen Gaben und die Geistesgaben, die unser Herr uns schenkt.

Es gibt viele Violinen, aber wenige, die die Trommel spielen. So gibt es auch Gaben und Ämter die häufig zu finden sind, z.B. Pastoren und die Geistesgabe, in Zungen reden zu können, oder seltene, z.B. Apostel und die Geistesgabe des Wunderwirkens.

Die verschiedenen Instrumente sind ganz unterschiedlich. Flöten, Geigen, Trompeten und Harfen sind aus unterschiedlichem Material gefertigt. Sogar eine gleiche Instrumentenart kann aus verschiedenem Material hergestellt werden. Besonders wertvoll sind die, die ein berühmter Baumeister aus besonderem Material und von Hand gefertigt hat. Es steckt viel Liebe und Hingabe darin, ein solch besonderes Instrument so zu machen.

Für die verschiedenen Instrumente gibt es ganz spezifische Anleitungen, wie man sie zu spielen hat, sonst klingen sie nicht richtig.

Um in einem Orchester spielen zu dürfen, muss man nicht nur sein Instrument beherrschen, sondern auch die Noten und Musikzeichen beachten.  Die Noten sind das Wort Gottes.

Es ist aber nicht genug, dass jeder die Noten spielt, wie er es für richtig hält. Das gäbe keine wohlklingende Musik. Wohl hat jeder die Noten vor sich, muss aber zugleich ganz intensiv auf den Dirigenten achten, der den Ton angibt und das Musikstück interpretiert.

Keiner darf einfach so drauflos spielen, so wie er gerade denkt. Jeder, auch der beste Künstler, muss sich nach dem Dirigenten richten. Der Dirigent gibt jedem seinen Einsatz vor. Würde jeder spielen wie er wollte, gäbe es ein schrecklich klingendes Chaos. Das wäre kein Ohrenschmaus mehr. Und alle Zuhörer würden davon laufen und nichts Gutes mehr von diesem Orchester erwarten. Man würde ein solches Orchester meiden. Ja, und es würde gar auf den Dirigenten zurückfallen, als ob er nicht fähig wäre, ein Orchester zu leiten, obwohl es die Musiker waren, von denen einfach nur jeder gemacht hat, wie er wollte – manchmal genügt schon einer, der sich nicht einstimmen läßt, damit so ein schlechtes Bild vom Dirigenten und seinem Orchester entsteht. Aber mit einem auf ihn eingestimmten Orchester verwandelt der Dirigent das Ganze in wunderschöne Musik!

Hast du schon einmal erlebt, wie es sich anhört, wenn die Instrumente eingestimmt werden und jeder sich mit sich selbst und seinem Instrument beschäftigt? So wichtig das auch ist - es klingt aber noch nicht schön! Erst wenn dann alle auf einander abgestimmt sich vom Dirigenten leiten lassen, kann ein Meisterkonzert erklingen! Der Dirigent ist der Heilige Geist.

Übrigens- in einem Orchester wird jedem Musiker mit seinem speziellen Instrument der allein richtige Sitzplatz zugeteilt. Die Platzanweisung ist die Berufung!

Der Dreieinige Gott will mit uns ein Meisterwerk gestalten.

Sind wir dazu bereit?

Es geht nur, wenn wir uns die Musiklehre aneignen (Gottes Wort in uns aufnehmen), unseren Platz (Berufung) und unsere Gaben (natürliche und übernatürliche) kennen und bereit sind,  in absolutem Gehorsam auf die kleinste Andeutung des Dirigenten (Heiligen Geist) sofort zu folgen.

1Korinther 14,

26 Wie ist es nun, ihr Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder von euch etwas: einen Psalm, eine Lehre, eine Sprachenrede, eine Offenbarung, eine Auslegung; alles lasst zur Erbauung geschehen!... 33 Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung...

Berufung und Begabung

Wir haben alle eine persönliche Berufung. Passend zu jeder Berufung, erhalten wir die natürlichen und/oder Geistesgaben, die wir brauchen um in unserer persönlichen Berufung, im Leib Jesu, erfolgreich dienen zu können.

In Römer 12, erklärt Paulus es so,

Denn ich sage kraft der Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass er nicht höher von sich denke, als sich zu denken gebührt, sondern dass er auf Bescheidenheit bedacht sei, wie Gott jedem Einzelnen das Maß des Glaubens zugeteilt hat.

Was bedeuten diese Verse?

  • Wir haben unseren Platz, unsere Berufung. Wir können bescheiden sein und brauchen nicht zu hoch von uns zu denken, denn wir wissen, dass alles von Gott kommt, und dass nichts in unserer eigenen Kraft getan werden kann und auch nicht darf.

Wenn wir mit mächtigen Geistesgaben beschenkt werden, wie sieht es dann bei uns aus? Werden wir dann stolz?

  • Geistesgaben sind nicht ein Zeichen von gutem Charakter oder Reife. Die Frucht des Heiligen Geistes ist aber wohl ein Zeichen von geistlicher Entwicklung!

Jeder von uns braucht den anderen und seine Gaben. Jeder von uns ist zu etwas berufen. Gott erwartet, dass wir im Gehorsam und in Treue das tun, was Er uns befohlen hat!

Unsere Berufung ist im Kontext des Wirkens des Heiligen Geistes zu sehen. Ohne das Wirken des Heiligen Geistes und ohne die Gaben des Heiligen Geistes bleiben wir hilflos. Die Geistesgaben sind unsere Werkzeuge in der Arbeit im Königreich Gottes! Der Heilige Geist ist es, der uns die Kraft gibt als Christen zu leben, für Jesus zu leben und Jesus zu bezeugen!

Die Geistesgaben

Teil 7 zu diesem Thema

Exkurs:

Die Geistesgaben und im Besonderen das in Zungen Reden und Auslegung der Zungenrede

in der Deutschen Geschichte

Im deutschen Christentum sind die Geistesgaben und im Besonderen das in Zungen Reden für viele ein heikles und emotionales Thema. Die deutsche Kirchengeschichte ist diesbezüglich weltweit einzigartig. In der Geschichte wurden Menschen in Deutschland, die diese Gaben praktizierten, leider verfolgt. Um zu verstehen, warum so viele Christen in Deutschland den Geistesgaben und im Besonderen dem Zungenreden gegenüber negativ eingestellt sind, lasst uns in die Vergangenheit schauen.

  1. Gnadau, die Pietisten, Freie Evangelische Gemeinden und die Landeskirchliche Gemeinschaften

In der neueren Geschichte, kam das Zungenreden durch die Hugenotten-Bewegung in Frankreich nach Deutschland.  Sie wurde als neuzeitliches Phänomen gegen Ende des 17. Jahrhunderts in die religiöse Praxis eingeführt, nachdem die beiden geflohenen Erweckungsprediger Allut und Marion 1711 in pietistischen Gemeinden der Wetterau Aufnahme fanden. Dort bildeten sich in den Folgejahren die ersten deutschen Gemeinden der neueren Geschichte, die das Zungenreden praktizierten.

Wegen starker Verfolgung wanderten über die Jahre diese Pietisten nach Russland und USA aus, um dort ihren Glauben in Freiheit ausüben zu können.

1906 bis 1908 kamen Menschen, die durch die Erweckung in Wales und Norwegen die Geistesgaben und besonders das Zungenreden erlebt hatten, nach Deutschland. In kürzester Zeit verbreite sich die pfingstliche Erweckung in den Gemeinschaften des Gnadauer Verbandes und in anderen Freien Gemeinden. In vielen Gemeinschaften war die Sprache von dem Wirken des Heiligen Geistes und dem Zungenreden. Es gab Erweckung unter den Christen in den Gemeinschaften, die sich in großer Zahl für das Wirken des Heiligen Geistes öffneten. Es gab viele Wunderheilungen und andere dramatische Ereignisse. Die führenden Personen in Gnadau waren den neuen Entwicklungen gegenüber skeptisch bis feindlich gesinnt. Als die Pfingstbewegung dann im Besonderen in Kassel nicht mehr kontrollierbar erschien, griffen die Leiter von Gnadau ein.

Wikipedia berichtet wie es dann weiterging.

Walter Michaelis, der Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, somit der Leiter der Gemeinschaftsbewegung, war von Georg von Viebahn ermuntert worden, einen Vorbereitungsausschuss für eine Resolution gegen die Pfingstbewegung einzuberufen. Von Viebahn hatte seine Sorge darüber zum Ausdruck gebracht, dass immer mehr Brüder in die Zungenbewegung hineingerissen wurden. Ein Vorbereitungsausschuss kam zusammen und tagte zwei Tage im Hospiz St. Michael in Berlin. Der Ausschuss lud zu einem weiteren Treffen nach Berlin ein und stellte dann mit über 50 Geladenen diese Resolution in einer 19-stündigen Mammutsitzung auf. In der Erklärung (Berliner Erklärung) distanziert sich die Landeskirchliche Gemeinschaftsbewegung scharf von der gerade entstehenden Pfingstbewegung und ihren als anstößig empfundenen Auswüchsen.

Diese Resolution ist eine weltweit einzigartige Erklärung, da es in keiner anderen Nation zu einer derartigen Trennung zwischen beiden Bewegungen gekommen ist, wie in Deutschland. Das ist wichtig zu wissen. Nur in Deutschland kam es zu so einer Trennung und Erklärung. Konstatiert wird in ihr, dass es sich bei der Pfingstbewegung nicht um eine Bewegung von oben (also von Gott her) handele, sondern um eine von unten, also von Satan her, die viele Elemente mit dem Spiritismus gemein habe und von der man sich fernhalten solle.

Als Antwort auf die Berliner Erklärung verfasste die Pfingstbewegung am 15. September 1909 die Mülheimer Erklärung.

Durch die Berliner Erklärung kam es zu einer tiefen und lange andauernden Distanzierung zwischen pfingstlichen Freikirchen und den anderen evangelischen Freikirchen und Gemeinschaftsverbänden. Da mittels der Berliner Erklärung nicht nur einzelne theologische Ansichten oder Geschehnisse kritisiert wurden, sondern vielmehr die Pfingstbewegung insgesamt als von Satan ausgehend bezeichnet worden war, hatte die Gemeinschaftsbewegung das Klima zwischen den betroffenen christlichen Denominationen in Deutschland über Jahrzehnte nachhaltig vergiftet. Die diffamierenden Äußerungen, dass die Pfingstbewegung ihren Ursprung von Satan genommen habe und man sich von ihr fernhalten solle, wurden bis heute nicht explizit widerrufen. Erst in jüngerer Zeit sind vermehrte Anstrengungen unternommen worden, diesen Graben mit Erfolg zu überwinden, unter anderem durch die Kasseler Erklärung von 1996 oder gemeinsame Projekte wie ProChrist.

Im Januar 2009, also 100 Jahre nach Unterzeichnung der Berliner Erklärung, haben der Gnadauer Gemeinschaftsverband sowie der Mülheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden eine gemeinsame Erklärung zur Berliner Erklärung veröffentlicht. Diese beiden Verbände stehen dabei in den Traditionen jener beiden Lager, die sich 1909 gegenüberstanden, der Gnadauer Verband in der Tradition der Berliner Erklärung, und der Mülheimer Verband in der Tradition der Pfingstbewegung sowie der Mülheimer Erklärung.

In der Erklärung von 2009 heißt es unter anderem: „Wir erkennen in der Berliner Erklärung“ wie auch in der Mülheimer Erwiderung ein ernsthaftes geistliches Ringen, in kritischer Zeit Schaden von der Gemeinde Jesu abzuwenden. Diese historischen Dokumente haben jedoch für das gegenwärtige Miteinander von Gnadauer und Mülheimer Verband keine Bedeutung. Wir wissen, dass in der jeweils anderen Bewegung der Geist Jesu Christi wirkt.

Des Weiteren begrüßt die Erklärung bereits bestehende Formen der Zusammenarbeit zwischen beiden Verbänden, und bekräftigt die Absicht, diese Zusammenarbeit künftig weiter zu vertiefen.“

(Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Erklärung_(Religion))

1909 erklärten die Christen, die ein Teil von Gnadau waren, und andere Freikirchen, durch die Berliner Erklärung von 1909, dass sie das übernatürliche Wirken des Heiligen Geistes wie es im Neuen Testament steht, und im Besonderen die Geistesgaben und Manifestationen des Heiligen Geistes, nicht in Deutschland haben wollen. Sie wollten dem Heiligen Geist nur erlauben, still im Hintergrund zu wirken. Es wurde dem Heiligen Geist verboten, die deutsche Gottesdienst-Ordnung und den Ablauf durcheinander zu bringen. Der Heilige Geist, so sagten diese Leiter quasi, hat sich an die deutsche evangelische Gottesdienst-Traditionen zu halten und an die deutsche Tradition der Beherrschung der Emotionen.

Meines Erachtens sind u.a. die Folgen der Berliner Erklärung:

  • Geistesgaben, Zungenrede und anderes Wirken des Heiligen Geistes wurde verboten.
  • Bis 1908 gab es in Deutschland von Zeit zu Zeit große Erweckungen, aus denen die meisten großen deutschen pietistischen und evangelischen christlichen Werke ihren Ursprung haben.
  • Nach 1909 gab es in Deutschland zwar regionales Feuer, wo der Heilige Geist wirkte, aber keine flächendeckende Erweckung mehr.
  • Es ist meine Überzeugung, dass der Heilige Geist sich zurückzog und seinen Segen über Deutschland großteils entzog, mindestens was das geistliche Erleben und Erkennen betrifft.
  • Das ermöglichte den Aufstand des Bösen in Deutschland; z.B. den ersten Weltkrieg, die Übernahme Deutschlands durch die National-Sozialisten und den zweiten Weltkrieg. Das ist meine persönliche Überzeugung.

Aber genauso sehe ich die Erklärung von 2009, als Grundlage für eine neue vom Heiligen Geist geborene Erweckung in Deutschland! Gnadau hat in der Erklärung von 2009 erkannt, dass es doch der Geist Christi ist, der unter den sogenannten Pfingstlern am Wirken war und ist.

  1. Die Pfingstdenominationen in Deutschland kommen zum Großteil aus Gnadauer Gemeinden, die gezwungenermaßen Gnadau verlassen mussten.

Von 1908 bis in die sechziger Jahre wurde im deutschsprachigen Christentum das Zungenreden und die anderen Geistesgaben hauptsächlich in der Pfingstbewegung in Deutschland vorgefunden.

Seit den sechziger Jahren bis in die Gegenwart werden diese Gaben in der schnell wachsenden Charismatischen Bewegung angetroffen.

  1. Deutscher Gemeinschafts-Diakonieverband

Ich möchte ein paar Worte über den DGD schreiben.

Mein Bezug zum DGD:

  • Mein Urgroßvater, Carl Ferdinand Blazejewski, gründete den DGD. Er bezeugt ein tiefes Verständnis der Wichtigkeit des Wirkens des Heiligen Geistes.  Ich stehe im geistlichen Erbe meines Urgroßvaters. S.u.
  • Der DGD spielte und spielt noch stets eine wichtige Rolle in deutschen evangelischen und evangelikalen Kreisen.
  • Verschiedene Diakonissen des DGD hatten von meinem Teenager-Alter an, einen großen und positiven Einfluss auf mein Leben.
  • Ich arbeitete in Vollzeit, mit unterschiedlichen Aufgaben, für den DGD von 01.01.2011 – 30.06.2017.

Die Geschichte des DGD gegenüber der Pfingstbewegung, Zungenreden usw. und der Berliner Erklärung von 1909, ist nach meiner Ansicht in zwei Epochen einzuteilen.

1899 bis 1911 und 1911 bis Gegenwart.

Meine Gespräche mit der damals über 100-jährigen Diakonisse, Sr. Martha Vollmer und ihrer Begleiterin, im Oktober 1999 bei Lemförde, machen mir klar, dass in den Gründungsjahren des DGD der Geist Gottes auch im DGD auf übernatürliche Weise am Wirken war.

In der 02/2015 Ausgabe vom DGD Net (Die offizielle Zeitschrift des DGD Netzwerkes) wird aus dem Jahr 1905 Folgendes berichtet.

„„Aus der Erweckung für die Erweckung!“, so lautete der Leitspruch des DGD. Unser Werk wurde getragen von der geistlichen Erneuerungsbewegung, die um 1900 herum viele Christen in Deutschland aufweckte aus bloßem Kirchgängertum und frommer Gleichgültigkeit. Man begann neu danach zu fragen, wie Gott durch die Bibel in Menschenleben hineinspricht, man hatte plötzlich einen klaren Blick für seine eigene Sündhaftigkeit, erfuhr durch die persönliche Beziehung zu Jesus echte Befreiung und entdeckte die lebendige Kraft des Heiligen Geistes. Das nannte man „Erweckung“,“

Ich zitiere weiter aus dem DGD Net:

„Es gab auch hier eher alltägliche Phasen, und dann wieder tiefe geistliche Ergriffenheit, so wie bei der Schwestern-Erweckung vom Sommer 1905, über die es im Berichtsblatt des Mutterhauses hieß: „Bei einer der gewöhnlichen kurzen Abendandachten hatte das einfache Wort, „Gott gibt den Heiligen Geist denen, die ihm gehorchen“ wie ein Blitz eingeschlagen. Tiefe Beugung über Ungehorsam, über noch nicht durchgerichtete Sünden und Bindungen durchbrach das Gewöhnliche. Bis nach Mitternacht ergoss sich der Gebetsstrom. Wochen, in denen der Herr redete, richtete, reinigte, belebte, folgten nun.“

So viel aus dem DGD Net.

Carl Ferdinand Blazejewski, Gründer des DGD

Die Todesanzeige meines Urgroßvaters Carl Ferdinand Blazejewski, Gründer des DGD, spricht von der Betonung der Person und dem Wirken des Heiligen Geistes in den ersten Jahren des DGD.

“O, wenn man doch heute hören wollte! Nur durch den Heiligen Geist wird etwas erreicht.

Freilich gehört dazu eigener Bankerott, ein zu Schanden werden der eigenen Kraft, Wissenschaft, Einsicht, Übung. Ihr lieben Geschwister, hört es doch: Eure Gaben, eure Übungen, eure Fertigkeit, euer guter Wille sind nicht Heiliger Geist! Der Heilige Geist ist etwas Anderes. Lasst euch von Gott in allen Verhältnissen eure bisherigen Stützen nehmen! Gott baut nur auf den Trümmern unseres Lebens! Lernt das! Es ist so selig!”

Pfarrer Krawielitzki, der Nachfolger des Gründers des DGD,

wehrte sich gegen die Berliner Erklärung und weigerte sich, sie zu unterschreiben. Er suchte die Zusammenarbeit mit den Pfingstlern und gab ihnen Respekt und Achtung, nicht nur indem er die Berliner Erklärung nicht unterschreiben wollte, sondern indem er bewusst die Vandsburger Erklärung von 1910 unterschrieb, die der Pfingstbewegung Achtung gab.

In der Krawielitzki Biographie wird berichtet,

Die Wirkung des Heiligen Geistes war für Krawielitzki die eigentliche Substanz der Kirchengeschichte. Dementsprechend lief seine Botschaft an die Kirche in der Hauptsache auf den Satz hinaus: „Die Kirche braucht Erweckung, sonst ist sie tot. ... nur, die den Heiligen Geist haben, die rechte, wirkliche, eigentliche Kirche Christi bilden...“ (Fritz Mund, Theophil Krawielitzki Ein Zeuge aus der neueren Erweckungs – und Diakoniegeschichte, Francke Buchhandlung GmbH, Marburg, Seite, 177)

Über die Kirche Christi schreibt er, „Und darum konnte und könnte nach seiner Überzeugung ihr nur eine aus dem Geist gewirkte Erweckung zur Erfüllung ihres hohen Auftrags helfen.“ (Seite 179)

„Aus der Kirchengeschichte war ihm klargeworden, dass jede Reichsgottesarbeit, die aus der Erweckung hervorgegangen ist, verflacht und erstarrt, wenn sie nicht immer vom neuen durch Erweckung heimgesucht wird.“ (Seite 180) (Fritz Mund, Theophil Krawielitzki, Ein Zeuge aus der neueren Erweckungs- und Diakoniegeschichte, 1955, Francke Verlag, Marburg, zweite Auflage)

Leider wurde das Wirken dessen, der das Feuer der Erweckung, das Erquickung schenkt, ausgelöscht. Die DGD erlebte bis heute keine größere neue Erweckung mehr.

Wie es mit der Berliner Erklärung weiterging, wird von der Tabor Hochschule, Marburg, auf ihrer Internet-Seite wie folgt beschrieben.

„Die einflussreichsten Vertreter dieser Richtung (also die Personen, die die Berliner Erklärung nicht unterschreiben wollten) waren Ernst Modersohn, Jakob Vetter (Deutsche Zeltmission), Theophil Krawielitzki (DGD) und Heinrich Coerper (Liebenzell). Bei allen Genannten stand eine langjährige Freundschaft und Zusammenarbeit mit Jonathan Paul im Hintergrund, die sie die schroffe Verwerfung zunächst ablehnen ließ. Schließlich kam es gar in Vandsburg Ende November 1910 zur Verabschiedung der Vandsburger Erklärungen, einem Einigungspapier zwischen Neutralen und Pfingstlern, das eine künftige Zusammenarbeit, aber auch gegenseitige Achtung der unterschiedlichen Standpunkte garantieren sollte. Diese Position ließ sich jedoch nicht lange halten. Auf der einen Seite wurden die Neutralen in Gnadau zunehmend kritisiert und unter Druck gesetzt. Auf der anderen Seite häuften sich aber auch problematische Erfahrungen mit der neuen Pfingstbewegung. Als in einer Sondersitzung des Gnadauer Vorstands am 24.1.1911 die Neutralen um Krawielitzki vor die Entscheidung gestellt wurden: Ablehnung oder Austritt - trennten sie sich offiziell von der Pfingstbewegung.“ ( https://www.eh-tabor.de/de/die-trennung-von-pfingstbewegung-und-gemeinschaftsbewegung )

Nach dem 24.11.1911 gab es vereinzelte Diakonissen und Brüder im DGD, die bis heute im privaten und oft in Verborgenheit, die Geistesgaben besaßen und praktizierten, oder zumindest dafür offen waren. Aber in allen Veranstaltungen des DGD, von dem kleinsten Gebetstreffen bis zu großen Konferenzen, war das Wirken des Geistes in dieser Weise verpönt und verboten. Die Folgen sind offensichtlich. Der Heilige Geist wurde zur mystischen dritten Person der Dreieinigkeit reduziert. Es wurde gelehrt und wird von manchen noch stets gelehrt, dass das Wirken des Geistes, wie es im Neuen Testament beschrieben ist, im ersten Jahrhundert aufgehört hat, da wir es heute nicht mehr brauchen.

  1. In der Kirchengeschichte der katholischen Kirche gab es diese Gaben in jedem Jahrhundert. Manchmal war es geduldet oder sogar begrüßt, andere Male wurde es verfolgt und verboten. In der heutigen charismatischen Erneuerungsbewegung innerhalb der katholischen Kirche wird die Zungenrede, sowie auch andere Geistesgaben praktiziert z.B.  Dr. Johannes Hartl (katholischer Theologe, Leiter des Augsburger Gebetshauses und der Mehr-Konferenz usw.)

In meiner Zeit in Ruanda (03.2007 – 12.2010) hatte ich in meinem Büro drei Ruandische, Katholiken eingestellt, die Mitglieder der Charismatischen Bewegung in der katholischen Kirche sind! Sie haben meine Sicht für Katholiken stark verändert, zum Positiven.

  1. Die evangelische Landeskirche ist nicht bekannt dafür, dass die Geistesgaben und das Zungenreden in ihr zu finden sind. Über die Jahrzehnte gab es aber immer vereinzelte Pfarrer und Mitglieder, die diese Gaben praktizierten. Seit den sechziger und siebziger Jahren verbreitet sich diese Gabe nun zunehmend auch landesweit durch die „Geistliche Gemeinde-Erneuerung in der Evangelischen Kirche“.

Ich zitiere Ausschnitte aus der Internet-Seite der GGE in der evangelischen Kirche.

„Seit 1960 erleben Christen in fast allen Konfessionen in der ganzen Welt einen überraschenden Aufbruch. Quer durch alle christlichen Konfessionen und ihre kulturellen Prägungen werden Menschen aller Generationen erfasst. Sie erleben ganz neu: Gott ist real! Menschen erfahren eine tiefe und überraschende Anrührung durch den Heiligen Geist. Das wirkt sich aus auf alle Bereiche ihres Lebens. Dieser weltweit größte geistliche Aufbruch wird von uns als ein Handeln des Heiligen Geistes gesehen. Es ist die Antwort Gottes auf die besonderen Nöte und Herausforderungen unserer Zeit.“

Unter der Überschrift, „GEMEINSAME KENNZEICHEN DIESES AUFBRUCHS“, ist u.a. zu lesen:

„Erfüllung mit dem Heiligen Geist:

Durch die "Erfüllung mit dem Heiligen Geist" werden die Menschen befähigt über ihren Glauben zu sprechen und Christus als ihren Herrn zu bezeugen.“

„Begabung: Die neutestamentlichen Gnadengaben (Charismen) treten wieder auf. Sie werden als "Dienstgaben" in die Gemeinden eingebracht. Dies gilt sowohl für die "auffälligeren" Charismen, wie das Sprachengebet, prophetisches Reden und Heilungsgaben, als auch für die diakonischen Gaben, die Gabe des Lehrens und Leitens und das Charisma der Unterscheidung.“

Zur ihren ersten Anfängen schreibt die GGE u.a.

„..in den 50er Jahren vereinzeltes Auftreten von Charismen wie Sprachengebet und Prophetie in der Christusbruderschaft Selbitz, in der Bruderschaft vom gemeinsamen Leben, in der Marienschwesternschaft und anderen Kommunitäten.“

In den sechziger bis neunziger Jahren wuchs die GGE schnell.

( http://www.gge-deutschland.de/index.php?action=Geschichte&subnav=%DCber%20uns )

Über die charismatische Bewegung weltweit schreibt Wikipedia Folgendes.

„2006 belief sich die Zahl der den pfingstlich-charismatischen Aufbrüchen zuzurechnenden Menschen weltweit auf ca. 596 Millionen. Es ist die am stärkste wachsende religiöse Bewegung in der Welt, wobei die größte Verbreitung in Afrika, Lateinamerika und Asien zu finden ist.

In einer Umfrage der Barna Group von 2007 in den Vereinigten Staaten bezeichneten sich 36 % aller Befragten als Charismatiker (in einer gleichen Umfrage 1997 waren es noch 30 %). Unter den Evangelikalen sehen sich 49 % als Charismatiker, unter den Katholiken 36 %. Auch bei Betrachtung ganzer Gemeinden fällt eine breite Verteilung auf.“

Nach der Katholischen Kirche, sind Pfingstler und Charasmatiker weltweit die zweit größte Bewegung im Christentum.

( https://de.wikipedia.org/wiki/Charismatische_Bewegung )

Aufbruchsstimmung

In meinen Reisen durch Deutschland und bei den vielen Menschen, mit den ich verbunden bin, merke ich, dass in Deutschland Aufbruchsstimmung ist, im geistlichen Sinn. Ja es gibt ein Abfallen und auch immer mehr ein Verwässern der biblischen Botschaft, aber auch ein tiefes Verlangen nach mehr! Ein Verlangen nach biblischem Christentum. Charismatische Gemeinden sind am Wachsen. Manche sogar rasant. Die Geistesgaben und das Wirken des Heiligen Geistes kommt immer mehr zur Sprache in der Evangelischen und Katholischen Kirche und den Freien Gemeinden. Es werden wieder Wunder von Gott erwartet. Wunder werden immer mehr von Menschen in ihrem persönlichen Leben erlebt. Gott ist am Wirken! Die größte Erweckung der Geschichte des deutschen Sprachraums steht noch bevor! Gott will seinen Heiligen Geist über die 103 Millionen Deutschen Muttersprachler und natürlich auch über die anderen Menschen, die in Mittel-Europa leben. Die Menschen Europas werden Jesus erfahren, vordem Jesus wiederkommt. Ja, Europäer werden durch das Blut Jesu und durch die Kraft des Heiligen Geistes, Jesus erfahren! Gott wird die Gebete seiner Heiligen erhören, die schon so viele Jahre dafür beten!

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